Anschlußtreffer fiel zu spät

ESVB verpaßte Punkt in Deggendorf knapp mit 3:4 / Starker Junioren-Torwart

Von Reinhold Baier
und Eberhard Spaeth

Komplimente waren wieder einmal das einzige, was der ESV Bayreuth von einem Auswärtsspiel in der 1. Eishockey-Liga Süd mit auf die Heimreise nehmen konnte. Selbst beim klar favorisierten Tabellenzweiten Deggendorfer EC war er gestern abend nicht weit von einem Punktgewinn entfernt, aber letztlich fiel sein Anschlußtreffer 37 Sekunden vor der Schlußsirene zu spät, um die 3:4 (0:1, 2:2, 1:1)-Niederlage noch abwenden zu können.

Immerhin dürften die Bayreuther auch mit dieser Leistung wieder einen Schritt näher an ihr Ziel gekommen sein, mit einem gefestigten Mannschaftsgefüge in die Qualifikation zu gehen. Daran sollten nun auch die beiden letzten Aufgaben der Hauptrunde nichts mehr ändern, wenn der ESVB am Freitag um 20 Uhr beim ERC Haßfurt antritt und dann am Sonntag um 18 Uhr (einheitlicher Beginn aller Spiele) den EV Weiden erwartet.
Für die Moral der Bayreuther sprach nicht zuletzt die Tatsache, daß sie gestern die kurzfristige Verschlechterung ihrer Außenseiterchance wegsteckten. Plötzlich stand nämlich nur noch Junior Oliver Schmidt als einziger Torwart zur Verfügung, weil Stefan Wegmann durch einen Hundebiß (!) außer Gefecht gesetzt worden war. Zudem scheiterte der Versuch, den noch im Aufbautraining stehenden Dietmar Habnitt spontan wenigstens als Ersatzmann für den Notfall zu aktivieren, weil der darauf natürlich nicht vorbereitete Routinier nicht zu erreichen war.
Nicht zuletzt der Nachwuchs-Schlußmann hatte dann jedoch großen Anteil daran, daß sich die Bayreuther den Respekt der Gastgeber verdienten. Die Deggendorfer hatten zwar von Anfang an optische Vorteile, aber der ESVB nutzte jede Gelegenheit zu eigener Initiative. In der 15. Minute hatten die Gäste soger die bis dahin größte Chance zur Führung, als der gerade von der Strafbank kommende Laituri einen Alleingang von Rudberg einleitete. Der Schwede konnte den einheimischen Torwart Burkhardt jedoch nicht überwinden. So ging der ESVB schließlich doch mit einem Rückstand in die Kabine, denn Crombeen schloß in der 18. Minute ein Break mit einem unhaltbaren Schlagschuß aus halbrechter Position ab.
Auch nach dem zweiten Durchgang gab es für die Bayreuther einigen Grund, um mit dem knappen Rückstand unzufrieden zu sein. Zum einen wäre nach dem 1:1 durch Toivola vielleicht sogar eine nachhaltige Wende möglich gewesen, als Heubach noch in der selben Minute mit einer guten Chance zur Führung an Burkhard scheiterte. Zum anderen vergaben die Gäste die Möglichkeit nach dem zweiten Ausgleich durch Ponitz den Gleichstand über die verbleibenden knapp zwei Minuten bis zur zweiten Pause zu retten. Genau 13 Sekunden vor dem Ende des Drittels gelang Goodall die erneute Führung für die Deggendorfer.
Vorentscheidende Bedeutung hatte letztlich das einzige Überzahl-Tor der Partie, das die Niederbayern zehn Minuten vor Schluß mit 4:2 in Führung brachte. Die verstärkten Bemühungen des ESVB in der Offensive hatten erst 37 Sekunden vor Schluß Erfolg (noch ohne sechsten Feldspieler), als der auffällige Boxer zum Anschlußtor traf.
Einen besonders starken Gesamteindruck hinterließen die Gäste in der Defensive. Vor allem ließen sie den kanadisch geprägten ersten Sturm der Deggendorfer nicht wie gewohnt zur Geltung kommen. Spielerisch ansprechend wirkte beim ESVB das Powerplay, dem es dann allerdings meist am konsequenten Abschluß fehlte.
Deggendorfer EC:
Burkhardt - Wood, Andersson; Borberg, Tischler; Weber, Weinzierl - Goodall, Crombeen, Hogan; Vanik, Kindeev, Fical; Kulzer, Greilinger, Penzkofer.
ESV Bayreuth:
Schmidt - Laituri, Doll; Zimmermann, Bartos; Weingran, Meixner - Rudberg, Sevcik, Asanger; Toivola, Tuominen, Boxer; Heubach, Ponitz, Schwindl; Trolda.
SR: Bendl (Planegg);
Strafminuten: Deggendorf 10, Bayreuth 10;
Zuschauer: 1032.
Tore: 1:0 (18.) Crombeen, 1:1 (27.) Toivola (Sevcik), 2:1 (35.) Vanik, 2:2 (39.) Ponitz, 3:2 (40.) Goodall, 4:2 (50.) Penzkofer (5 gegen 4), 4:3 (60.) Boxer.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth