4:3 fünf Sekunden vor Schluss

Kampfstarker ESVB schaffte nach 0:2-Rückstand im letzten Drittel noch die Wende

Seinen siebten Derbyerfolg in der Oberliga Süd brachte der ESV Bayreuth gestern unter Dach und Fach. Beim 4:3 (0:0, 0:2, 4:1) gegen den ERSC Amberg wurden die Anhänger allerdings auf die Folter gespannt. Nach einem 0:2-Rückstand gelang Synkov fünf Sekunden vor Schluss das Siegtor.

Nach verspätetem Beginn - die Schiedsrichter steckten im Stau - legten beide Teams im ersten Drittel ein flottes Tempo vor. Die Wagnerstädter waren zwar die optisch überlegene Mannschaft, die mit Spielzügen die Gästedeckung aus den Angeln zu hieven versuchte, doch in den ersten zehn Minuten verbuchten die Oberpfälzer die zwingenderen Chancen. Der Nachbar profitierte dabei wiederholt von Risiko-Pässen und einfachen Zuspiel-Fehlern der Einheimischen und kam drei Mal freistehend zum Torschuss. ESVB-Keeper Nachtmann hatte bei einer Lynch-Aktion nach nur 24 Sekunden das Glück des Tüchtigen, ehe er in der 5. Minute einen Kunce-Alleingang stoppte und zwei Minuten später einen Rich-Schuss abwehrte.
Die "Tigers" machten ständig Druck und schossen dabei Gästetorwart Quapp regelrecht warm, der teilweise erst in Nachfassen bei Schüssen von Kolek, Synkov (4.), Jun (7.), Heinisch, Kulabuchov (9.) Ponitz und Weingran (15.) rettete. Quapps zweifellos beste Tat war eine Abwehraktion gegen den durchgebrochen Asanger (12.).
Auch im zweiten Drittel blieb der Abschluss das entscheidende Manko der Oberfranken, die phasenweise regelrecht am Gästeschlussmann verzweifelten. Obendrein hatte der ESVB Pech, dass er durch ein "Abseitstor" in der 29. Minute in Rückstand geriet. Bei einer anschließenden Dauer-Offensive und einem druckvollem Powerplay wurde allerdings bei zahlreichen Schüssen der letzte Biss vermisst. Bei Aktionen von Jun (22.), Heinisch (29. und 32.), Kulabuchov, Meixner, Menschig (jeweils 32.) sowie Synkov (38.) fehlten oft nur Zentimeter, ehe die Einheimischen ausgerechnet in einer Drangphase das 0:2 kassierten. Offensivverteidiger Kolek verlor den Puck und Wolf bediente 37 Sekunden vor der zweiten Drittelsirene den im Abschluss nervenstarken Vozar, der den bei Amberger Kontern wiederholt großartig regierenden TW Nachtmann keine Chance ließ. Beim ESVB waren einige Schwachstellen zu erkennen. Im ersten Sturm gab nur Synkov Impulse, während sich der zweite Block wie zuletzt gegen Ulm nur auf Einzelaktionen beschränkte und die dritte Formation blass blieb. Durch kämpferisches Engagement brachte sich der ESVB im letzten Drittel wieder selbst ins Spiel zurück, wobei Trainer Bohuslav Ebermann auch Umstellungen vor nahm. Das 1:2-Anschlusstor durch Heinisch (46.) gab zusätzlichen Auftrieb, ehe Jun mit einer feinen Einzelaktion den Ausgleich (50.) besorgte. Danach spielte sich das Geschehen nur noch vor dem Gehäuse der Amberger ab. Nach Kulabuchovs Überzahltreffer zum 3:2 schien die Vorentscheidung gefallen, ehe ein Defensivschnitzer zum Amberger 3:3 (59.) führte. Nach einer Kombination gelang Synkov fünf Sekunden vor Schluss das 4:3.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Zimmermannm Kolek; Meixner, Thumm; Bartos, Doll - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Trolda.
ERSC Amberg: Quapp - Kulczynski, Kunce; Wolf, Haslach; Schrödinger; Reuster - Lynch, Hurley, Rich; Vozar, Morin, Udvardy; Wrobel, Bartuli, Weiss; Gräbner.
SR: Bacula (Herrischried);
Zuschauer: 1364;
Strafminuten: ESVB 4, Amberg 8.
Tore: 0:1 (29.) Lynch (Haslach), 0:2 (40.) Vozar (Wolf), 1:2 (46.) Heinisch (Ponitz), 2:2 (50.) Jun, 3:2 (57.) Kulabuchov (Kolek, Synkov - 5 gegen 4), 3:3 (59.) Vozar, 4:3 (60.) Synkov (Heinisch, Kolek).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth