Kurzes Strohfeuer im Schlussdrittel

ESVB blieb beim 2:3 gegen Ulm/Neu-Ulm unter seinen spielerischen Möglichkeiten

"Meine Mannschaft hatte offensichtlich vergessen, dass das nächste Spiel nach einem 6-Punkte-Wochenende wieder bei Null beginnt." Trainer Bohuslav Ebermann monierte indirekt leichte Überheblichkeit seines ESV Bayreuth, der im gestrigen Oberliga-Heimspiel gegen den EC Ulm/Neu-Ulm mit 2:3 (0:2, 0:1, 2:0) die zweite Niederlage vor eigenem Anhang kassierte.

Im Derby am morgigen Sonntag beim Schlusslicht EV Weiden wird nur mit größerem kämpferischen Engagement etwas zu erben sein.
Die Ulmer wurden ihrem Ruf als beste Auswärtsmannschaft der letzten Wochen gerecht. Sie präsentierten sich als geschlossene Einheit, unterbanden mit cleveren Forechecking phasenweise jeglichen Spielfluss der Oberfranken und fackelten im Abschluss nicht lange. Dabei profitierten die Gäste von einer ungewohnt hohen Eigenfehlerquote der Einheimischen, die phasenweise Abstimmungsmängel nicht verbergen konnten.
Obendrein gingen die Wagnerstädter zunächst mit ihren wenigen, zwingend herausgespielten Chancen großzügig um. So schien in den ersten Sekunden eine frühe Führung möglich, doch Kulabuchov und Synkov konnten Nachlässigkeiten der Donaustädter nicht nutzen, ehe EC-Keeper Vorderbrüggen (4.) mit einer Prachtparade einen feinen Synkov-Schuss meisterte. Damit hatten die "Tigers" aber ihr Pulver für geraume Zeit verschossen.
Die in den ersten 40 Minuten zweikampfstärkeren Ulmer erzwangen einen offenen Schlagabtausch und setzen obendrein die spielerischen Akzente. Der Lohn dafür blieb nicht aus. Nach einer vom überragenden Krueckl eingeleiteten Kombination markierte Jorde das 1:0 (9.) für den Gast und der Ex-Bayreuther Rudberg ließ 58 Sekunden später gar das 2:0 folgen. Der Schwede konnte dabei seelenruhig Maß nehmen, wobei sein Flachschuss aus spitzem Winkel nicht unhaltbar schien. Reiser (11.), Rau (15.) und Reich (17.) verpassten nur knapp eine höhere Führung des EC-Ulm/Neu-Ulm, der nur in der 15. Minute zittern musste. Nach präzisem Zuspiel des eifrigen Synkov kam Kulabuchov unbedrängt in Schussposition, doch der Abschluss blieb schwach.
Daran änderte sich auch im zweiten Drittel wenig, als die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann oft übereifrig in ihren Bemühungen wirkten und mit ungenauem Abspiel mehrmals den Gast regelrecht zum Torschuss einluden. Noch vor Reisers 3:0 (27.) hatte Rau ESV-Schlussmann Nachtmann geprüft, der aber im Nachfassen noch die Situation bereinigte, ehe Sekunden später seine Vorderleute nicht ganz im Bilde schienen. Nachtmann wehrte anschließend einen Leinsle-Schuss (32.) ab und meisterte einen Alleingang von Rau mit Bravour, der mit einem Bilderbuchpass des russischen Ex-Nationalverteidigers Zhukov bedient worden war.
Bei einigen Bayreuthern lief hingegen das Spiel lange regelrecht vorbei. Im ersten Block ging nur von Synkov und Kolek Gefahr aus, während Heinisch, Kulabuchov und Debütant Kuusisaari blass blieben. Der zweite Block blieb überwiegend harmlos und die dritte Formation verriet ebenfalls Schwächen in der Defensive, während in der Offensive nur Weingran den Torschuss suchte.
Mit Verteiger-Umstellungen reagierte Coach Ebermann im letzten Abschnitt. Er verzichtete dabei auf Unsicherheitsfaktor Kuusisaari sowie auf Bartos. Aber eine frühe Strafzeit gegen Kulabuchov (nach 16 Sekunden) schien alle Pläne zu zerstören. Doch ausgerechnet in Unterzahl gelang Synkov nach einem Heinisch-Pass nach nur 20 Sekunden das 1:3. Als Heinisch in der 44. Minute den Anschlusstreffer markierte kam wieder Stimmung auf den Rängen auf, zumal der Torschütze in der 47. Minute dem Ausgleich nahe war.
Die in den ersten Minuten des letzten Durchgangs offensichtlich überraschten Ulmer fanden anschließend aber wieder ins Spiel zurück und hatten in der Schlussphase die zwingenderen Aktionen. Dabei traf Jorde (49.) nur den Außenpfosten.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Kuusisaari, Kolek; Zimmermann, Meixner; Bartos, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Trolda.
EC Ulm/Neu-Ulm: Vorderbrüggen - Zhukov, Valenti; Johannson, Leitner; Emminger, Singaitis - Rauh, Krueckl, Jorde; Rudberg, Bohin, Leinzle; Wanner, Reich, Reiser.
SR: Friesenegger (Kempten);
Zuschauer: 1649;
Strafminuten: Bayreuth 2, Ulm/Neu-Ulm 6.
Tore: 0:1 (9.) Jorde (Krueckl, Rau), 0:2 (10.) Rudberg (Bohlin, Leinsle), 0:3 (28.) Reiser (Wanner), 1:3 (41.) Synkov (Heinisch - 4 gegen 5), 2:3 (44.) Heinisch (Kulabuchov).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth