Zweimal drohte Derby-Abbruch

ESVB reicht nach 8:2 über Selb morgen Punkt in Weiden zum Verbleib in der 1. Liga

Von Siegfried Zerrenner
Im achten Anlauf endete die Derby-Negativserie des ESV Bayreuth gegen Nachbarn ERC Selb. Vor fast 3000 Zuschauern schlugen die Wellen der Emotionen in beiden Lagern hoch, ehe die Wagnerstädter mit 8:2 (2:1, 3:0, 3:1) einen wichtigen Sieg unter Dach und Fach brachten, der im Fernduell mit dem gestern bezwungenen TEV Miesbach (2:5 in Bad Aibling) auf den Verbleib in der 1. Liga Süd hoffen läßt.

Die "aufgeladene Atmosphäre" hätte beinahe zum Spielabbruch geführt. 49 Sekunden vor der ersten Drittelsirene ließ Schiedsrichter Bucala vorzeitig das Eis räumen, nachdem nach einer Keilerei zwischen den Bayreuthern Trolda und Zimmermann sowie den Selbern Ahne und Herrmann Gegenstände auf die Eisfläche geworfen wurden. Ein vorzeitiges Ende drohte auch in der 32. Minute, als ERC-Verteidiger Chambers wutentbrannt nach wenigen Sekunden auf der Strafbank zurück auf das Eis stürzte und ESVB-Verteidiger Laituri mit Faustschlägen niederstreckte. Weitere Spieler beider Teams gerieten sich in die Haare und aus dem Selber Fanblock kamen erneut Wurfgeschosse auf die Eisfläche. Die Folge: Der klug reagierende Unparteiische schickte die Teams zum "Abkühlen" in die Kabinen und verhängte anschließend Spieldauerdisziplinastrafen gegen die Selber Chambers und Ahne sowie gegen die einheimischen Laituri und Meixner, die damit morgen in Weiden fehlen. Dabei reicht dem ESVB ein Punkt zum Liga-Erhalt. Toivola mußte in der 36. Minute verletzt vom Eis.
Daß die Selber keine Geschenke an die "Tigers" verteilen wollten, war gleich nach wenigen Sekunden erkennbar, als ERC-Keeper Niininen mit Prachtparaden gegen Rudberg (1.) Sevcik (2.), Schwindl (3.) sowie Laituri und Toivola (jeweils 4.) klärte und der Gast seine erste Überzahlchance zur Führung (9.) nutzte. Sekunden später vereitelte TW Habnitt per Fußabwehr das mögliche 0:2, das Ex-Nationalstürmer Ahne auf dem Stock hatte. Auch Badovcek (13.) scheiterte an Habnitt, ehe mit dem Ausgleich nach einer Rudberg-Blitzaktion hinter dem ERC-Gehäuse (14.) und einen von Trolda abgefälschten Zimmermann-Schuß (17.) das Spiel zugunsten der vorbildlich kämpfenden Wagnerstädter kippte, die freilich bei einem Bozek-Pfosten-Schuß (24.) durchatmen mußten. ERC-Keeper Niininen meisterte vor dem Meixner-"Hammer" zum vorentscheidenden 3:1 (30.) Alleingänge von Rudberg und Boxer, ehe Toivola nach einem feinen Rudberg-Paß mit dem 4:1 (33.) endgültig die Weiden auf Sieg stellte. Selb hatte anschließend durchaus noch Chancen, doch die Aktionen der "Tigers" wirkten zwingender und druckvoller, so daß der Erfolg auch in dieser Höhe in Ordnung geht. Mit einer Ehrenrunde beendete Habnitt in der 58. Minute sein letztes Heimspiel.
Bayreuth:
Habnitt (ab 58. Wegmann) - Laituri, Doll; Bartos, Meixner; Weingran, Zimmermann; Heubach - Toivola, Ponitz, Bärnreuther; Rudberg, Sevcik, Boxer; Trolda, Schwindl, Asanger; Böhner.
ERC Selb:
Niininen - Badovcek, Merges; Porzig, Hanft; Chambers, Drenkhahn; Zielinski - Lala, Mazanec, Friesen; Ahne, Dimbat, Bozek; König, Grögor, Herrmann.
SR: Bucala (Offenbach);
Zuschauer: 2513;
Strafminuten: Bayreuth 16 plus je 5 plus Spieldauerd. gegen Laituri und Meixner, Selb 22 plus 10 Min. gegen Herrmann, plus je 5 plus Spieldauerd. gegen Friesen, Ahne und Chambers.
Tore: 0:1 (9.) Chambers (Badovcek, Friesen - 5 gegen 4), 1:1 (14.) Rudberg (Boxer), 2:1 (17.) Trolda (Zimmermann), 3:1 (30.) Meixner (Bärnreuther, Ponitz - 5 gegen 4), 4:1 (33.) Toivola (Rudberg), 5:1 (40.) Bärnreuther (Doll), Trolda, 6:1 (48.) Schwindl (Asanger), 6:2 (48.) Grögor (Lala), 7:2 (51.) Rudberg (Doll - 5 gegen 3), 8:2 (58.) Schwindl (Zimmermann).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth