In Verlängerung bezwungen

Kampfstarkes ESVB-Team beim Tabellenvierten Ulm ohne Glück / 4:5-Niederlage



Von Roger Repplinger
und Siegfried Zerrenner
Mit einem unerwarteten Punkt kehrte der ESV Bayreuth vom Tabellenvierten der 1. Liga Süd zurück. Der kampfstarke Gast blieb beim EC Ulm/Neu-Ulm ohne Glück und mußte sich in der Verlängerung mit 4:5 (1:1, 1:1, 2:2) geschlagen geben, nachdem er noch in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit überraschend mit 4:3 in Front gelegen hatte.

Erstaunlich gut zogen sich die Bayreuther im ersten Drittel aus der Affäre. Sie operierten aus einer sattelfesten Defensive und waren bei einigen Kontern sehr gefährlich. Vorzüglich verstanden es die Gäste, das Angriffsspiel der Donaustädter zu blockieren, die somit nicht ihren gewohnten Spielfluß fanden. In der mitunter hektischen Begegnung mit einigen Strafzeiten auf beiden Seiten stach in der 12. Minute die von Gegnern gefürchtete Überzahltrumpfkarte der Ulmer (Strafzeit gegen Rudberg), die mit 41 Treffern in dieser Hinsicht die Spitzenposition in dieser Spielklasse einnehmen. Bei Raus Schuß war ESVB-Junioren-Keeper Schmidt machtlos.
Die Gäste ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und agierten weiter konzentriert. Sevcik hatte allerdings in der 15. Minute Pech. Bei seinem Schuß an den Innenpfosten hatten ESVB-Spieler und auch die meisten Zuschauer den Puck schon im Tor gesehen, nicht aber der Schiedsrichter. Der hatte dann in der 20. Minute nichts gegen den verdienten Ausgleichstreffer der Oberfranken einzuwenden. In Überzahl traf Laituiri mit einem Schlagschuß.
Turbulent begann das zweite Drittel. Nach einer Strafzeit gegen ESVB-Stürmer Toivola waren die Ulmer gerade dabei, ihre Powerplay-Aufstellung zu finden, als sich Rudberg die Scheibe "angelte" und seinen Alleingang mit dem sehenswerten 2:1 krönte. Die Freude im ESVB-Lager dauerte allerdings keine Minute, denn der russische Verteidiger Zhukov schaffte in dieser Überzahl per Weitschuß den Ausgleich. Anschließend hatte der Gast Chancen zur erneuten Führung: Rudberg (26.), Bärnreuther (27.) sowie Toivola (30. und 32.) scheiterten aber jeweils an ECU-Keeper Anderson. Daß sich beide Teams nichts schenkten, verdeutlichte eine Szene in der 35. Minute: Laituri (ESVB) und Völk (Ulm) mußten kurz hintereinander auf dem Eis behandelt werden.
Im Schlußdrittel gaben allerdings die Ulmer den Ton an, doch die Defensive der Nordbayern hielt lange dicht. So blieb die Drangperiode der Einheimischen zunächst ohne Erfolg. Besser machten es die Gäste, bei denen Bärnreuther die erste Chance zur 3:2-Führung nutzte. Doch die Ulmer bäumten sich auf und kamen in der 53. Minute zum erneuten Ausgleich. Der Gast schien auf der Siegerstraße, als Rudberg in der vorletzten Minute nach einem Sevcik-Paß das 4:3 gelang. Doch nur 16 Sekunden später glückte den Einheimischen nach einem Abpraller der Ausgleich. und nach 55 Sekunden der Verlängerung das Siegtor.
EC Ulm/Neu-Ulm:
Anderson - Volk, Kruger; Zhukov, Leitner; Vogl - Krueckl, Rau, Masek; Davis, Jentzmik, Timoschuk; Briechle, Kraus, Rohde; Hoppe, Mascha.
ESV Bayreuth:
Schmidt - Laituri, Doll; Meixner, Zimmermann; Weingran, Bartos - Rudberg, Sevcik, Boxer; Tuominen, Laituri, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Heubach; Schwindl, Trolda.
SR: Klauser (Schongau);
Zuschauer: 800;
Strafminuten: Ulm 10, ESVB 8.
Tore: 1:0 (12.) Rau (Krueckl, Masek - 5 gegen 4), 1:1 (20.) Laituri - 5 gegen 4, 1:2 (21.) Rudberg - 4 gegen 5, 2:2 (22.) Zhukov - 5 gegen 4, 2:3 (51.) Bärnreuther (Schwindl), 3:3 (53.) Rau, 3:4 (59.) Rudberg (Sevcik), 4:4 (59.) Rau (Krueckl, Masek), 5:4 (61,) Masek (Krueckl, Rau).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth