In Druckphasen ausgekontert

ESVB bezog mit 1:3 gegen Straubing erste Heimniederlage / Taborsky droht lange Pause

Im fünften Oberliga-Heimspiel musste der ESV Bayreuth erstmals vor eigenem Anhang die Segel streichen und ist die überraschende Tabellenführung wieder los. Beim 1:3 (0:1, 0:1, 1:1) gegen den EHC Straubing wurden die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann jeweils in Druckphasen ausgekontert.

Die Sorgenfalten auf der Stirn der ESVB-Verantwortlichen waren schon vor Spielbeginn nicht zu übersehen. Der Grund: Das Comeback von Verteidiger-Scharfschützen Pavel Taborsky nach fast dreiwöchiger Verletzungspause war geplatzt. Beim Abschlusstraining musste der Abwehrspieler, der an einer Entzündung am Adduktoren-Ansatz laboriert, vorzeitig vom Eis. "Möglicherweise droht eine Pause von vier bis fünf Wochen. Ich werde der Vorstandschaft empfehlen, nach Ersatz für diese Zeit zu suchen", ließ der sportliche Leiter Dietmar Habnitt durchblicken. Die Gastgeber waren unter diesen Umständen jedenfalls froh, dass sich der an der Halswirbelsäule verletzte Vadim Kulabuchov zur Verfügung stellte. Dass er die Zweikämpfe mied, war wohl verständlich.
Anders die Situation bei den Gästen. Der letztjährige kanadische Torjäger der Miesbacher, John Sicinski, konnte wieder mitwirken und außerdem klappte ein Blitztransfer. Die Niederbayern holten vom klassenhöheren Zweitbundesligisten Grefrath den kanadischen Stürmer Bill Trew, der gestern gleich sein Debüt gab.
Obwohl die "Tigers" in den ersten Minuten zunächst den Ton angaben, wurde bereits in der ersten Überzahlsituation der schussstarke Taborsky vermisst. So blieb es bei Versuchen von Meixner und Kolek, wobei der Gast kompakt in der Abwehr stand. Bei Einzelaktionen von Jun (5.) und Asanger (7.) glänzte EHC-Keeper Lonscher durch Stellungsspiel, ehe der Gast auch in der Offensive seine Qualitäten aufblitzen ließ. Hatte Ex-Nationalspieler Franz (8.) nach einem Penzkofer-Paß noch knapp verfehlt, reagierte der Kanadier Sicinski in der 9. Minute schneller als Meixner und vollstreckte zur Führung.
Den Ausgleich hatte Menschig in der 11. Minute nach einem tollen Bärnreuther-Pass auf dem Stock, doch dann hatten die Einheimischen Glück, nicht schon im ersten Drittel auf die Verliererbahn gedrängt zu werden. Bei Schüssen von Vöst (12.) und K. Hoogsten (18.) herrschte jeweils "dicke Luft" vor Nachtmanns Gehäuse, wobei die Donaustädter mitunter vom mangelden Körpereinsatz der Einheimischen profitierten.
Nach einer Nachtmann-Glanztat in der 22. Minute bei einem Vöst-Schuss übernahm jedoch der ESVB das Zepter, machte mächtig Druck, doch in den entscheidenden Augenblicken fehlte das Quäntchen Glück im Abschluss. Beim Überzahlspiel nach einer Strafzeit gegen Franz verpassten Synkov, Jun und Bärnreuther jeweils nur ganz knapp den Ausgleich, andererseits übersah der Schiedsrichter Fouls an Synkov und Kulabuchov, wodurch ein 5:3-Powerplay versagt blieb. Doch das Engagement blieb unbelohnt zumal der Gast oft mit drei Mann seinen Torraum energisch abschirmte und so ein Durchkommen der Oberfranken verhinderte. Just zu dem Zeitpunkt, als der Ausgleich der Ebermann-Schützlinge förmlich in der Luft lag, schafften die klug konternden Niederbayern nach einem Abstimmungsfehler in der ESVB-Defensive das 2:0 und Torwart Nachtmann verhinderte mit tollen Reaktionen in der 37. Minute gegen Trew und Sicinski das dritte Gegentor.
Mit Umstellungen reagierte Coach Ebermann im Schlussdrittel. Er tauschte die Außenstürmer Kulabuchov und Menschig in den beiden ersten Blöcken und brachte Junior Trolda für Weingran. Die "Tigers" forchierten erneut das Tempo, doch Synkov und Kulabuchov (44. und 45.) hatten die "Seuche" am Stock.
Die Entscheidung fiel dann in der 46. Minute, als der frühere russische Nationalverteidiger Schendelev ein Passsspiel des dritten ESVB-Blockes ablauschte und für den Torschützen Setz auflegte.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Trolda.
EHC Straubing: Lonscher - Zulyniak, Schambeck; Schendelev, Kößl; Wittig - K. Hoogsteen, Preuß, Reader; Franz, Penzkofer, Vöst; Setz, Trew, Sicinski; Knott.
SR: Schurr (Wörishofen);
Zuschauer: 1789;
Strafminuten: ESVB 2, Straubing 8.
Tore: 0:1 (9.) Sicinski (Trew, Setz), 0:2 (31.) K. Hoogsteen (Zulyniak), 0:3 (46.) Setz (Schendelev), 1:3 (58.) Heinisch (Asanger).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth