Bayreuther Derbysieg nach Penalty-Drama

Kulabuchovs Treffer und Nachtmanns glänzende Torwartleistung sicherten 5:4-Erfolg des ESVB beim ERC Selb


Gleich mit einem dreistündigen "Drama" begann gestern abend die Saison in der Oberliga Süd. Letztlich hatte dabei der ESV Bayreuth im Derby beim ERC Selb nach Penalty-Schießen mit 5:4 (0:0, 3:2, 1:2 / 0:0) das glücklichere Ende für sich. Ein Treffer von Kulabuchov gab dabei den Ausschlag zusammen mit der glänzenden Leistung von ESVB-Torwart Nachtmann.

In der Derby-Atmosphäre fanden die Bayreuther als erste zu ihrer Linie. Ihr 1-Mann-Forechecking störte den Selber Aufbau mitunter wirkungsvoll, und im eigenen Drittel schafften es die Gäste anfangs konequent, Schüsse aus der Nahdistanz zu unterbinden. Auch erste Akzente in der Offensive setzte der ESVB dann während einer Strafzeit von Mazanec (5.). Die erste kritische Situation für den Bayreuther Torwart Nachtmann entstand dagegen eher zufällig: Die von Piechutta gespielte Scheibe prallte so unglücklich an den Schlittschuh des Schlussmanns, dass er nur knapp im Nachfassen auf der Linie ein Eigentor verhindern konnte (9.).
Zwei unmittelbar aufeinander folgende Unterzahlsituationen nach Strafen gegen Kolek und Doll brachten die Bayreuther dann aber bald erstmals ernsthaft in Bedrängnis. Unter dem druckvollen Selber Powerplay rückte Nachtmann immer mehr in den Blickpunkt. Seine größte Tat vollbrachte der Torhüter aber erst unmittelbar nach dem Ablauf der Doll-Strafe, als die Gäste in der Defensive nicht geordnet waren und Lala völlig frei stand. Nachtmann vereitelte diese bis dahin klarste Chance mit einer glänzenden Parade (15.).
Auf der Gegenseite kam der ESVB einer Führung in der 20. Minute am nächsten, als die Scheibe sogar schon im Tor lag. SR Brill erkannte den Treffer von Taborsky aber zu Recht nicht an, weil er im Gedränge vor dem Tor einen hohen Stock gesehen hatte.
Im zweiten Abschnitt zeichneten sich zunächst zunehmende Vorteile für den ERC Selb ab. Die Gastgeber schafften es vor allem, den ersten ESVB-Block kaum ins Spiel kommen zu lassen. Über mehr Spielanteile kamen sie bald auch zu einem deutlichen Übergewicht an Chancen, und selbst in Unterzahl während einer Strafzeit gegen Hanft ließen sie nicht mehr als einen Taborsky-Weitschuss zu. Der Selber Führungstreffer war somit zu diesem Zeitpunkt verdient, als Vosta einen Schuss von Bozek unhaltbar abfälschte. Ganze 19 Sekunden später glich der ESVB zwar aus, als Heinisch einen abgeblockten Taborsky-Schuss im Nachsetzen verwandelte, aber mit dem 2:1 hatten die Gastgeber dann erst einmal "richtig" die Nase vorn. Während einer Taborsky-Strafe benötigten sie nur 33 Sekunden, um ihre insgesamt auffälligen Vorteile im Überzahlspiel mit sehenswertem Abschluss zu nutzen.
Mit Körpereinsatz kämpften sich die Bayreuther dann allmählich ins Spiel zurück, wobei sich auf beiden Seiten die harten Aktionen und die Strafzeiten häuften. Im Endspurt schien der ESVB dann etwas mehr Kraft zu haben. Die Wende zur Führung nach 40 Minuten war aber doch ein wenig glücklich, zumal Bärnreuthers Flachschuss von der linken Seite zum 2:2 nicht unhaltbar erschien. Ein wahrer Paukenschlag war dafür aber das dritte ESVB-Tor 17 Sekunden vor der zweiten Pause: Als sich der erste Block im Angriffsdrittel festgesetzt hatte, verwertete Taborsky (der auffälligste Bayreuther Feldspieler) einen Rückpass mit einem spektakulären Gewaltschuss unter die Latte.
Auf diesem Polster schien der ESVB das letzte Drittel zunächst kontrollieren zu können, zumal der erste Block vor allem dank Synkov mehr Wirkung erzielte. Erst eine Strafe gegen Heinisch stoppte diese Tendenz, denn wiederum nutzten die Selber ihre Stärke im Überzahlspiel nach 54 Sekunden zum Ausgleich. Danach folgte eine sehr starke Phase der Gastgeber, in der sie nicht nur das Führungstor erzielten, sondern sogar Chancen zur Vorentscheidung hatten - darunter zwei etwa 40 Sekunden lange Phasen in 5:3- und 4:3-Überzahl. die klarste aller Chancen hatte dabei Wittig, der am glänzenden Nachtmann scheiterte (52.). Nachdem diese kritische Phase überstanden war, mobilisierten die Bayreuther die letzten Kräfte (Vorbild: Doll) und kamen durch eine Kombination des ersten Blocks zum Ausgleich.
Im Penaltyschießen legte Synkov mit dem ersten Schuss die ESVB-Führung vor, die Vosta als zweiter Selber Schütze ausglich. Dann traf erst wieder Kulabuchov im fünften Durchgang, und Bozek vergab.
ERC Selb: Niininen - Jonak, Wittig; Porzig, Hanft; Grögor, Zielinski - Lala, Mazanec, Vosta; Ahne, Dimbat, Bozek; Hördler, Piechutta, König.
ESV Bayreuth:Nachtmann - Taborsky, Kolek; Zimmermann, Doll; Meixner, Thumm; Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran.
SR: Brill (Zweibrücken);
Strafminuten: Selb 16, Bayreuth 22;
Zuschauer: 3300.
Tore: 1:0 (31.) Vosta (Bozek, Jonak), 1:1 (31.) Heinisch (Taborsky), 2:1 (32.) Vosta (Mazanec, Lala - 5 gegen 4), 2:2 (39.) Bärnreuther (Thumm), 2:3 (40.) Taborsky (Kolek, Heinisch), 3:3 (44.) Dimbat (Bozek, Ahne - 5 gegen 4), 4:3 (48.) Lala (Mazanec), 4:4 (56.) Heinisch (Synkov, Kulabuchov).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth