K.o.-Schlag in der 50. Minute

ESV Bayreuth verlor im Zweitliga-Kellerduell beim Schlußlicht Landsberg mit 2:6


Eishockey

Von Norbert Staub
und Siegfried Zerrenner
Der ESV Bayreuth hat offensichtlich das Pech in der 1. Liga Süd gepachtet. Im Kellerduell beim Schlußlicht EV Landsberg schien der Neuling im Schlußdrittel zweimal dem Ausgleich nahe, als die Lechstädter mit einem Glückstreffer in der 50. Minute die Weichen zum 6:2 (3:1, 0:1, 3:0)-Sieg stellten.

Im ersatzgeschwächten Team des Neulings verdienten sich der zweifache Torschütze Rudberg sowie der agilie Laituri die besten Noten. Beim Sieger tat sich der Kanadier Evans hervor, der in den letzten Tagen wegen eines Trauerfalles in seiner Heimat geweilt hatte. Im morgigen Heimspiel gegen Regensburg (Beginn 18.30 Uhr) hoffen die "Tigers" auf den Einsatz von Verteidiger Zimmermann, der in den letzten Spielen krankheitsbedingt gefehlt hatte.
Beide Mannschaften begannen sehr nervös, wobei die Gäste früher ihren Rhythmus fanden. Sie blockierten den Angriff der Einheimischen zunächst geschickt und hatten ausgerechnet während einer Strafzeit gegen Stürmer Schwindl in Unterzahl die Chance zu Führung. Bei einem Konter legte Sevcik in der 7. Minute geschickt auf für Verteidiger Laituri, der allerdings freistehend am Landsberger Torwart Vorderbrüggen scheiterte. Der Keeper mußte sich dennoch eine Minute später geschlagen geben, als Rudberg mit einer blitzschnellen Aktion beinahe per "Bauerntrick" das zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdiente 1:0 für die Gäste besorgte.
Erst danach konnten sich die Lechstädter, die auf ihren verletzten russischen Stürmer Vologschaninov verzichten mußten, etwas besser in Szene setzen. Dennoch fiel der Ausgleich in der 12. Minute glücklich. ESVB-Keeper Wegmann hatte einen Schuß von Hanemann bereits abgewehrt, doch der nachsetzende Kanadier Evans "stocherte" die Scheibe über die Linie. Und nur 20 Sekunden später zappelte der Puck erneut im Tornetz der Oberfranken. EVL-Stürmer Hicks hatte mit einer Einzelaktion die Defensive der Gäste schlecht aussehen lassen, die offensichtlich auf Abseits spekuliert hatten. Komplett war die Versicherung, als Ponitz eine Minute später auf die Strafbank mußte und Landsberg seinen Überzahltrumpf zog: Weitschußspezialist Schendelev wurde von Loftgard geschickt bedient. Der "Hammer" des russischen Verteidigers war für Wegmann nicht zu halten.
Damit war die Moral der Gäste angeschlagen. Landsberg gab den Ton an und hätte bei Chancen von Loftsgard, Evans und Baber bis zu ersten Drittelpause sogar noch eine deutlichere Führung vorlegen können.
Der Angriffsdruck der Einheimischen war im zweiten Drittel schnell erloschen. Nach der Chance von Haschka in der 23. Minute ging lange nichts mehr beim Tabellenletzten. Auch bei den Schützlingen von ESVB-Trainer Wilbert Duszenko hatten zwingende Aktionen in der Offensive zunächst Seltenheitswert. In der Defensive wurde aber ordentlich gearbeitet. Heubach bot sich in der 30. Minute aus kurzer Distanz die Möglichkeit zum Anschlußtor, ehe es Rudberg in der 35. Minute besser machte. Er reagierte nach einem von EVL-Keeper Vorderbrüggen abgewehrten Heubach-Schuß entschlossen und vollstreckte kaltblütig.
Zu Beginn des Schlußdrittels schien das Spiel noch einmal zu kippen. Die Wagnerstädter verzeichneten ein optisches Übergewicht und hatten durch Schwindl (47.) und Asanger (48.) bei zwei Schüssen aus der Halbdistanz zwei Gelegenheiten zum möglichen Ausgleich.
Bei der Vorentscheidung in der 50. Minute machte Gästetorwart Wegmann eine unglückliche Figur. Beim Schuß des bis zu diesem Zeitpunkt blassen Emminger kullerte dem Keeper der Puck von der Schulter über die Torlinie. Das 5:2 der Landsberger resultierte aus einem Konter und beim 6:2 nutzten die Lechstädter erneut ein Überzahlspiel. Schendelev hatte Zeit zum Maßnehmen, ehe sein Schlagschuß traf. 37 Sekunden vor Schluß schien ESVB-Verteidiger Laituri den EVL-Schlußmann überwunden zu haben, doch der Unparteiische sah den Puck nicht hinter der Torlinie.
EV Landsberg:
Vorderbrüggen - Schendelev, Tinkl; Fletcher, Emminger; Lechle, Fohry - Haschka, Loftsgard, Hicks; Hanemann, Barber; Evans; Klemm, Krauß, Bauer; Maier.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Meixner, Weingran; Bartos - Rudberg, Sevcik, Heubach; Asanger, Toivola, Bärnreuther; Trolda, Ponitz, Schwindl.
SR: Drews (Regensburg);
Zuschauer: 500;
Strafminuten: Landsberg 8, Bayreuth 8.
Tore: 0:1 (9.) Rudberg (Sevcik, Laituri), 1:1 (12.) Evans (Hanemann, Fletcher), 2:1 (13.) Fletcher, 3:1 (15.) Schendelev (Loftgard, Hicks - 5 gegen 4), 3:2 (35.) Rudberg (Heubach), 4:2 (50.) Emminger (Baber, Hanemann), 5:2 (52.) Evans (Hanemann, Fletcher), 6:2 (58.) Schendelev (Baber, Fletcher - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth