Ausgleich "lag" in der Luft

ESVB vermißte bei 3:4-Derbyniederlage in Selb einen kaltschnäuzigen Vollstrecker

EISHOCKEY
Die Kaltschnäuzigkeit im Abschluß war das entscheidende Plus des ERC Selb im Oberfrankenderby der Qualifikationrunde zur 1. Liga Süd: Beim knappen 3:4 (1:2, 0:2, 2:0) lag in der Schlußphase ein Ausgleich des kampfstarken ESV Bayreuth regelrecht in der Luft.

Einen optimalen Start verzeichneten die Gäste: Durch ein Überzahltor lagen sie bereits nach 35 Sekunden mit 1:0 in Front, als Toivola einen präzisen Asanger-Querpaß vollstreckte. ERC-Verteidiger Badovcek hatte erst 15 Sekunden vorher auf der Strafbank Platz genommen. Doch die Freude im ESVB-Lager währte nur 74 Sekunden: Nach zwei Abwehraktionen mußte sich TW Wegmann, der erneut den grippekranken Habnitt vertrat, bei einem gekonnten Bozek-Schuß unter die Latte geschlagen geben.
Im schnellen, abwechslungsreichen Derby verzeichneten die Selber ein leichtes spielerisches Übergewicht und letztlich auch die zwingenderen Chancen. Die 2:1-Führung ging in Ordnung, wenngleich dieser Treffer durch größere Konzentration der Gäste in der 7. Minute vermeidbar gewesen wäre. Die Verteidiger Zimmermann und Weingran waren regelrecht überlaufen worden. Der umsichtige König bediente den freistehenden Grögor, der Wegmann keine Chance ließ.
Die beste Chance zum Ausgleich bot sich dem in der 10. Minute durchgebrochenen Boxer, doch TW Niininen wehrte mit einer Glanztat ab. Bei Selb ließ Bozek (18.) nach einem Fehlpaß der Gäste eine hundertprozentige Möglichkeit ungenutzt verstreichen.
Auch der zweite Abschnitt begann mit einem offenen Schlagabtausch, wobei die Defensive auf beiden Seiten mitunter vernachlässigt wurde. Kein unbekanntes "Bild" für die "Tigers": Sie gingen zwar engagiert zu Werke, doch vor dem ERC-Gehäuse agierten sie unglücklich und ohne Durchschlagskraft. So blieb Sevcik (26.) ebenso ohne Abschluß wie Ponitz und Heubach (28.) im dritten Block. Nur eine Minute später folgte die kalte Dusche, als Ex-Weltmeister Lala seine Routine aufblitzen ließ und TW Wegmann den Puck durch die Schoner zum 3:0 ins Tor schlenzte. Friesen hatte wenig später das 4:1 auf dem Stock, ehe beide Teams nach Ruppigkeiten Strafzeiten kassierten. Eine glasklare Möglichkeit konnte ERC-Verteidiger Badovcek (37.) nicht nutzen. Just während einer Drangphase der Wagnerstädter schafften die "Wölfe" das vorentscheidende 4:1. Bozek hatte in der eigenen Hälfte einen Paß "abgelauscht" und seinen Alleingang clever abgeschlossen.
Alles auf eine Karte setzte der ESVB im Schlußdrittel. Und nach dem 4:2, als der schnell reagierende Sevcik die ERC-Verteidiger Hanft und Porzig schlecht aussehen ließ, schien alles wieder offen. Doch bei Strafzeiten gegen die einheimischen Herrmann (43.) und Bozek (48.) blieb das Überzahlspiel mäßig. Als Sevcik nach einem Paß von Bärnreuther (für den angeschlagenen Ponitz) in der 57. Minute den Anschlußtreffer markierte, schien ein Ausgleich möglich, zumal ERC-Verteidiger Porzig 85 Sekunden vor Schluß auf die Strafbank mußte. Doch Selbs Routiniers behielten klaren Kopf. Auffällig agierte beim ESVB der starke "Sevcik"-Block.
ERC Selb:
Niininen - Badovcek, Merges; Porzig, Hanft; Chambers, Drenkhahn; Zilinski - Lala, Mazanec, Friesen; Ahne, Dimbat, Bozek; König, Grögor, Herrmann.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Zimmermann, Weingran - Toivola, Coté, Asanger; Rudberg, Sevcik, Boxer; Heubach, Schwindl, Ponitz; Bärnreuther, Trolda.
SR: Geier (Buchloe);
Zuschauer: 2100;
Strafminuten: Selb 16, Bayreuth 8.
Tore: 0:1 (1.) Toivola (Asanger - 5 gegen 4), 1:1 (2.) Bozek (Lala), 2:1 (7.) Grögor (König), 3:1 (30.) Lala (Merges), 4:1 (39.) Bozek (Alleingang), 4:2 (42.) Sevcik (Boxer), 4:3 (57.) Sevcik (Bärnreuther).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth