Teams verweigerten Rückkehr aufs Eis

Derby ESVB - Weiden endete mit Spielabbruch in der 43. Minute / Schiedsrichter überfordert / Neuansetzung?


Mit einem Skandal endete das Nachbarderby der Qualifikation zur 1. Liga Süd zwischen ESV Bayreuth und dem EV Weiden. Nach einer vom schier überforderten Schiedsrichter Klauser aus Schongau ausgelösten Strafzeitenflut mit einer Serie von Fehlentscheidungen gegen beide Teams schien das Duell im Schlußdrittel regelrecht zu eskalieren. Der unrühmliche Höhepunkt in der 43. Minute: Nach einer umstrittenen Spieldauerdisziplinarstrafe gegen ESVB-Verteidiger Laituri warfen Zuschauer Gegenstände auf die Eisfläche. Der "Schiri" ließ das Eis neu bereiten, doch die Teams kehrten nicht mehr zurück.

Ein Kompliment den Verantwortlichen auf beiden Seiten, die in dieser hektischen Situation Besonnenheit zeigten und so möglicherweise Ausschreitungen der aufgebrachten Fans aus beiden Lagern verhinderten. "Wir haben uns im beiderseitigen Einvernehmen geeinigt, einen Antrag beim Deutschen Eishockey-Bund zu stellen, mit der Bitte, das Spiel unter Verzicht der ausgesprochenen Strafen neu anzusetzen", erklärte ESVB-Vorsitzender Konrad Böhner, der anschließend ergänzte. "Die gemeinsame Zusatzmeldung wurde von beiden Spielführern unterschrieben."
Der 2. Vorsitzende des EV Weiden, Dr. Markus Hummel, meinte: "Ich betone, daß diese Entscheidung gemeinsam getragen wird. Der Deutsche Eishockey-Bund soll diese Entscheidung als Zeichen verstehen, daß sich die Vereine nicht jede Schiedsrichterleistung gefallen lassen müssen. Die Schiedsrichter werden teuer von den Vereinen bezahlt, insofern besteht auch ein Anspruch auf eine reguläre Spielleitung. Aus meiner Sicht bestand keinerlei Veranlassung, solche Strafen auszusprechen."
"Das Spiel war nicht fortzusetzen, weil die Sicherheit der Spieler nicht mehr gewährleistet war. Uns wurde ein reguläres Penaltytor aberkannt", resümierte ESVB-Trainer Wilbert Duszenko. Der Coach weiter: "Auch der Verband hat eine Fürsorgepflicht den Spielern gegenüber." Und ESVB-"Kapitän" Anton Doll sagte: "Ich hatte den Schiri früh gewarnt, daß er das Spiel so außer Kontrolle verlieren würde."
Bereits die ersten Szenen im ersten Drittel ließen ein hartes Kampfspiel vermuten. Den besseren Start erwischten dabei die Weidener, die nach 138 Sekunden die 1:0-Führung vorlegten. Sie nutzten den Umstand, daß der eben erstmals aufs Eis geschickte dritte ESVB-Block in der Defensive die Übersicht verloren hatte. Die "Tigers" benötigten acht Minuten, ehe sie ihre ersten Chancen verzeichneten und Druck machten. Mit einer Blitzaktion erzielte Rudberg den verdienten Ausgleich, während Laituri (8.) und Toivola (16. und 19.) am starken Torwart Haider scheiterten.
Im zweiten Drittel bestimmte mehr oder weniger der Schiedsrichter das Geschehen, der mit seinen Strafzeiten für lautstarke Empörung auf den Rängen sorgte. 12 Sekunden nach der Weidener Führung verhängte er gegen Weiden einen Penalty, als Rudberg von hinten attackiert wurde. Rudberg "hämmerte" den Strafstoß unter die Latte, doch der Unparteiische wertete diesen Treffer nicht. Bei einem Handgemenge schickte er in der 36. Minute EVW-Verteidiger Jonak mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis, ehe ESVB-Verteidiger Laituri in der 43. Minute folgte.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Doll; Meixner, Bartos; Zimmermann - Weingran, Ponitz, Boxer; Toivola, Sevcik, Rudberg; Trolda, Schwindl, Asanger.
EV Weiden:
Haider - Gschwill, Gaus; Duris, Jonak; Felsch, Gaus - Müller, Millen, Cumming; Blazyczek, Hlinka, Pastika; Robl, Stetter, Kutzer; Raß.
SR: Klauser (Schongau);
Zuschauer: 1400;
Strafminuten: Bayreuth 20 plus 10 gegen Toivola (Unsportlichkeit), plus 5 plus Spieldauerd. gegen Laituri (Stockendenstich); Weiden 20 plus 10 gegen Cumming (unnötige Härte), plus 10 gegen Millen (Unsportlichkeit), plus 5 plus Spieldauerd. gegen Jonak (Stockendenstich).
Tore: 0:1 (3.) Stetter, 1:1 (13.) Rudberg (Sevcik, Laituri - 4 gegen 4), 1:2 (30.) Hlinka (Jonak), 2:2 (38.) Meixner (Asanger, Schwindl - 4 gegen 4),



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth