ESVB bleibt Kandidat für die 1. Liga Süd

 

»Tigers« stürzen Spitzenreiter Waldkraiburg mit überzeugendem 4:1-Sieg / Lohn für lobenswertes Engagement

 

Kann der nach den letzten Heimauftritten schon fast abgeschriebene ESV Bayreuth doch noch den Kopf aus der Abstiegsschlinge ziehen? Zwei Tage nach dem 4:1 bei den bis zu diesem Zeitpunkt unbezwungenen Miesbachern ernteten die »Tigers« auch vor eigenem Publikum den Lohn für ihr lobenswertes Engagement und entthronten mit einem überzeugenden 4:1 (2:1,2:0,0:0)-Sieg den bisherigen Spitzenreiter der Qualifikationsgruppe A, EHC Waldkraiburg.

 

Die Auswirkungen des erst zweiten 6-Punkte Wochenendes in dieser Saison sind für die Wagnerstädter positiv. Durch den gleichzeitigen 5:4-Sieg des Nachbarrivalen ERC Selb über den TEV Miesbach (11 Punkte) verbesserten sich die Bayreuther (13 Zähler) auf den vierten Tabellenplatz, der im Augenblick für die Rückkehr in die 1. Liga Süd genügen würde. Diese Position gilt es zum Saisonfinale zu verteidigen. Nach dem spielfreien Freitag wartet am Sonntag die Auswärtshürde beim EHC Bad Aibling, ehe zum Ausklang ein Derby-Wochenende mit Duellen gegen den ERC Selb (26. März) und in Weiden (28. März) auf dem Plan steht.

Eins gleich vorweg: In dieser Verfassung sind die zuletzt arg gerupften »Tigers« tatsächlich wieder ein ernsthafter Kandidat für die 1. Liga. Mit aggressivem Forechecking wurde den Oberbayern kein Platz zum sinnvollen Spielaufbau gegeben. Nach verlorenen Zweikämpfen wurde sofort beherzt nachgesetzt und auch mit Körpereinsatz wurden die Gäste wirkungsvoll abgedrängt. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, weil diese Qualitäten in den letzten Wochen schon vergessen schienen. Speziell der in dieser Beziehung zuletzt kritisierte Rudberg war nicht wiederzuerkennen. Ein weiterer positiver Punkt war das couragierte Auftreten des dritten Blocks. Das Sturmtrio Trolda, Schwindl, Asanger rackerte vorbildlich, wirkte homogen und arbeitete effektiv. Junior Trolda entwickelt sich allmählich zum Aktivposten. Er erfüllte seine taktische Order und war bei zwei Treffern beteiligt. Beim 1:0 sprang die Scheibe nach einem Trolda-Hammer von der Plexiglasbande ins Feld zurück und der in den Zweikämpfen ehrgeizige Asanger drückte ins leere Tor ein, nachdem Gästekeeper Hochhäuser kurzzeitig die Übersicht verloren hatte. Beim wichtigen 4:1 hatten Trolda und Schwindl energisch um jeden Zentimeter vor dem Gästetor gekämpft, ehe Schwindl den Torschützen Bärnreuther clever bediente. Lediglich die Verteidiger Weingran und Zimmermann »wackelten« im dritten Block mitunter beträchtlich.

Als Erfolgsgarant erwies sich auch Torhüter-Routinier Habnitt, der sich in kritischen Phasen als sicherer Rückhalt erwies. Er entschärfte im ersten Drittel zwei hundertprozentige Möglichkeiten des Überraschungs-Zweitligisten, als er gegen die auffälligen Draxler (12.) und Olson (17.) jeweils per Fußabwehr klärte und auch im zweiten Abschnitt bei Chancen von Ex-Nationalspieler Bernd Truntschka (27.) und Loschkin (31.) ein Aufbäumen der Gäste zunichte machte. Fast im gegenzug markierte Rudberg in Überzahl das vorentscheidende 3:1, nachdem er schon beim 2:0 als Torschütze in Unterzahl geglänzt hatte. Er »lauschte« dabei einen Paß der Waldkraiburger ab, zeigte Durchsetzungsvermögen gegen zwei EHC-Verteidiger und brillierte mit einem tollen Abschluß. Die beste Fleißnote in diesem Sturm verdiente sich erneut der rackernde Sevcik, der weite Wege nicht scheute und in der 55. Minute sogar kurz vor der eigenen Torlinie rettete. »Es ist schon beachtlich, welches Team Anton Doll und Knut Pleger in kurzer Zeit zusammengeschweißt haben«, verteilte Gästetrainer Gerd Wittmann nach der Schlußsirene Komplimente. »Bayreuth wirkte spritziger und konzentrierter als mein Team das kräftemäßig Tribut zollen mußte«, analysierte der Coach, während Spielertrainer Doll meinte: »Wir dürfen nicht abheben in den nächsten Tagen gut trainieren und die Leistung bestätigen.«

ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann - Toivola, Coté, Bärnreuther; Rudberg, Sevcik, Boxer; Trolda, Schwindl, Asanger.
EHC Waldkraiburg:

Hochhäuser - Nylander, Maidl; Rupprecht, Niedermeyer; Elters - Olson, Truntschka, Rohrhofer; Draxler, Anders, Loschkin; Sicorschi, Kremer

SR: Bettermann (Miesbach);
Zuschauer: 1293;
Strafminuten: Bayreuth 16, Waldkraiburg 10;
Tore: 1:0 (8.) Asanger (Trolda, Schwindl), 2:0 (14.) Rudberg - 4 gegen 5, 2:1 (14.) Nylander (Draxler 5 gegen 4), 3:1 (31.) Rudberg (Boxer, Sevcik - 5 gegen 4), 4:1 (38.) Bärnreuther (Trolda, Schwindl).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth