Torwart Wegmann Held im Penaltykrimi

Nervenstarkes ESVB-Team bezwang vor 3300 Zuschauern den ETC Crimmitschau mit 5:4 / Glück in Schlußphase


Von Siegfried Zerrenner

Das Eisstadion glich einem Tollhaus, die einheimischen Fans tanzten auf den Rängen und feierten noch minutenlang nach dem "Schlußpunkt": Den hatte vor knappp 3500 Zuschauern Stürmer Jaroslav Sevcik gesetzt, als er den ESV Bayreuth im entscheidenden Penaltyschießen mit 2:0 in Front brachte und damit den 5:4 (2:1, 1:1, 1:2)-Sieg über den Tabellendritten der 1. Liga Süd, ETC Crimmitschau, perfekt machte. Gefeierter Held neben Stürmer Marc Boxer, der als erster Penaltyschütze getroffen hatte, warTorhüter Stefan Wegmann. Der Keeper bewies Nervenstärke wie auch sein Team in der Schlußphase der regulären Spielzeit und ließ im Penaltyschießen keinen Gegentreffer zu.
"Diesen Sieg vor dieser großartigen Kulisse hat sich unsere tüchtige Mannschaft redlich verdient. Bei den knappen Ergebnissen der letzten Wochen wäre er allerdings schon viel früher möglich gewesen", resümierte ESVB-Vorsitzender Konrad Böhner, ehe er auf die nächste Heimaufgabe am Freitag abend um 19.3O Uhr blickte: "Das Spiel war beste Werbung für das Derby gegen den ERC Selb!" Ein sichtlich gerührter ESVB-Trainer Wilbert Duszenko nahm an der Bande die Glückwünsche der Vorstandschaft und Zuschauer entgegen. "Das war das beste erste Drittel unserer Mannschaft in dieser Saison. Leider sind wir im zweiten Drittel etwas ins Wackeln geraten. Letztlich hoffe ich, daß uns dieser Sieg ein Stück weiterhilft", setzt der Coach auf das gestärkte Selbstvertrauen seiner Truppe, die sich in kämpferischer Hinsicht ein Gesamtlob verdiente. Dennoch übersah der Trainer im Glücksgefiihl nicht so manchen Schwachpunkt: "Unser erster Block hat drei Gegentore kassiert, daran müssen wir arbeiten. Sehr zufrieden war ich allerdings mit der Leistung unseres dritten Blocks." Er war ohne Gegentreffer geblieben und hatte in der 5. Minute das wichtige 1:1 markiert. Nach einem Musterpaß von Bartos bewies Schwindl bei seinem Alleingang Vollstreckerqualitäten und versetzte den schwedischen Torhüter Eriksson elegant. Damit war der Fehlstart ausgebügelt worden, als ESVB-Keeper Wegmann beim 0:1 nicht sonderlich gut ausgesehen hatte. Der Ausgleich beflügelten offensichtlich die Aktionen der Einheimischen, die hernach mit Erfolg das Angrfffsspiel der Westsachsen blockierten und im ersten Abschnitt nur noch wenige konstruktive Aktionen des Aufstiegsrundenanwärters zuließen. Mit verbessertem Powerplay gelang Tuominen (13.) das 2:1 und der ESVB hatte das Geschehen kurzzeitig im Griff, weil Torwart Wegmann mit tollen Reflexen gegen Henkel (14.) und Losch (16.) Sicherheit ausstrahlte.
Packende Szenen vor beiden Toren bescherte der zweite Durchgang. Bei einem Schuß von ETC-Stürmer Prada tanzte die Scheibe kurz vor der Linie (26.), ehe Verteidiger Doll in der 28. Minute mit mutigem Körpereinsatz abwehrte, als Shaver und Sekera Maß genommen hatten. Mit einer sehenswerten Einzelaktion erzielte der einsatzfreudige Meixner noch in dieser Minute das 3 : 1. Mit etwas Glück hätten Toivola, Rudberg und Laituri während einer Drangphase in der 30. Minute sogar das 4:1 besorgen können. Crimmitschau fand allerdings wieder zum Spiel zurück. Mit einer Portion Glück stocherte Rohrbach den Puck über die Torlinie zum 2:3 und animierte damit seine Kameraden zu mehr Tatendrang. Unter Druck wuchs die Fehlerquote beim ESVB an, der sich aber ohne weiteres Gegentor in die zweite Pause rettete. Im Schlußdrirtel schien das Spiel zugunsten des Favoriten zu kippen, als Weiß einen Bilderbuchkonter mit einem Hammer unter die Latte das 3:3 (47.) abschloß und Shaver in der 50. Minute die Gäste erstmals in Front brachte. Der ESVB nutzte allerdings in der 54. Minute auch seine zweite Überzahlchance.
Die Schlußminuten waren nichts für schwache Nerven. Unter Dauerdruck hatte die Defensive und TWWegmann Schwerstarbeit zu leisten und Glück, als unmitttelbar vor einem Treffer der Gäste das Spiel schon abgepfiffen war. ETC-Verteidiger Weiß schlenzte in der vorletzten Minute die Scheibe über den am Eis liegenden Wegmann an die Latte, ehe Weiß in der Verlängerung nur den Pfosten traf
ESV Bayreuth: Wegmann - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann -Rudberg, Sevcik, Bämreuther; Tuominen, Boxer; Heubach, Ponitz, Schwindl; Trolda.
ETC Crimmitschau: Erikison - Winstanley, Ollila; Sebek, Weiß; Solf, Maaß; Krüger - Steinbock, Heine, Henkel; Sekera, Shaver, Rohrbach; Losch, Prada, Schulz; Schröder.
SR: Drews (Regensburg) ;
Zuschauer: 3300;
Strafminuten: Bayreuth 10, Crimmitschau: 8.
Tore: 0:1 (4.) Henkel (Steinbock, Winstanley), 1:1 (5.) Schwindl (Bartos), 2:1 (13.) Tuominen (Toivola, Boxer - 5 gegen 4), 3:1 (28.) Meixner (Toivola, Tuominen 4 gegen 4), 3:2 (34.) Rohrbach (Shaver), 3:3 (47.) Weiß (Sekera, Rohrbach), 3:4 (50.) Shaver (Rohrbach, Sekera), 4:4 (53.) Sevcik (Laituri, Rudberg - 5 gegen 4)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth