ESVB-Sprung an die Oberliga-Spitze

Glücklicher 3:2-Arbeitssieg gegen Bad Aibling / Anhänger bangten bis zu Schlusssirene / Taborsky angeschlagen

Die Sensation nach dem zweiten Doppelspieltag der Oberliga Süd ist perfekt: Der Vorjahresletzte ESV Bayreuth stellt das einzige noch ungeschlagene Team dieser Spielklasse und führt nach Favoriten-Stürzen mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle an. Allerdings wurde der Anhang der "Tigers" bis zur Schlusssirene förmlich auf die Folter gespannt, ehe dann der letztlich glückliche 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)-Arbeitssieg gegen den in der Defensive gut organsierten und im Angriff spritzigeren EHC Bad Aibling unter Dach und Fach war.

Erstmals in ihrer neuen Rolle als Spitzenreiter stehen die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann am kommenden Freitag beim EC Ulm/Neu-Ulm (10:2 gegen den ETC Crimmitschau) auf dem Prüfstand, ehe am Sonntag um 18.30 Uhr gegen den EV Weiden das erste Saison-Nachbarderby über die Bühne geht.
"Das Spiel am Freitagabend in Landshut hat viel Kraft gekostet. Außerdem sind mehrere Schlüsselspieler angeschlagen", resümierte ESVB-Coach Ebermann, der seinen tüchtigen Torhüter Nachtmann als Matchwinner herausstellte.
Tatsächlich stand der einheimische Schlussmann viel öfter im Brennpunkt des Geschehens als Gästekeeper Häusler. Allein im entscheidenden letzten Drittel wartete er mit sechs Glanztaten auf. Vor Samanskis verdientem Überzahltreffer zum 2:2 (47.) rettete TW Nachmann gegen EHC-Offensivverteidiger Taticek, ehe er im Endspurt nach einem Bartos-Fehler zwei Mal gegen Rohrhofer (48.), Mayer und Wüst (jeweils 50.), Samanski (52. - Alleingang) und 108 Sekunden vor Schluss gegen Kopecki mit sehenswerten Reflexen weitere Gegentore verhinderte.
"Meine Mannschaft hat hervorragend gespielt, lediglich mit der Chancenauswertung war ich in den letzten 30 Minuten nicht zufrieden", brachte es Gästetrainer Peter Kathan auf den Punkt.
Geärgert habe er sich, dass ausgerechnet nach einer Standartsituation der Siegtreffer für die Bayreuther fiel. Nach einem Bully in der 56. Minute vor dem Gästetor reagierte ESVB-Stürmer Menschig am schnellsten und wuchtete die Scheibe durch eine "Spielertraube" in die Maschen.
Die Situation überraschte, denn die Bully-Bilanz sprach eindeutig gegen die Oberfranken. "Heinisch zum Beispiel musste nach einer Dauenverletzung mit einer Schiene spielen und konnte den Stock kaum in der Hand halten", nannte Trainer Ebermann einen der Gründe. Viel mehr Sorgen bereite ihm allerdings die Verletzung von Verteidiger-Scharfschütze Taborsky, der im zweiten Drittel wegen einer in Landshut erlittenen Adduktorenzerrung vorzeitig vom Eis musste, während Kolek mit einer Schultereckgelenkprellung bis zum Schluss tapfer durchhielt.
Spielentscheidend war letztlich die Tatsache, dass die "Tigers" nicht nur im Schlussdrittel stets zum richtigen Zeitpunkt ihre Treffer erzielten. So bereits im ersten Abschnitt, als der Schiedsrichter für eine umstrittene 3:5-Unterzahlssituation (8.) gesorgt hatte. Mit lobenswertem Kampfgeist wurde die kritische Situation gemeistert und nur Sekunden nach Ablauf der beiden Strafzeiten (Heinisch, Kolek) markierte Heinisch das 1:0.
Abgesehen von Synkovs Pfostenknaller (21.) waren die Oberbayern auch im zweiten Durchgang zunächst am "Drücker", aber Verteidiger Kolek (29.) traf nach tollem Synkov-Pass zum 2:0 (29.). Doch selbst dieser Vorsprung gab den Wagnerstädtern nicht die gewünschte Sicherheit. Mit Fehlpassserien wurden die Gäste regelrecht aufgebaut und nur TW Nachtmann verhinderte nach dem 1:2 Schlimmerers.
Das Angriffsspiel der Gastgeber kam nie so recht auf Touren. Alle Blöcke taten sich mit der im Zentrum massierten Defensive der Oberbayern schwer und suchten mit oft brotlosen Einzelaktionen den Weg aus der Misere. So produzierte vor allem der zweite Sturm phasenweise nur Stückwerk und vernachlässigte mitunter auch die Defensive.
Überraschend war, dass vor allem die Routiniers im Bad Aiblinger Team das bis zum Schluss hohe Tempo mitgingen. Der Deutsch-Kanadier Samanski war ebenso stets brandgefährlich wie Kopecki, Taticek und Rohrhofer im zweiten Block.
ESV Bayreuth:Nachtmann - Taborsky, Kolek; Zimmermann, Doll; Meixner, Thumm; Bartos - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran.
EHC Bad Aibling:Häusler - Bousquet, Buchecker; Hiemer, Taticek; Ruprecht, Vaclav; Paderhuber - Wieser, Berwanger, Scheid; Kopecky, Samanski, Rohrhofer; Wüst, Donbeck, Mayer.
SR: Bucalla (Herrischried);
Zuschauer: 1608;
Strafminuten: Bayreuth 10, Bad Aibling 12.
Tore: 1:0 (10.) Heinisch (Synkov, Thumm), 2:0 (29.) Kolek (Synkov), 2:1 (37.) Kopecky (Rohrhofer), 2:2 (47.) Samanski (Kopecky - 5 gegen 4), 3:2 (57.) Menschig.


 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth