Schiedsrichter für Fans ein Sündenbock

ESVB verlor gegen Regensburg 3:5 - Starker Juniorenkeeper

Von Siegfried Zerrenner

"Wir brauchen dringend zwei Verstärkungen, denn ich habe keine personelle Alternativen mehr!" Dieses Fazit zog Trainer Wilbert Duszenko unmittelbar nach der gestrigen 3:5 (1:1, 0:2, 2:2)-Heimniederlage des Tabellenvorletzten der 1. Liga Süd, ESV Bayreuth, gegen den Fünften, EV Regensburg, wobei sich das ersatzgeschwächte Team des Gastgebers über weite Strecken ordentlich aus der Affäre gezogen hatte.
"Wir sind jedenfalls bemüht, in den nächsten Tagen zwei neue Kräfte zu verpflichten, um für den im Februar beginnenden Kampf um den Ligaverbleib gerüstet zu sein", ließ Vorsitzender Konrad Böhner durchblicken. Nachdem die Transferfrist am 15. Januar abläuft, dürften die "Neuen" am Sonntag gegen Spitzenreiter SC Bietigheim-Bissingen ihr Debüt beim ESVB geben. Das Spiel wurde auf 15 Uhr vorverlegt.
Der Knackpunkt der gestrigen Partie lag eindeutig im zweiten Drittel. Nach guten Möglichkeiten von Heubach (27.), Weingran (27.), Bämreuther (28.), Asanger (30.), Sevcik (30.) und in Überzahl durch Laituri (32.) zur verdienten 2:1-Führung kassierte der berechtigt reklamierende Toivola eine 10-Minuten-Strafe, ehe Rudberg bei einem Vorstoß in bester Schußposition gefoult wurde. Während der Unparteiische nicht unterbrach, verhängte er im Gegenzug gegen Asanger eine höchst fragwurdige 2-Minuten-Strafe, die Folgen hatte. Die Regensburger, die spielerisches Potential nur unzureichend ausnutzten, gingen nach nur 36 Sekunden in Führung und sorgten mit einem weiteren Einschuß in der 41. Minute für die Vorentscheidung. Kein Wunder, daß die ESVB-Anhänger in Schiedsrichter Bendel den Sündenbock erkannt haben wollten. Als der freistehende Cermak in der 46. Minute auf 5:1 erhöhte, schien das ESVB-Team am Boden. Es sprach für die Moral der Mannschaft, daß sie bis zum Schluß um eine Ergebnisverbesserung bemüht war und dafür mit zwei Einschüssen belohnt wurde. Sogar das Anschlußtor war möglich.
Fehler bemängelt
Neben umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen prangerte ESVB-Coach Fehler seiner Mannschaft an. "Es grenzte an taktische Disziplinlosigkeit, wie wir jeweils Sekunden vor der ersten und zweiten Drittelpause vermeidbare Gegentreffer kassierten, die uns sehr weh getan haben", spielte er auf zwei Aktionen seiner Verteidiger Meixner und Laituri an, die in wichtigen Phasen des Spieles ihre Gegner regelrecht mit Vorlagen bedienten.
Meixners unglückliche Aktion 55 Sekunden vor Schluß des ersten Drittels trübte den zunächst ordentlichen Gesamteindruck der Einheimischen, die einen vielversprechenden Start erwischt hatten. Rudberg nutzte bei seinem Führungstor die lange Zeit einzige Schwäche des Regensburger Torhüters Brunner, ehe auf der Gegenseite wiederholt ESVB-Junioren-Torwart Oliver Schmidt im Blickpunkt stand. "Er hat seine Sache gut gemacht. Mit seinem Einsatz wollte ich einem weiteren Talent eine Bewährungschance geben. Vielleicht brauchen wir Schmidt in der Qualifikation und dann ist es zu spät zum Experimentieren", begründete Duszenko seine Maßnahme und das "Eigengewächs" rechtfertigte das Vettrauen seines Trainers.
Alleingänge gemeistert
In toller Manier meisterte der l9jährige Alleingänge der Regensburger Routiniers LeBel (11.), Petrash (18.) und im zweiten Drittel gegen Katelnikoff (34.). Er wirkte ruhiger zwischen den Pfosten als zuletzt Wegmann und strahlt somit mehr Sicherheit aus. Schmidt sollte weitere Einsatzzeiten erhalten.
Ivanov vermißt
Wesentlich mehr als Wegmann wurde Verteidiger Ivanov vermißt. Der verletzte Russe, der sich in der übernächsten Woche einer Kreuzbandoperation unterziehen muß, fehlte sowohl als Stabilisator in der Defensive als auch als Schlüsselspieler im Überzahlspiel. So blieb das Powerplay trotz zahlreicher Versuche recht durchschaubar und oft harmlos.
Auffällig ferner: Einigen Leistungsträgern fehlt die Spritzigkeit. Paradebeispiel ist der in den letzten Monaten stets überzeugende Sevcik. Er wirkte in den Zweikämpfen mitunter regelrecht ausgelaugt, wenngleich er den kämpferischen Einsatz nicht vermissen ließ. "Eckpfeiler" wie er bräuchten dringend Entlastung.
Statistik
ESV Bayreuth: Schmidt - Laituri, Doll; Zimmermann, Meixner; Weingran, Bartos - Asanger, Sevcik, Rudberg; Schwindl, Toivola, Bämreuther; ,Heubach, Ponitz, Trolda; Böhner, P. Häußinger.
EV Regensburg: Brunner - Schinköthe, Herdt; Ancicka, Palenta; Beran, LeBel - Curth, Katelnikoff, Eisenhut; Mandous, Cermak, Ekrt; Samanski, Petrash, Hruby; Weiss, Schuster.
SR: Bendl (Planegg);
Zuschauer: 1300;
Strafminuten: Bayreuth 16 plus 10 Min. Disziplinarstrafe gegen Toivola, Regensburg 26 plus 10 Min. Disziplinarstrafe gegen Hruby.
Tore: 1:0 (3.) Rudberg (Asanger), 1:1 (20.) Katelnikoff (Curth), 1:2 (37.) Katelnikoff (Ancicka Petrash 5 gegen 4), 1:3 (40.) Beran (Samanski, Petrash), 1:4 (41.) Katelnikoff (Curth Schinköthe), 1:5 (46.) Cermak (Ancicka), 2:5 (50.) Schwindl (Meixner 5 gegen 4), 3:5 (59.) Rudberg (Sevcik)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth