Nachtmanns Reflexe retteten einen Punkt

ESVB verlor in Erding nach Verlängerung mit 1:2

Mit einem Punkt kehrte der ESV Bayreuth von einem Konkurrenten aus dem Verfolgerfeld der Oberliga Süd zurück. Mit großartigen Reflexen in kritischen Situationen rettete Torhüter Nachtmann die "Tigers" beim TSV Erding in die Verlängerung, ehe die Schützlinge von Ex-Nationalspieler Erich Kühnhackl einen verdienten 2:1 (1:0, 0:1, 0:0)-Sieg unter Dach und Fach brachten.

Um ihre Position im Spitzenfeld behaupten zu können, ist ein Heimsieg des ESVB am Freitag um 19.30 Uhr gegen Schlusslicht TEV Miesbach Pflicht.
Die knappe Führung der Erdinger nach dem ersten Drittel war glücklich. Die am Freitagabend spielfreien Oberbayern (Technischer Defekt der Eisanlage in Ulm) wirkten in verschiedenen Situationen spritziger und in den Zweikämpfen energischer, wenngleich der ESVB mit der reiferen Spielanlage die zwingenderen Chancen verzeichnete.
Die Gastgeber nutzten aber gleich ihre erste Möglichkeit zum 1:0. Nach einer unnötigen Strafzeit gegen Zimmermann kamen die Einheimischen in der 3. Minute nach einer klugen Überzahlaktion zum 1:0. Davon ließ sich der Gast aber nicht aus dem Konzept bringen und hätte bis zur 10. Minute ausgleichen können. Nachdem Kulabuchov (6.) knapp verpasst hatte, schien Synkov in der 9. Minute dem 1:1 nahe. Nach einem Pass von Asanger, der von einem Fehlpass der Oberbayern profitiert hatte, war der Stürmer aus der Ukraine durchgebrochen. Sein Schuss wurde allerdings von Ex-Nationalkeeper Englbrecht gemeistert und auch beim Nachschuss glänzte der Routinier. Der von Jun herrlich bediente Bärnreuther (10.) scheiterte ebenso an Englbrecht, ehe im Gegenzug Jun auf Kosten einer Strafzeit einen Erdinger Konter verhinderte. In Unterzahl startete Menschig (13.) ein Break und legte auf für den mitgelaufenen Verteidiger Doll, dessen Schuss Englbrecht aber gerade noch parieren konnte. Eine Minute später schien der Keeper schon geschlagen, doch Synkov brachte die Scheibe nicht über den auf dem Eis liegenden Torwart.
Pech hatte Erdings Ex-Nationalstürmer Steiger bei einem Schuss an den Außenpfosten, während ein Dlugos-Geschoss von ESVB-Keeper Nachtmann (16.) entschärft wurde.
Der Bayreuther Ausgleich in der 32. Minute war der verdiente Lohn der intensiven Bemühungen, wobei das 1:1 schon zu Beginn des zweiten Drittels förmlich in der Luft lag. Bei einer Doppelchance durch Kulabuchov und Synkov (21.) blieb ein Foul an Synkov ungeahndet, ehe Weingran (24.) nach einem Asanger-Zuspiel um Zentimeter das TSV-Gehäuse verpasste. In der 25. Minute hatten die Einheimischen erneut Glück. Ein Jun-Schuss wurde von Englbrecht abgefälscht, doch Jansen verhinderte mit einem vom "Schiri" übersehenen Foul an Bärnreuther ein "Abstaubertor".
Auf der Gegenseite wehrte TW Nachtmann einen Alleingang des DEL-erfahrenen Oswald (27.) ab und rettete auch vor den einschussbereiten Steiger und Köppchen (30.).
Eine Strafzeit gegen TSV-Stürmer Sauter hatte Folgen für die Gastgeber. Mit druckvollem Powerplay gelang dem schussstarken Verteidiger Kolek nach 26 Sekunden der Ausgleich. Allerdings gerieten die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann anschließend sofort unter Druck. Die Defensive erlaubte sich einige Aussetzer und die "Tigers" konnten sich bei Großchancen der Oberbayern durch Ziesche (33.), Schmitz (34.) sowie Schütz (37. und 38.) und Sauter (39.) bei ihrem großartig reagierenden Torhüter Nachtmann bedanken, der einen Rückstand verhinderte.
Auch im Schlussdrittel stand der Gästekeeper wiederholt im Brennpunkt des Geschehens. Seine spektakulärste Aktion zeigte er in der 42. Minute, als er im Fallen einen Lupfer von Feller mit dem Schlittschuh ablenkte. In der 43. Minute parierte er einen Jann-Schuss aus zwei Metern, ehe die "Tigers" in der 46. und 47. Minute eine kritische Situation zu überstehen hatten. Nach Strafzeiten gegen Ponitz und Thumm musste 25 Sekunden lang eine 3:5-Unterzahlsituation durchgestanden werden, wobei der Gast keine Einschussmöglichkeit der Oberbayern zuließ. Einen Zimmermann-Fehler bügelte Nachtmann in der 51. Minute aus, ehe ein Foul an ihn nicht gepfiffen wurde. In der 53. Minute haderten die Gäste erneut mit dem Unparteiischen, denn Synkov wurden bei einem Alleingang die Beine weggezogen. Der Schiedsrichter gab aber weder Penalty noch eine Strafzeit. In den letzten sechs Minuten wurde der Gast regelrecht eingeschnürt. In zalreichen Situationen war dabei Nachtmann Retter in höchster Not.
Auch in der Verlängerung gaben die Oberbayern den Ton an. Sauter und Boiger (61.) verfehlten jeweils nur um Haaresbreite, ehe nach 179 Sekunden die Entscheidung fiel. Der Gast brachte die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone und Lutter traf zum 2:1.
TSV Erding: Englbrecht - Köppchen, Fl. Schneider; Slavetinsky, Schmitz; Jansen, Lutter; Geipel - Ziesche, Steiger, Oswald: Dlugos, Sauter, Feller; Jann, Fe. Schneider, Schütz; Busch, Boiger.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Tolda.
SR: Pfeil (Regensburg);
Zuschauer: 1217;
Strafminuten: Erding 8, Bayreuth 16.
Tore: 1:0 (3.) Oswald (Köppchen, Lutter - 5 gegen 4), 1:1 (32.) Kolek (Meixner, Heinisch) - 5 gegen 4), 2:1 (63.) Lutter (Köppchen, Boiger).

Trainerstimmen
Bohuslav Ebermann (ESV Bayreuth): "Beide Mannschaften hätten eigentlich einen Sieg verdient gehabt. Leider hat meine Mannschaft zum Schluss nicht mehr so konsequent in der Defensive gearbeitet und dadurch das 1:2 kassiert."

Erich Kühnhackl (TSV Erding): "Einsatzbereitschaft, Kampfgeist und Willen haben in unserer homogenen Mannschaft gestimmt. Die Kombinationen gelangen besser als in unseren bisherigen Spielen, aber leider haben wir in vielen Situationen einen Vollstrecker vermisst."



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth