Durch Strafzeiten auf die Verliererbahn

1:2-Derby-Niederlage des ESVB gegen Nachbarn Selb

Von Siegfried Zerrenner
Die Serie seiner knappen Niederlagen mit nur einem Treffer Differenz (inzwischen 17) setzte der ESV Bayreuth im gestrigen Derby der 1. Liga Süd fort. Beim 1:2 (0:0, 0:1, 1:1) gegen den routinierten Nachbarn ERC Selb wurde der Tabellenvorletzte vor rund 2300 Zuschauern durch Strafzeiten auf die Verliererbahn gedrängt.

Während sich Verteidiger Meixner beim 0:1 eine höchst ärgerliche und unnötige Strafe eingehandelt hatte, waren die zwei Minuten gegen Rudberg unmittelbar vor dem 0:2 recht zweifelhaft.
Nach dem Derby am Freitag in Amberg erwartet der ESV Bayreuth am Sonntag um 18.30 Uhr gegen den ETC Crimmitschau erneut regen Zuschauer-Zuspruch.
Der abwechslungsreiche Start beider Teams "heizte" die Anhänger beider Lager regelreich ein. Nach 78 Sekunden zischte ein Schuß des Selber Verteidigers Grögor knapp am ESVB-Gehäuse vorbei, während Tuominen fast im Gegenzug nur den Außenposten traf. Die zweite Chance des ESVB-Neuzugangs meisterte ERC-Keeper Niininen mit einer Glanztat (5.) und nur Sekunden später rettete TW Wegmann gegen Selbs Routinier Lala.

"Dicke Luft" vor ERC-Tor Bei einer Strafzeit gegen Gästeverteidiger Hanft herrschte bei zwei Toivola-Schüssen noch einmal "dicke Luft" vor dem Tor der Porzellanstädter, die anschließend die Räume für die Einheimischen enger machten und damit die Partie zehn Minuten lang kontrollierten.
Die Gäste zeigten den präziseren Spielaufbau, während bei den "Tigers", die überraschend ihren angeschlagenen Torjäger Rudberg einsetzen konnten, manches eher zufällig wirkte. Auffällig: Selb, ohne den erkrankten Stürmer Bodec, nutzte jede Chance zum Torschuß, wobei auf TW Wegmann stets Verlaß war. Sevcik (18.) und Toivola (19.) kamen erst gegen Ende des ersten Drittels wieder zu Gelegenheiten.

Starker Gästetorwart Im zweiten Abschnitt geriet auch das anfangs gefällige Überzahlspiel der Einheimischen ins Stocken. Bei der zweiten Powerplay-Gelegenheit gelang zumindest Laituri eine toller Schlagschluß (26.), den aber Niininen gekonnt entschärfte, als sich Meixner wegen einer Unsportlichkeit und anschließender Schiedsrichterbeleidigung zwei plus zehn Minuten einhandelte. Selb inszenierte vom Bully in der eigenen Zone über Grögor einen Break. Badovcek zeigte bei einer 2:1-Situation Übersicht und Ex-Weltmeister Lala ließ beim 1:0 (27.) seine Routine aufblitzen.

Ponitz traf den Pfosten Danach lag bei schnellen Spielzügen mehrmals der Ausgleich in der Luft. Asanger (30.) kam bei einem Weingran-Zuspiel einen Schritt zu spät, während Ponitz (31.) nur den Pfosten traf und Bärnreuther (35.) nach einer Kombination von Toivola und Tuominen freistehend verzog. ESVB-Keeper Wegmann reagierte in der 39. Minute prächtig, als er mit dem Kopfschutz einen Friesen-Schuß abwehrte.
Im Schlußdrittel begannen die Wagnerstädter druckvoll, erzielten optische Vorteile und drängten Selb in die Defensive. In der 45. Minute schien bei einer Toivola-Aktion nach einem Meixner-Paß der Ausgleich fällig. Der Stürmer hatte den ERC-Keeper schon verladen, doch brachte er die Scheibe nicht in der leeren Ecke unter. Eine umstrittene Strafzeit gegen Rudberg nutzte Selb in der 51. Minute zum 2:0. Gekonnt wurde dabei Lala von seinen Mannschaftskameraden freigeblockt, der dann freie Schußbahn hatte. Es sprach wiederum für die Moral der "Tigers", daß sie sich nicht entmutigen ließen. In Überzahl scheiterte zunächst Doll an TW Niininen, ehe in der 55. Minute das Engagement und das Nachsetzen der Duszenko-Schützlinge doch noch belohnt wurde. Tovolas Treffer zum 1:2 weckte noch einmal Hoffnungen im Lager der Gastgeber, doch Selbs Routiniers retteten abgeklärt den knappen Vorsprung über die Zeit.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Meixner, Bartos; Zimmermann, Weingran - Rudberg, Sevcik, Boxer; Tuominen, Tiovola, Bärnreuther; Heubach, Ponitz, Asanger; Schwindl, Trolda.
ERC Selb:
Niininen - Chambers, Badovcek; Porzig, Hanft; Merges, Grögor - Ahne, Herrmann, Friesen; Lala; Mazanec, König; Dimbat, Hördler.
SR: Trainer (Bad Aibling);
Zuschauer: 2300;
Strafminuten: Bayreuth 12 plus 10 gegen Meixner; Selb 14..
Tore: 0:1 (27.) Lala (Badovcek, Grögor - 4 gegen 4), 0:2 (51.) Lala (Grögor, Badovcek - 5 gegen 4), 1:2 (55.) Toivola (Touminen, Zimmermann).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth