Desolater Auftritt im Schlussdrittel

1:6-Niederlage des ESV Bayreuth beim "Angstgegner" EC Ulm/Neu-Ulm

Der EC Ulm/Neu-Ulm zählt weiterhin zu den Angstgegnern des ESV Bayreuth in dieser Saison. Im ersten Auswärtsspiel der Zwischenrunde um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kassierten die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann nach einer desolaten Vorstellung im Schlussdrittel mit 1:6 (1:1, 0:1, 0:4) ihre dritte Niederlage gegen die Schwaben.

Aus Bayreuther Sicht war der 1:1-Zwischenstand nach dem ersten Drittel sehr glücklich, denn die Donaustädter verzeichneten über weite Strecken deutliche optische Vorteile. Sie brachten mit ihrer schnellen und geradlinigen Spielweise den Gast wiederholt in Schwierigkeiten. Allerdings ließ der Abschluss bei den Einheimischen Wünsche offen.
Die Chance zur frühen Führung der Schwaben konnten Polaczek (3.) und vor allem Leinsle (4.) nicht nutzen. Just als Verteidiger Taborsky auf die Strafbank (5.) musste, fanden sich die "Tigers" in der Defensive wieder besser zurecht und ließen nur einen Schuss von Valenti zu. Stark unter Druck geriet der Gast bei einer Meixner-Strafzeit (10.). Zunächst zischte ein Rau-Schlagschuss knapp am ESVB-Gehäuse vorbei, ehe der DEL-erfahrene Jorde mit einem Querpass Rau in Szene setzte. Der EC-Stürmer ließ ESVB-Torhüter Nachtmann aussteigen und vollstreckte mit der Rückhand zum 1:0. Mit etwas Glück hätte Ulm den Vorsprung noch ausbauen können, doch Krueckl (13.) und Rau (14.) scheiterten an ESVB-Schlussmann Rau.
Ausgerechnet Junior Troda verzeichnete in der 15. Minute die erste zwingende Möglichkeit der Oberfranken, die erneut auf den verletzten Markus Menschig und den erkrankten Bärnreuther verzichten mussten. Ein Foul an den alleine durchgebrochenen jungen Angreifer blieb jedoch ungeahndet. Dafür profitierte der Gast zwei Minuten später von einer Leinsle-Strafzeit. Nach Distanzschüssen von Taborsky und Kolek (17.) wurde eine weiterer Taborsky-"Hammer" zwar von EC-Keeper Vorderbrüggen abgewehrt, doch im Nachschuss war Heinisch zur Stelle.
Zahlreiche Strafzeiten verhinderten im zweiten Drittel auf beiden Seiten einen geordneten Spielfluss. In Unterzahl hatten beide Torhüter mehrmals Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. EC-Torwart Vorderbrüggen wehrte dabei einen Kolek-Schlagschuss (25.) ebenso mit einer sehenswerten Reaktion ab, wie auf der Gegenseite Nachtmann, der sich nur Sekunden später bei einer Leinsle-Aktion auszeichnete. In der tubulenten 27. Minute verpassten Meixner und Synkov nur um Haaresbreite, während Leisle bei einem Break TW Nachtmann nicht überwinden konnte.

Rückstand in Überzahl

Ausgerechnet in Überzahl gerieten die Oberfranken in der 38. Minute in Rückstand. Synkov ließ sich beim Versuch eines Spielaufbaus die Scheibe abnehmen und der alleine durchgebrochene Leinsle versetzte auch TW Nachtmann geschickt. Selbst ein fast einminütiges 5:3-Überzahlspiel der Franken blieb anschließend ohne den erhofften Erfolg.
Früh wurde die Moral der Gäste im Schlussabschnitt gebrochen. Ausschlaggebend hierfür waren vermutlich zwei frühe Gegentreffer. Beim 1:3 in der 42. Minute profitierte der Ex-Bayreuther Wanner von einem Fehler von ESVB-Youngster Häußinger und beim 1:4 (44.) durch den letztjährigen ESVB-Torjäger Rudberg haderten die Gäste nicht ganz ohne Grund mit dem Schiedsrichter. Der Schwede hatte ESVB-Keeper Nachtmann im Torraum den Puck aus der Fanghand geschlagen und über Torlinie bugsiert. Der heftig protestierende Verteidiger Zimmermann kassierte dabei eine Disziplinarstrafe.
Der Gast verlor in der Folge seinen Rhythmus und ließ dabei auch die Gegenwehr vermissen. Auch in Überzahl lief nichts mehr. So hätten die Einheimischen in der 50. Minute beinahe erneut in Unterzahl getroffen, ehe Leitner wenige Sekunden nach seiner Pause auf der Strafbank auf 5:1 erhöhte. Offenbar aus Verärgerung über die Nachlässigkeiten seiner Vorderleute fuhr Schlussmann Nachtmann vom Eis, ehe Ponitz bei einer Rangelei mit zwei plus zwei Minuten sehr gut bedient war. Nachtmann-Vertreter Schmidt rettete noch bei Schüssen von Zhukov, Leitner, Rudberg und Polaczek, doch das 1:6 konnte er nicht verhindern. Die beste Note beim Gast verdiente sich der stets rackernde Kolek.

EC Ulm/Neu-Ulm: Vorderbrüggen - Valenti, Zhukov; Johansson, Leitner; Reiser, Singaitis - Krueckl, Rau, Jorde; Rudberg, Leinsle, Bohlin; Polaczek, Reich, Wanner.
ESV Bayreuth: Nachtmann (ab 51. Schmidt) - Kolek, Zimmermann; Taborsky, Doll; Meixner, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Asanger, Jun, Weingran; Trolda, Ponitz, Häußinger.
SR: Bertl (Forst);
Strafminuten: Ulm/Neu-Ulm 16, Bayreuth 16 plus 10 gegen Zimmermann;
Zuschauer: 550.
Tore: 1:0 (11.) Rau (Jorde - 5 gegen 4), 1:1 (18.) Heinisch (Taborsky - 5 gegen 4), 2:1 (38.) Leinsle - 4 gegen 5, 3:1 (42.) Wanner, 4:1 (44.) Rudberg, 5:1 (51.) Leitner (Rau), 6:1 (58.) Rau.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth