Kantersieg zum Regionalliga- Heimdebüt

SVB- Eishockeyteam gab Ex- Oberligisten Fürstenfeldbruck mit 9:2 das Nachsehen / Horton traf fünfmal / 2800 Zuschauer

Ein Regionalliga- Heimdebüt nach Maß verzeichnete der SV Bayreuth am gestrigen Sonntagabend. Den Kräftevergleich mit dem letztjährigen Oberligisten EV Fürtsenfeldbruck entschied der Neuling unerwartet deutlich mit 9:2 (2:0, 3:1, 4:1) Toren zu seinen Gunsten. Zum „Star“ auf dem Eis avancierte einmal mehr der Kanadier Bob Horton, der sehenswerte Alleingänge elegant vollstreckte. Die Ausbeute des Torjägers: fünf Treffer. Auch in finanzieller Hinsicht hatten die SVB- Verantwortlichen allen Grund zur Freude: 2800 zahlende Zuschauer bedeuten Besucherrekord im städtischen Eisstadion.

Die Kulisse war beeindruckend: 2800 Zuschauer, verwandelten das Städtische Stadion in einen Hexenkessel. Und die Anhänger wurden nicht enttäuscht. Sie erlebten eine couragierte SVB- Crew, die keinerlei Respekt vor den oberligaerfahrenen Fürstenfeldbruckern zeigte und mit einer ansprechenden Leistung andeutete, dass die Punkte auch heuer nur sehr schwer aus Bayreuth zu entführen sind. Bei etwas mehr Konzentration im Abschluss hätten die Wagnerstädter gut und gerne ein Dutzend Tore erzielen können. Allein Endres versiebte drei sogenannte hundertprozentige Chancen.
Allerdings wäre es jetzt noch verfrüht, Schlüsse aus diesem ersten Heimauftritt zu ziehen. Ob der SVB auch in dieser Klasse zu den Favoriten zählt, wird sich erst in den nächsten Wochen herausstellen. Die Schmid- Schützlinge präsentierten sich zwar stocktechnisch enorm verbessert, doch in puncto Mannschaftsspiel gilt es noch allerhand zu feilen. So sollte nicht übersehen werden, dass ein Großteil der Tore aus Einzelaktionen resultierte. Speziell im zweiten Sturm (Wilhelm, Plattner, W. Schmid) blieb konstruktives Kombinationsspiel Seltenheitswert. So deutete Wilhelm erst in den Schlusssekunden sein Können an als er mit dem Treffer zum 9:2 den Schlusspunkt setzte.
In der ersten Sturmreihe wurden mitunter die Ideen G. Schmids vermisst. Der sonstige „Einfädler“ vom Dienst musste in der Abwehr aushelfen (Janker und Ascher mussten verletzungsbedingt passen), zählte allerdings in der Deckung, neben dem überragenden konditionsstarken Campbell zu den Stützen. Ein Geburtstagswunsch (Campbell wurde gestern 24), des sympathischen Kanadiers ging in Erfüllung. Mit einem glasharten Weitschuss vermochte er sich in die Todschützenliste einzutragen. Sobeck, Hartmann und Fritsch zogen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich aus der Affäre, doch dürften Fürstenfeldbrucks Stürmer nicht zu den stärksten in dieser Liga zählen.
Seine stärksten Szenen verzeichnete Neuling SVB im zweiten Abschnitt, als das Zusammenspiel besser klappte und mit weiteren Treffern der Grundstein zum Kantersieg gestellt wurde. Im Schlussdrittel wussten die Einheimischen jedoch nur unzureichend aus dem Umstand Kapitel zu schlagen, dass die, keineswegs unfair attackierenden Fürstenfeldbrucker kaum eine Gelegenheit ausschließen, um auf die Strafbank zu „marschieren“. Bei zahlenmäßiger Überlegenheit wurde jedoch versäumt, mit sinnvoll inszeniertem Powerplay die anfällige Gastdeckung regelrecht aus den Angeln zu heben. Auch in dieser Beziehung gibt es für Spielertrainer G. Schmid noch allerhand zu tun.
Der Gast wurde spielerisch den Erwartungen nicht ganz gerecht. Gute Noten verdienten sich neben TW Aschton, der sich vor allem bei Weitschüssen auszeichnete, der erfahrene Verteidiger Dotterweich sowie die Stürmer Ackerman und Preiss.
Tore: 1:0 Horton (3. – Alleingang), 2:0 Horton (12. – Alleingang), 3:0 Horton (26. – Alleingang), 4:0 Campbell (30. – Weitschuss), 4:1 Dotterweich (36. – Weitschuss), 5:1 Horton (36. – Alleingang), 6:1 L. Schmid (44. – Einzelaktion), 7:1 L. Schmid (48. – Pass Horton), 7:2 Preiss (51. – Alleingang), 8:2 Horton (58. – Drehschluss), 9:2 Wilhelm (60. – Weitschuss).
Zuschauer: 2800
Strafminuten: SVB (14), Fürstenfeldbruck (36 + 20).
Schiedsrichter: Heil (Amberg), Köhler (Selb)

Zur Überraschung vieler Fans hatte Torhüter Nummer zwei Käs, gegenüber Knetsch den Vorzug erhalten. Der langjährige Stammtorhüter wartete mit einer guten Leistung auf und stellte unter Beweis, dass mit ihm auch künftig wieder zu rechnen ist.
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth