Knackpunkt bei Überzahl im zweiten Drittel

ESVB beim 2:7 gegen TSV Erding teilweise vorgeführt / Vorsitzender kündigte "einige Worte" im Spielerkreis an

"Ich bin tief enttäuscht!" Trainer Bohuslav Ebermann rang sichtlich nach Worten nach der 2:7 (2:1, 0:4, 0:2)-Niederlage des ESV Bayreuth gegen den in allen Belangen überlegenen TSV Erding, wodurch der überraschende dritte Tabellenplatz nach der ersten "Nulldiät" an einem Oberliga-Doppelspieltag erst einmal verloren ist.

Um alle Zweifel am Erreichen der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga auszuräumen, sollte am kommenden Wochenende beim Gastspiel in Miesbach und Sonntag gegen den ETC Crimmitschau ein "Dreier" unter Dach und Fach gebracht werden.
Zuvor will allerdings der Vorsitzende Michael Böhner "noch einige Worte mit den Spielern" wechseln. Sein Resümee fiel knapp aus: "Kein ESVB-Spieler erreichte Normalform.
Dabei hatten die Wagnerstädter nach einer 2:1-Führung gar nicht so schlecht ausgesehen. Doch ein Doppelschlag der Oberbayern in der 26. und 28. Minute löste derartige Verunsicherung aus, dass im Anschluss drei hundertprozentige Chancen durch Synkov (30.), Jun (31.) und Asanger (32.) kläglich vergeben wurden, ehe die "Tigers" ausgerechnet in Überzahl den K.-o.-Schlag erhielten. Ein Zimmermann-Schuss wurde vom Gast abgeblockt, und TSV-Verteidiger-Neuzugang Krüger ließ mit seinem Weitschusstor (33.) auch noch ESVB-Keeper Nachtmann schlecht aussehen. Damit war offensichtlich die Moral der danach kopf- und konzeptlosen Einheimischen gebrochen, die jegliche Einstellung vermissen ließen und letztlich mit diesem Ergebnis noch gut bedient waren.
Schlussmann Nachtmann an der Schlüsselszene die Schuld anzukreiden, wäre sicherlich falsch. Denn es war lange Zeit alleine sein Verdienst, dass die Oberfranken in Führung lagen. Keine Frage: Bereits im ersten Drittel verbuchte der Gast mit freundlicher Unterstützung der Bayreuther Defensive die zwingendern Chancen.
Eins bleibt klar festzustellen: Mit den Erdingern stellte sich die die bisher beste Mannschaft in Bayreuth vor. Die Gäste verzeichneten von Beginn an läuferische und spielerische Vorteile. Sie gingen in den Zweikämpfen energischer zu Werke und waren vor allem im Erfassen der Situationen schneller. Dies demonstrierten sie bei einigen Treffern aus dem Gewühl vor dem ESVB-Gehäuse, als die Gastgeber mit halbherzigen Aktionen nicht in der Lage waren, den Puck aus der Gefahrenzone zu befördern.
Auch Ebermanns Umstellungen bewirkten nicht, dass Erdings erster Paradeblock (fünf Treffer!) auch nur halbwegs in Schach gehalten werden konnte. Neuzugang Popiesch, Torjäger Ziesche sowie Boiger mischten die "Tigers" nach allen Regeln der Kunst auf. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass der ESVB einige Ausfälle in seinen Reihen hatte. Auch Coach Ebermann hatte in seinem Team nur mit Kolek und Doll zwei zuverlässige Verteidiger ausmachen können, wobei Zimmermann sein schwächstes Saisonspiel lieferte. Im ersten Block war ferner Kulabuchov ein Totalausfall. Zu dieser Kategorie sind im zweiten Sturm auch Jun (hohe Fehlerquote) und Bärnreuther zu zählen, der phasenweise regelrecht abgetaucht war. Und auch der dritte Block produzierte nur Stückwerk. Coach Ebermann hätter sicherlich nichts falsch gemacht, wenn er nach Trolda auch Junior Häußinger eine Chance gegeben hätte.

ESV Bayreuth: Nachtmann (ab 54. Schmidt) - Zimmermann, Kolek; Meixner, Thumm; Bartos, Doll - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Weingran; Trolda, Häußinger.
TSV Erding: Jung - Krüger, Retzer; Fl. Schneider, Lutter; Jansen - Popiesch, Ziesche, Boiger; Jann, Fe. Schneider, Schütz; Dlugos, Oswald, Sauter; Feller.
SR: Drews (Regensburg);
Zuschauer: 1468 ;
Strafminuten: Bayreuth 10, Erding 10.
Tore:1:0 (8.) Menschig (Synkov), 1:1 (9.) Oswald (Lutter, Sauter), 2:1 (9.) Synkov (Kolek, Zimmermann - 5 gegen 4), 2:2 (26.) Feller (Sauter, Fl. Schneider), 2:3 (29.) Boiger (Ziesche, Popiesch), 2:4 (33.) Krüger - 4 gegen 5, 2:5 (40.) Ziesche (Popiesch, Retzer), 2:6 (43.) Popiesch (Boiger, Ziesche), 2:7 (52.) Ziesche (Boiger, Popiesch).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth