Penalty-Krimi ohne "Happy End" für ESVB

Selber 6:5-Derbysieg nach Torgeschenken auf beiden Seiten / "Tigers" verspielten 3:1-Führung leichtfertig

Von Siegfried Zerrenner
Auch im vierten Saisonanlauf wartete Erstligist ESV Bayreuth vergeblich auf seinen ersten Derbysieg gegen den ERC Selb. Nach einem Penalty-Krimi ohne "Happy-End" unterlagen die Gastgeber mit 6:5 (3:3, 1:1, 1:1), nachdem nur Toivola getroffen hatte. Selb kann die Einbuße eventuell die "Fahrkarte" zur Bundesliga-Aufstiegsrunde kosten.

Der Auftakt war typisch für das Derby: Selbs erster Schuß auf das ESVB-Tor nach nur 41 Sekunden brachte prompt die Führung für die Gäste, deren Ersatztorhüter Guth (für den grippekranken Niininen) sich acht Sekunden später beim ebenfalls vermeidbaren 1:1 "revanchierte". Auf beiden Seiten wuchs die Fehlerquote an und jedes Team verteilte Geschenke wie zu Weihnachten. So schienen die Wagnerstädter nach dem haltbaren 3:1 in der 16. Minute auf der Erfolgsspur, doch mit Stockfehlern in Serie brachte man die Porzellanstädter wieder ins Spiel zurück, zumal die Einheimischen in der Defensive mitunter die Übersicht verloren. Beim 2:3-Anschlußtor bedankte sich der völlig freistehende Ex-Weltmeister Lala für die "Freundlichkeit", ehe ESVB-Neuzugang Tuominen persönlich noch einen "draufsetzte". In Überzahl leistete der Finne mit einem kapitalen Schnitzer die Vorarbeit zum Ausgleich in der 20. Minute.
Die Überzahltrumpfkarte des letzten Spieles gegen Crimmitschau stach auch im zweiten Drittel nicht, zumal die nervösen "Tigers" nicht an die starke Leistung vom Sonntag anknüpfen konnten. Mit Einzelaktionen war nicht viel auszurichten gegen die routinierten Selber, die auch ihren verletzten Stürmer Dimbat ersetzen mußten. Sie hatten zunächst die zwingenderen Chancen. Bei einer Laituiri-Strafzeit verfehlte Bozek (25.) ganz knapp, ehe Friesen in der 29. Minute nur den Pfosten traf. Als Asanger für zwei Minuten auf die Strafbank mußte, profitierte der energisch nachsetzende Ponitz von der schwachen Abwehr des Selber Keepers und vollstreckte im zweiten Versuch.
Höhepunkt einiger ruppiger Szenen war die 34. Minute. Selbs Ex-Nationalstürmer Ahne drosch nach einem Stockfoul von Heubach mit beiden Fäusten auf den ESVB-Stürmer ein und handelte sich dabei eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein. Der Gast ließ sich dadurch aber nicht aus der Fassung bringen und markierte nach klugem Powerplay den erneuten Ausgleich.
Im Schlußdrittel waren beide Mannschaften sichtlich um mehr Stabilität in der Defensive bemüht und reduzierten die Eigenfehler. Die "Tigers" erzielten zwar optische Vorteile, doch auch bei zwei Überzahlgelegenheiten waren zwingende Möglichkeiten Mangelware. Besser machten es die Gäste, die nach umstrittenen Strafzeiten gegen Bartos (50.) und Doll (51.) ein 5:3-Powerplay ruhig ausspielten und den Torschützen Lala (51.) geschickt in Schußposition brachten. Der ESVB bestrafte anschließend eine Mazanec-Strafzeit mit dem verdienten Ausgleich, um den in den Schlußminuten aber gebangt werden mußte. In der Verlängerung übersah der Schiedsrichter eine Strafzeit gegen Selb, bei denen Lala zweimal knapp verfehlte.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann - Rudberg, Sevcik, Asanger; Toivola, Tuominen, Boxer; Heubach, Ponitz, Schwindl; Trolda.
ERC Selb:
Niininen - Badovcek, Chambers; Porzig, Hanft; Merges - Hördler; , Bozek, Grögor; Mazanec, Lala, Friesen; Hermann, Ahne, König.
SR: Brill (Zweibrücken);
Zuschauer: 2200;
Strafminuten: Bayreuth 14, Selb 16 plus 5 plus Spieldauerd. gegen Ahne.
Tore: 0:1 (1.) Grögor, 1:1 (1.) Boxer (Meixner, Bartos), 2:1 (8.), Schwindl (Ponitz, Heubach), 3:1 (16.) Toivola (Boxer, Meixner), 3:2 (18.) Lala (Friesen, Mazanec), 3:3 (20.) Bozek - 4 gegen 5, 4:3 (34.) Ponitz (Laituri, Doll - 4 gegen 5), 4:4 (36.) Lala (Bozek - 4 gegen 3), 4:5 (51.) Lala (Chambers - 5 gegen 4), 5:5 (54.) Rudberg (Toivola, Boxer - 5 gegen 4).

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth