Jun-Doppelschlag stellte die Weichen

7:4-Derbysieg des ESV Bayreuth über Selb nach fünf Treffern im starkem zweiten Drittel / Weiter im Spitzenfeld

Der ESV Bayreuth bleibt in der nordbayerischen Derbyserie weiter ungeschlagen! Zum Rückrundenauftakt der Oberliga Süd konnten die "Tigers" den Revancheplan des ERC Selb durchkreuzen und landeten vor rund 3000 Zuschauern einen 7:4 (1:1, 5:1, 1:2)-Erfolg über die Porzellanstädter, die damit um das Erreichen der Zwischenrunde bangen müssen. Ausschlaggebend war ein starkes zweites Drittel der Wagnerstädter, wobei Daniel Jun mit einem Doppelschlag (32. und 34.) zur 5:2-Führung für die Weichenstellung sorgte.

Mit insgesamt drei Einschüssen war Jun gleichzeitig erfolgreichster ESVB-Stürmer. Der in den letzten Wochen oft kritisierte erste Block der Einheimischen hatte mit vier Treffern ebenfalls großen Anteil am Sieg. Nach einer Punktspielpause in der nächsten Woche erwartet der weiter im Spitzenfeld rangierende ESVB am Freitag, dem 19. November, mit dem Ex-DEL-Verein EV Landshut erneut einen attraktiven Gegner.
ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann fiel die Analyse nach Spielschluss nicht sonderlich schwer. "Wir haben das kampfbetonte Derby im zweiten Drittel zu unseren Gunsten entschieden. Wir holten letztlich wichtige drei Punkte im Kampf um einen Platz für die Zwischenrunde."
Ergänzend meinte der Ex-Weltmeister aus Tschechien: "Wir haben gut in der Offensive gearbeitet. Ein Lob verdienten sich auch unsere Spieler auf den Ausländerpositionen." Allerdings hatte er wiederum auf seinen verletzten Verteidiger-Scharfschützen Pavel Taborsky verzichten müssen. Grippebedingt musste auch Stefan Ponitz passen.
"Wir haben verdient verloren. Nach ordentlicher Leistung im ersten Drittel hat unsere Mannschaft beinahe kampflos den zweiten Durchgang abgeben und mit Anfängerfehlern Bayreuths Sieg begünstigt", resümierte kopfschüttelnd Selbs Vorsitzender Klaus Grünling, während Trainer Dieter Frenzel nach Spielschluss lange in der Gästekabine zu reden hatte. Tatsächlich hatte Selb zuerst zu seinem Spiel gefunden und war durch eine nachlässige Abwehraktion des ansonsten zuverlässigen Verteidigers Zimmermann in der 8. Minute mit 1:0 in Führung gegangen. Ex-Weltmeister Lala facktelte mit seinem Schrägschuss nicht lange und ließ dabei auch ESVB-Keeper Nachtmann nicht sonderlich gut ausschauen. Der Schlussmannn war es allerdings danach, der die "Tigers" mit tollen Paraden gegen die mitunter frei vor ihm auftauchenden "Wölfe" Bozek, Piechutta (jeweils 12.), Mazanec und Ahne (15.) weiter im Spiel hielt. Dagegen war von der Offensivabteilung der Einheimischen lange nichts zu sehen. Mit einer Einzelaktion des wiederum überragenden Kolek, der Zweikampfstärke und Durchsetzungsvermögen demonstrierte. gelang in der 18. Minute der glückliche Ausgleich.
Dafür nutzten die Gastgeber nach 17 Sekunden des zweiten Abschnitts bei einem Bully ein "Nickerchen" der Selber. Synkov bediente Kulabuchov, der ERC-Keeper Niininen elegant verlud. Eine König-Strafzeit quittierte Synkov mit dem 3:1 (nach 28 Sekunden im Überzahl). Zwar verkürzte Selb nach fast vierminütigem Powerplay auf 2:3, ehe Jun mit sehenswerten Aktionen für den 5:2-Vorsprung sorgte. Bemerkenswert: Er hatte in der 34. Minute bereits die Scheibe verloren.
Dieser haltbare Treffer hatte Selbs finnischem Torhüter Niininen offensichtlich den Nerv geraubt. Er machte Platz für den Ex-Bayreuther Wegmann, der allerdings zwei weitere Einschüsse der Einheimischen nicht verhindern konnte. Trotzdem lobenswert die Moral der Gäste, die im Schlussdrittel nie aufgaben, aber in entscheidenden Situationen (Ahne in der 55. und 58.) an dem starken TW Nachtmann scheiterten. Im ersten Block ließen Synkov und Heinisch einen Aufwärtstrend erkennen. Vielleicht ist bei Kulabuchov (2 Tore) der Knoten geplatzt. Ein Lob verdiente sich der gut harmonierende zweiten Block und auch der dritte Block zog sich recht ordentlich aus der Affäre. Auffälligste Selber waren Lala, Mazanec und Ahne.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Trolda, Asanger, Weingran; Häußinger, Böhner.
ERC Selb: Niininen (ab 34. Wegmann) - Jonak, Porzig; Wittig, Frenzel - Lala, Mazanec, Piechutta; Ahne, Bozek, Bado; König, Vosta, Dimbat.
SR: Drews (Regensburg);
Zuschauer: 2623;
Strafminuten: Bayreuth 14, Selb 10.
Tore:0:1 (9.) Lala (Frenzel, Mazanec), 1:1 (18.) Kolek, 2:1 (21.) Kulabuchov (Synkov, Heinisch), 3:1 (23.) Synkov (Thumm, Kolek - 5 gegen 4), 3:2 (28.) Piechutta (Lala - 5 gegen 4), 4:2 (32.) Jun - 5 gegen 4, 5:2 (34.) Jun (Doll, Zimmermann), 6:2 (35.) Kulabuchov (Kolek, Heinisch), 7:2 (42.) Jun (Heinisch), 7:3 (44.) Piechutta (Lala, 7:4 (51.) Ahne (Bozek, Vosta - 4 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth