Zweiter Block glänzte mit fünf Treffern

ESVB nach 6:0-Derbysieg über Weiden auf zweitem Tabellenplatz / TW Nachmann rettete in kritischen Phasen


Lautstark und gemeinsam feiernde Fans beider Lager sorgten für einen nicht alltäglichen Rahmen. Aber Grund zur Freude hatten in erster Linie die Anhänger des ESV Bayreuth, denn mit einem überraschend klaren 6:0 (2:0, 2:0, 2:9)-Derbysieg über den Nachbarn Weiden konnten sich die "Tigers" endgültig in der Spitzengruppe der Oberliga Süd etablieren. Hinter Spitzenreiter EV Regensburg belegen die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann mit nur einem Punkt Rückstand den überraschenden zweiten Tabellenplatz.

Am kommenden Wochenende stehen gleich zwei Nachbarduelle auf dem Plan der Wagnerstädter. Nach dem Auftritt am Freitagabend in Amberg folgt am Sonntag um 18.30 Uhr das Derby gegen den letztjährigen Angstgegner ERC Haßfurt.
Eins gleich vorweg: Das deutliche Ergebnis täuscht etwas, denn das Duell gegen Weiden verlief über weite Strecken ausgeglichen. Beide Teams agierten in der Defensive mitunter sorglos, doch nur die Gastgeber konnten ihre Chancen nutzten. Der wesentliche Unterschied: Mit Markus Nachtmann hatten die Einheimischen den überragenden Torhüter in ihren Reihen, der in kritischen Situationen vor allem im ersten und zweiten Drittel mit tollen Reflexen selbst Weidens Stürmer-Routinier Hlinka schier zur Verzweiflung brachte.
Und noch ein wichtiger Punkt: Nicht die Paradeblöcke beider Nachbarn entschieden das Derby, sondern Bayreuths zweiter Block, der fünf der sechs Treffer beisteuerte. Speziell Daniel Jun und Horst Bärnreuther (je zwei Tore) verdienten sich ein Sonderlob.
Nicht überraschend klangen daher die Analysen beider Trainer. "Einen 6:0-Derbysieg feiert man nicht alle Tage. Das klare Ergebnis wurde allerdings nur dank Torhüter Nachtmann erzielt. Unsere Mannschaft hat gearbeitet und gekämpft und das war wichtig", zog ESVB-Coach Ebermann ein zufriedenes Fazit. "Wenn man kein Tor schießt, kann man nicht gewinnen oder zumindest ein gutes Resultat erzielen," trauerte Gästetrainer Jiri Holik zahlreichen Großchancen seines Teams nach.
Furioser Auftakt
Die ersten Gelegenheiten verzeichneten aber die mit großem Elan gestarteten Oberfranken, die alleine in den ersten vier Minuten vier "Hochkaräter" verbuchten, wobei Synkovs Schuss vom Innenpfosten zurück ins Feld prallte. Dabei hatten Kulabuchov (zwei Mal), Menschig und Synkov jeweils freie Schussbahn. Just zum Zeitpunkt, als sich der Gast gefangen schien, traf der blitzschnell reagierende Jun zum 1:0, das Weiden ganz und gar nicht schockte. Als Zeichen der Freundschaft durften auch Volek (7.), Holik (11.) und der auffällige Hlinka (18.) unbedrängt das ESVB-Gehäuse ins Visier nehmen. Lediglich der überragende TW Nachtmann hatte etwas gegen Gäste-Einschüsse. Und die Tigers schlugen beim 2:0 erneut zum richtigen Zeitpunkt zu. Unmittelbar nach Hlinkas "Hundertprozentiger" markierte Kulabuchov das 2:0.
Ein Bärnreuther-Doppelschlag im zweiten Drittel bedeutete die Vorentscheidung, zumal anschließend TW Nachtmann mit Glanztaten bei Schüssen von Blazyczek (26.), Pastika (28.), Penk (35.) und Hlinka (38.) den Gästen schier den Nerv raubte. So machte sich beim Gast im Schlussdrittel nach weiteren Gelegenheiten letztlich auch etwas Resignation breit.
Bayreuths erster Block kann sicherlich in Anspruch nehmen, keinen Treffer von Weidens Paradeformation zugelassen zu haben. Obwohl Meixner den verletzten Scharfschützen Taborsky ordentlich vertrat, blieben Synkov und Co. über weite Strecken blass. Wie weggeblasen war die Homogenität dieses vor zwei Wochen noch zaubernden Blocks, wobei Synkov mit vielen Schnörkeln und übertriebenen Einzelaktionen keinen Spielfluss aufkommen ließ. Ein Mann seines Formates kann sich sicherlich besser in Szene setzen.
Besser harmonierte auf alle Fälle noch der dritte Block, in dem Asanger seit Wochen durch konstante Leistungen auffällt.
Den stärksten Eindruck beim Gast hinterließen neben dem glücklosen Hlinka die beiden tschechischen Verteidiger Penk und Adam, während TW Wilhelm bei drei ESVB-Treffern von seinen Vorderleuten im Stich gelasssen worden war.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Trolda.
EV Weiden: Wilhelm - Adam, Penk; Plate, Salinger; Stettner, Hefner - Holik, Hlinka, Pastika; Lukscheider, Kampf, Volek; Blazyczek, Kinateder, Freundorfer.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1732;
Strafminuten: Bayreuth 18, Weiden 16.
Tore: 1:0 (5.) Jun, 2:0 (18.) Kulabuchov (Heinisch), 3:0 (23.) Bärnreuther (Jun), 4:0 (25.) Bärnreuther, 5:0 (48.) Jun (Bärnreuther), 6:0 (59.) Doll (Jun).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth