Nur ein Punkt nach 2:0-Führung

ESVB blieb beim 3:4 in Amberg wieder einmal ohne Glück in einer Verlängerung

Mit einem Punktgewinn beim ERSC Amberg gelang dem ESV Bayreuth gestern abend eine durchaus respektable Einstimmung auf das morgige Heimspiel gegen ETC Crimmitschau (18.30 Uhr). Ganz zufrieden war man damit im Lager des Tabellenvorletzten der 1. Liga Süd aber doch nicht, denn nach einer 2:0-Führung schien sogar Aussicht auf den dritten Auswärtssieg zu bestehen. Am Ende blieb der ESVB jedoch wieder einmal in einer Verlängerung glücklos und verlor 3:4 (2:0, 0:1, 1:2 / 0:1).

Anfangs hatte der ESVB mit einer kompakten Mannschaftsleistung das Geschehen bemerkenswert klar unter Kontrolle. Zur Sicherheit trug dabei nicht zuletzt die frühe Führung in der 2. Minute bei, die Meixner mit einem nicht sehr scharfen, aber plazierten Schuß von der blauen Linie erzielte. Ambergs Ersatz-Torhüter Mayer war dabei offenbar die Sicht versperrt.
Auch danach setzte im druckvollen Bayreuther Spiel vor allem der zweite Block die Akzente. Nachdem Tuominen zweimal an glänzenden Reaktionen von Mayer gescheitert war (5.), ging in der 10. Minute auch der zweite Treffer auf das Konto dieser Formation. Der erstmals gemeinsam mit dem finnischen Duo stürmende Boxer war dabei am linken Flügel freigespielt worden und ließ dem Amberger Torwart mit einem Schlagschuß aus der Halbdistanz keine Abwehrchance.
Erst nach dem 0:2 war die erste ernsthafte Chance für die Gastgeber zu notieren, als Gorman und im Nachschuß Switzer an ESVB-Torhüter Wegmann scheiterten. Der Schlußmann wirkte auch während der einzigen Strafzeit im ersten Drittel (Toivola/17.) sicher, als die Amberger am Ende ihres bis dahin weitgehend abgeblockten Überzahlspiels doch noch wenigstens zu Weitschüssen durch die Verteidiger Martin und Kunce kamen.
Empfindlicher traf die Gäste dann aber schon ihre zweite Strafzeit, die Boxer wegen Stockschlags absitzen mußte (22.). Die ersten Amberger Powerplay-Anläufe durch Schüsse von Kunce und Roland konnte Wegmann noch abwehren, aber als dann seine Vorderleute eine unübersichtliche Situation vor dem Tor nicht konsequent genug bereinigten, stocherte schließlich Martin die Scheibe zum Anschlußtreffer über die Linie.
Dieser Rückschlag änderte aber wenig daran, daß die Bayreuther auch weiterhin die zwingenderen Chancen verzeichneten. Die letzte Konsequenz im Abschluß fehlte dabei Sevcik, als er nach einem Amberger Fehlpaß völlig frei vor dem Tor stand (26.), sowie Rudberg und Bärnreuther bei einer 2:1-Situation (27.). Am Ende verhinderte aber auch ganz einfach eine Portion Schußpech eine deutlichere ESVB-Führung. Beim bis dahin einzigen Überzahl-Spiel nach einer Strafzeit gegen Kinateder (35.) traf nämlich Laituri ebenso nur den Pfosten, wie wenig später Sevcik nach glänzendem Paß von Toivola (38.). Demgegenüber gab es für ESVB-Torwart Wegmann nur zwei vergleichbar brenzlige Situationen bei einem tückisch trudelnden Haslach-Weitschuß (28.) und einer Chance für Labonte (32.), die er aber sicher meisterte.
Nachteile bei der Chancenverwertung schienen somit den Bayreuthern wieder einmal zum Verhängnis zu werden, als der dritte ESVB-Block "klassisch" ausgespielt wurde und Labonte das 2:2 erzielte. Daß die Amberger Führung dann kein endgültiges Kippen der Partie bewirkte, war wohl dem postwendenden Ausgleich von Laituri zu verdanken. Danach hatten beide Mannschaften noch Chancen zum Sieg in der regulären Spielzeit, darunter ein Amberger Pfosten-Treffer durch Melia (53.).
In der Verlängerung hatte der ESVB die erste zwingende Chance zum Siegtor, als der einheimische Torhüter Mayer einen Alleingang von Tuominen nur mit Mühe und etwas Glück abwehren konnte. Nur eine Minute später wurde stattdessen der wiederum absolut zuverlässige Gäste-Torwart Wegmann entscheidend geschlagen.
ERSC Amberg:
Mayer - Haslach, Gosselin, Martin, Kunce, Thumm - Melia, Switzer, Kock, Bauer, Morin, Roland, Gorman, Young, Kinateder, Labonte.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Meixner, Bartos; Weingran, Zimmermann - Rudberg, Sevcik, Bärnreuther; Toivola, Tuominen, Boxer; Heubach, Ponitz, Schwindl; Trolda.
SR: Bettermann (Schongau);
Zuschauer: 800;
Strafminuten: Amberg 6, Bayreuth 8.
Tore: 0:1 (2.) Meixner (Boxer), 0:2 (10.) Boxer (Tuominen, Toivola), 1:2 (24.) Martin (5 gegen 4), 2:2 (43.) Labonte (Gosselin, Melia), 3:2 (47.) Labonte (Kunce, Haslach), 3:3 (48.) Laituri (Tuominen, Toivola), 4:3 (63.) Morin (Labonte, Martin).

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth