Entscheidung sieben Sekunden vor Schluss

ESVB musste sich nach Traumstart vor Rekordkulisse mit 3:5 gegen Spitzenreiter ETC Crimmitschau beugen

Nach einem Traumstart und einer 2:0-Führung nach sieben Minuten musste der ESV Bayreuth letztlich doch die spielerischen Vorteile des Oberliga Spitzenreiters ETC Crimmitschau anerkennen. Vor der Rekordkulisse von knapp 4200 Zuschauern hielten die Wagnerstädter aber die Partie bis zum, Schluss spannend, denn die endgültige Entscheidung für die von rund 2000 Anhängern begleiteten Westsachsen fiel erst sieben Sekunden vor Schlusssirene durch einen Weitschuss in das verlassene ESVB-Gehäuse.

Möglicherweise können die "Tigers" Meisterschafts-Schützenhilfe für den ETC Crimmitschau leisten, denn am 2. Weihnachtsfeiertag stellt sich mit dem EV Regensburg der Tabellenzweite und noch einzig übrig gebliebener Titelkonkurrent im Bavreuther Eisstadion vor.
Alleine in den letzten vier Minuten lag der Ausgleich der Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann mehrmals in der Luft In der 57. Minute "pflückte" ETC-Keeper Eriksson einen Schlagschuss von ESVB-Verteidiger Zimmermann spektakulär ab, ehe eine Minute später nach einem Schuss des wiederum ausgezeichneten Offensivverteidigers Kolek einige Sekunden "dicke Luft" vor dem Tor der Gäste herrschte. Genau 72 Sekunden vor der Sirene zischte ein Geschoss von Synkov nur um Haaresbreite am ETC-Pfosten vorbei, ehe im Gegenzug ESVB-Keeper Nachtmann mit einer Prachtparade gegen Bartoska rettete. 39 Sekunden vor Schluss nahm Coach Ebermann seinen Torwart zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Der Gast machte aber die Räume vor seinem Gehäuse zu und fand noch die Lücke zum Torschuss.
"Wir haben das Spiel in den letzten fünf Minuten des ersten Drittels verloren", sinnierte ESVB-Trainer Ebermann unmittelbar nach der Partie. Kein Widerspruch: Nach dem vermeidbaren 1:2-Anschlusstreffer in der 12. Minute, als der starke ETC-Offensivverteidiger Weiß mit einem Distanzschuss Maß nehmen durfte, kassierten die Oberfranken vier mitunter umstrittene Strafzeiten und die hatten letztlich Folgen. Nachdem nach Menschig (17.) auch, Kolek (18) vom Eis rnusste, hatten die Einheimischen 45 Sekunden lang gar nur drei Feldspieler auf dem Eis. Just als Menschigs Strafe abgelaufen war, markierte Weiß den Ausgleich für die Gäste, die nur Sekunden später das 3:2 folgen ließen.
Damit hatte der Gast die "Tigers" zu-nächst am Nerv getroffen, denn zu Beginn des zweiten Drittels hielt TW Nachtmann mit einigen Rettungsaktionen den ESVB im Spiel ehe sich die Nordbayern nach fünf Minuten wieder zurück meldeten und sich auch von fragwürdigen Strafzeiten gegen Menschig und dem reklamierenden "Kapitän" Doll nicht aus dem Konzept bringen ließen. Als Kulabuchov in der 36. Minute einen feinen Spielzug zum Ausgleich abschloss, schien wieder alles offen. Doch Crimmitschau wirkte auch in der Schlussphase des zweiten Abschnitts clever und ging mit einem Bartoska-Rückhand-Schuss 49 Sekunden des zweiten Drittels mit 4:3 in Führung.
"Obwohl wir in letzter Zeit einige personelle Probleme hatten und vor dem Spiel lange überlegen mussten, drei komplette Reihen auf das Eis zu schicken, hat meine Truppe eine ansprechende Leistung geboten. Wir haben diszipliniert und mit hohem Einsatz gespielt", lobte ETC-Trainer Horymir Sekera seine Truppe, die kurzfristig auch auf den russischen Verteidiger Jakovenko verzichten musste. "Eigentlich wollten wir unseren Anhängern ein Weihnachtsgeschenk bereiten, aber wir mussten letztlich einsehen, dass unser Gegner stärker war", befand ESVB-Trainer Ebermann, der weiterhin harte Arbeit in seiner Defensive ankündigte. Auch im Sturm gibt es einiges zu verbessern. In der zweiten Angriffsreihe übertrieb Jun maßlos das im Endeffekt brotlose Einzelspiel. Die Zusammenarbeit mit Menschig klappte nur höchst selten und von der dritten Formation ging kaum Torgefahr aus. Während im Angriff Asanger nicht seinen besten Tag erwischt hatte, blieb in der Verteidigung Thumm unter Normalform.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Zimmermann, Kolek; Thumm, Doll; Bartos, Meixner; Weingran - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Menschig, Jun, Häussinger; Asanger, Ponitz, Bärnreuther; Trolda.
ETC Crimmitschau: Eriksson - Winstanley, Maaß; Tischler, Weiß; Solf - Henkel, Krause, Steinbock; Sekera, Bartoska, Rohrbach; Kreißl, Müller, Schulz; Schröder.
SR: Riepl (Reutlingen);
Zuschauer: 4114;
Strafminuten: Bayreuth 16 plus 10 gegen Doll, Crimmitschau 18.
Tore:    1:0 (1.) Kulabuchov (Heinisch, Synkov), 2:0 (7.) Heinisch (Kolek - 5 gegen 4), 2:1 (12.) Weiß (Sekera, Rohrbach), 2:2 (20.) Weiß (Sekera- 5 gegen 4), 2:3 (20.) Krause, 3:3 (35.) Kula-buchov (Synkov, Heinisch), 3:4(40.) Bartoska (Weiß -5 gegen 4), 3:5 (60.) Bartoska - 6 gegen 5.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth