Nur ein glanzloser Arbeitssieg

ESV Bayreuth behauptet mit 4:3 gegen Schlusslicht Miesbach Rang zwei in der Oberliga

Seiner Frühform läuft der ESV Bayreuth in der Oberliga Süd hinterher. Durch einen glanzlosen 4:3 (0:1,2:1,2:1)-Arbeitssieg über Schlusslicht TEV Miesbach konnte dennoch vor dem morgigen Verfolgerduell beim ETC Crimmitschau Rang zwei behauptet werden. Lediglich die Steigerung im letzten Drittel stimmte versöhnlich.

Unrühmliche Saisonpremiere im Bayreuther Eisstadion: Erstmals wurden die »Tigers« nach dem ersten Drittel mit Pfiffen ihrer Anhänger in die Kabine begleitet. Und das nicht ohne Grund, denn zu dürftig war die Vorstellung in den ersten 20 Minuten. Auffällig: Wie weggeblasen war der Elan der ersten Wochen. In der Defensive wurde nahezu körperlos und obendrein nachlässig gearbeitet und nach vorne lief phasenweise wenig konstruktives. Mit ungenauem Passspiel wurden wiederholt die Oberbayern höflich in Szene gesetzt und die Abstimmung innerhalb der einzelnen Blöcke passte überhaupt nicht. Negativer Höhepunkt war der 0:1 Rückstand in eigener Überzahl, als Gustafson und Farrell grosszügig ein Konter gestattet wurde.
Lediglich Torhüter Nachtmann brachte Normalform. Er wehrte in der 7. Minute einen Schuss des Amerikaners Fiebelkorn aus kurzer Distanz ab, entschärfte in der 12. Minute einen Alleingang des Kanadiers Gustafson und verhinderte damit im ersten Drittel ein böses Erwachen der Einheimischen, die nur Stückwerk in Serie produzierten. Mit Ausnahme von Kolek waren alle Akteure des ersten Blockes ein Schatten früherer Tage, wobei an heinisch und Kulabuchov das Spiel vorbei lief.
Der zweite Sturm bestand aus Solisten, die mitunter brotlose Kunst »servierten«. Gefahr ging lediglich von Menschig aus, der in der 13. Minute bei einem Alleingang an Miesbachs Torhüter Leblanc scheiterte. In der 14. Minute meisterte der Torwart einen sehenswerten Volleyschuss Asangers. Er war zweifellos auffälligster Akteur im dritten Sturm, der zumindest im zweiten Drittel in kämpferischer Hinsicht einen Zahn zulegte.
Endlich wurde im Mitteldrittel auch ESVB-Trainer Ebermann etwas lauter an der bande, ohne damit allerdings nennenswerte Wirkung zu erzielen. Nach einem Synkov-Schnitzer hätte der durchgebrochene Gustafson in der 25. Minute eigentlich das 2:0 für den Gast besorgen müssen, ehe Fiebelkorn freistehend (27.) eine weitere Chance für den Tabellenletzten auslies. Der Umschwung schien sich in der 31. und 32. Minute anzubahnen. Menschig liess mit einem Schuss nach einem Bully Gästekeeper Leblanc schlecht ausschauen und 79 Sekunden später markierte Asanger mit entschlossenem Abschluss nach tollem Bartos-Pass das 2:1 für die Oberfranken. Die Freude währte allerdings nur 18 Sekunden. Gustafson nutzte seinen Freiraum zum 2:2-Ausgleich. In der Schlussphase des zweiten Abschnitts hatten die Einheimischen grund mit dem Schiedsrichter zu hadern. Zwei zweifelhafte Strafzeiten gegen TW Nachtmann und Zimmermann brachten die »Tigers« 106 Sekunden lang ins Schwitzen.
Unverkennbar war eine Steigerung der Gastgeber im Schlussdrittel, die endlich etwas beherzter und energischer zur Sache gingen. Auch der Wechsel von synkov und Bärnreuther in den beiden ersten sturmreihen wirkte sich positiv aus. Der Lohn: Weingran (43.) und Kulabuchov (49.) sorgten für einen kurzzeitigen 4:2-Vorsprung, ehe Gustafson nur 22 Sekunden später auf 3:4 verkürzte. Aufregung herrschte in der Schlussphase, als Gästekeeper Leblanc (57.) nach einem Jun-Schuss behandelt werden musste.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran
TEV Miesbach: Leblanc - Sacco, Kettner; Schnittger, König; Pflügl - Farrell, Gustafson, Fiebelkorn; Schäffler, Auer, Waldschütz; Messelhäuser, Höpler, Mayer
SR: Brill (Zweibrücken)
Zuschauer: 1512
Strafminuten: ESVB 10, TEV 8
Tore: 0:1 (5.) Farrell (Kettner, Gustafson - 4 gegen 5), 1:1 (32.) Menschig (Jun), 2:1 (33.) Asanger (Bartos), 2:2 (32.) Gustafson (Farrell, König), 3:2 (43.) Weingran (Ponitz, Bartos), 4:2 (49.) Kulabuchov (Heinisch, Bärnreuther), 4:3 (50.) Gustafson (Fiebelkorn, Farrell)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth