Chancenverwertung das Manko

ESVB-Team nach guten Ansätzen im Schlußdrittel von Haßfurtern vorgeführt - 4:9

EISHOCKEY
Von Volker Hensel
und Herbert Steininger
Die Chancenverwertung blieb gestern abend das große Manko im Team des ESV Bayreuth: Nach einer 2:0-Führung und guten Ansätzen im zweiten Abschnitt gab es am Ende doch noch eine 4:9 (2:3, 1:2, 1:4)-Niederlage im Nachbarduell beim ERC Haßfurt, wobei die Duszenko-Truppe im Schlußdrittel fast vorgeführt wurde.

Losgelegt hatten die Bayreuther "wie die Feuerwehr", waren aggressiv und profitierten bei ihren ersten beiden Treffern durch Asanger (2.) und Sevcik (4.) von der anfänglichen Haßfurter Nervosität. Doch von diesem 0:2-Schock hatten sich die Einheimischen schnell erholt. Schon in der 7. Minute war binnen 24 Sekunden die Führung der Duszenko-Truppe dahin, wobei Habnitt-Stellvertreter Wegmann beim 2:2 nicht den besten Eindruck hinterließ, als Prochazka per Rückhandschlenzer traf. ESVB-Coach Wilbert Duszenko war zum Handeln gezwungen: Für Wegmann ging Nachwuchskeeper Schmidt zwischen die Pfosten und hatte gleich genügend Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, da die Wagnerstädter kaum mehr aus ihrem Drittel herauskamen. Beim 3:2 (9.) nach einer Klassekombination war auch er machtlos.
Offenbar hatte sich der ESVB-Trainer seine Schützlinge in der Drittelpause "zur Brust genommen", denn den zweiten Abschnitt gingen sie wie verwandelt an. Nicht unverdient glichen sie in Überzahl durch ihren agilsten Stürmer Sevcik aus (25.), 60 Sekunden später vergaben nacheinander Rudberg und Boxer sogar die mögliche Führung. Statt dessen brachte ein Lindmark-"Kracher" aus dem Hintergrund die Haßfurter fast postwendend wieder in Front. Und ähnlich eine Situation in der 39. Minute: Sevcik hatte den erneuten Gleichstand am Schläger, und fast im Gegenzug erhöhte Routinier Fiesel auf 5:3.
Mit dem schnellen 6:3 nur 1:24 Minuten nach Wiederanpfiff war eine Vorentscheidung gefallen. Die Unterfranken dominierten das Geschehen nunmehr nach Belieben, der erneute ESVB-Anschlußtreffer durch Bärnreuther war lediglich auf eine Unkonzentriertheit zurückzuführen. Letztlich konnten die Bayreuther froh sein, nicht noch höher verloren zu haben.
ERC Haßfurt:
Kuhnekath - Maly, Forster; Barnes, Krause; Granquist, Prochazka - Lindmark, Koslowski, Goodall; Fiesel, Barnowski, Svejda; Heinke, Tabor, Mix; Heinisch, Pokorny.
ESV Bayreuth:
Wegmann (ab 7. Schmidt) - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann - Trolda, Rudberg, Ponitz; Sevcik, Boxer, Asanger; Toivola, Heubach, Schwindl; Bärnreuther.
SR: Sander (Peiting);
Zuschauer: 1200;
Strafminuten: Haßfurt 8, Bayreuth 2.
Tore: 0:1 (2.) Asanger (Trolda), 0:2 (4.) Sevcik (Rudberg, Bartos), 1:2 (7.) Goodall (Lindmark, Fiesel), 2:2 (7.) Prohaska (Goodall, Lindmark), 3:2 (9.) Mix (Koslowski, Heinke), 3:3 (25.) Sevcik (Bartos - 5 gegen 4), 4:3 (28.) Lindmark (Fiesel, Goodall), 5:3 (40.) Fiesel (Goodall, Prochazka), 6:3 (42.) Goodall (Lindmark), 6:4 (46.) Bärnreuther (Asanger), 7:4 (50.) Lindmark (Fiesel, Goodall), 8:4 (56.) Tabor (Granquist, Heinisch), 9:4 (60.) Goodall (Barnes - 4 gegen 5).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth