Überzahltore und Defensivstärke

Mit diesen Trümpfen errang der ESVB den wichtigen 2:1-Sieg beim EHC Bad Aibling


Mit einem typischen "Arbeitssieg" hat der ESV Bayreuth seine Aussichten auf den Klassenerhalt in der 1. Liga Süd gewahrt. Das 2:1 (1:0, 1:0, 0:1) gestern abend beim EHC Bad Aibling resultierte weniger aus spielerischem Glanz, als aus Defensivarbeit und Verwertung von zwei Überzahl-Chancen.

Trotzdem mußte der ESVB den rettenden vierten Tabellenplatz abgeben, weil sein Rivale TEV Miesbach am Wochenende sechs Punkte holte. Der Erfolgsdruck für das Saisonfinale am Freitag um 19.30 Uhr gegen ERC Selb und am Sonntag um 18 Uhr beim EV Weiden ist also unverändert.
Die kämpferischen Elemente prägten die Partie von der ersten Minute an. Die Chancen waren dabei über weite Strecken recht gleich verteilt, wenn auch unterm Strich mit leichten Vorteilen für Bad Aibling. Vor allem am Ende des ersten Drittels stand das ESVB-Tor mehrfach im Brennpunkt, aber Torwart Habnitt behielt auch in kritischen Situationen den Überblick.
Im zweiten Abschnitt wirkten die Aktionen auf beiden Seiten trotz des abwechslungsreichen Szenenwechsels meist "brotlos". In letzter Konsequenz behielten bei den intensiv geführten Zweikämpfen auf beiden Seiten stets die Verteidiger die Oberhand. Vor allem Habnitt konnte sich jetzt in fast allen Lagen auf den Einsatz seiner Vorderleute verlassen, zumal sich die einheimischen Stürmer in einigen Situation anscheinend auch etwas leichter von der Scheibe trennen ließen. Die zahlreicheren Szenen vor dem ESVB-Tor waren somit insgesamt nicht gefährlicher als die Bayreuther Vorstöße, die zu einem größeren Teil einen gezielten Abschluß hatten. Dabei zeichnete sich der einheimische Torhüter Häusler wiederholt aus.
Der entscheidende Unterschied, der die 2:0-Führung der Gäste rechtfertigte, lag aber im Überzahlspiel. Während Bad Aibling kaum einmal zu geordnetem Powerplay-Aufbau kam, nutzten die Bayreuther zwei gegnerische Strafen zum Torerfolg. Sevcik und Rudberg leisteten dabei jeweils die Vorarbeit für Boxer bzw. Meixner.
Nach der zweiten Pause überraschten die Bayreuther mit einem Torwart-Wechsel. Wie Spielertrainer Anton Doll nach dem Spiel erklärte, habe Habnitt wegen Problemen an seinen Schlittschuhen auf der Bank Platz nehmen müssen. Der eingewechselte Wegmann konnte sich zwar gleich in der ersten Minute mit einer Glanzparade auszeichnen, als Schneider unmittelbar vor dem Tor die bis dahin wohl größte Chance überhaupt auf dem Schläger hatte, aber nur eine Minute später war er geschlagen. Kopecky stocherte die Scheibe im Nachsetzen zwischen den Schonern des Torwarts hindurch über die Linie. Bereits im Gegenzug hätte Rudberg einem Break den Elan der Gastgeber im Keim ersticken können, doch beim Abschluß wurde er von Derkits entscheidend gestört. Die Bayreuther reklamierten dabei vergeblich ein Foul.
Bei verbleibenden 18 Minuten waren die Voraussetzungen für eine Aiblinger Aufholjagd somit praktisch optimal. Der ESVB hemmte den Schwung der Gastgeber aber mit konzentrierter Defensivarbeit, oder störte den Rhythmus durch Forechecking. Für wertvolle Entlastung sorgten auch immer wieder die Vorteile beim Bully. Am Ende gab der ESVB dem Gegner auch keine Gelegenheit zur Einwechslung eines sechsten Feldspielers.
EHC Bad Aibling:
Häusler - Hiemer, Taticek, Krüger, Donbeck, Derkits, Paderhuber - A. Schneider, Wieser, Berwanger, Czerlinski, Till, Flöss, Mach, Kopecky, Scheid, Hieble.
ESV Bayreuth:
Habnitt (41. Wegmann) - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann - Toivola, Ponitz, Bärnreuther; Rudberg, Sevcik, Boxer; Trolda, Schwindl, Asanger; Heubach, Böhner.
SR: Drews (Regensburg);
Strafminuten: Bad Aibling 8, Bayreuth 12;
Zuschauer: 546.
Tore: 0:1 (10.) Boxer (Sevcik, Rudberg - 5 gegen 4), 0:2 (35.) Meixner (Rudberg, Sevcik - 5 gegen 4), 1:2 (42.) Kopecky (Czerlinski).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth