Mit Kolek-Strafzeit kam der Bruch beim ESV

Drei Gegentreffer im zweiten Drittel "Ursache" der 1:4-Heimniederlage gegen Crimmitschau vor 2500 Zuschauern

Eine vermeidbare Strafzeit hatte folgen für den ESV Bayreuth: Als sich der bis zu diesem Zeitpunkt überzeugende Verteidiger Kolek in der 28. Minute wegen Reklamierens eine 10-Minütige Disziplinarstrafe einhandelte, machte sich Verunsicherung breit in den Reihen der "tigers", die der ETC Crimmitschau konsequent zu nutzen verstand. Die Westsachsen zogen vom 1:1 Zwischenstand mit drei Treffern davon und brachten den 4:1 (1:0, 3:1, 0:0)-Sieg vor rund 2500 Zuschauern in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga souverän über die Zeit.

Eins gleich vorweg: Am verdienten Erfolg der Gäste gab es wohl keinerlei Zweifel. Sie agierten über weite Strecken konstruktiver, verzeichneten deutliche technische und läuferische Vorteile und waren im Erfassen der Situation einfach schneller.
Nur bei einem optimalen Verlauf hätten die Bayreuther eine Chance gehabt, die im ersten Drittel das hohe Tempo zunächst problemlos mithielten, aber in entscheidenden Phasen Schusspech hatten. So trafen in der Anfangsphase der couragierte Trolda (3.) sowie Taborsky bei einem Überzahlspiel (12.) nur den Pfosten, den später auch noch Jun anvisierte.
Eine Viertelstunde lang konnten die Wagnerstädter obendrein die Fehlerquote gering halten. Beim 0:1-Rückstand in der 17. Minute hatte der erste Block kurz die Übersicht in der Defensive verloren und der freistehende Bartoska quittierte diese Nachlässigkeit mit der Führung der Gäste.
Auch der zweite Abschnitt begann für die Einheimischen vielversprechend. Der wiederum starke ETC-Keeper Erikson rettete mit tollen Reflexen gegen Weingran (22.) und Kolek (23.), ehe der starke Heinisch (24.) auf einen sehenswerten Synkov-Pass den Ausgleich markierte.
Schon vor der Kolek-Disziplinarstrafe deutete sich ein Umschwung zu Gunsten der Sachsen an, die zunächst Torhüter Nachtmann mit Prachtparaden gegen Schulz (26.) und Rohrbach (27.) verhinderte, ehe sich das Fehlen Koleks fatal für die Oberfranken auswirkte. Nach Loschs "Hammer" in den Torwinkel brachen bei den Ebermann-Schützlingen in der Defensive kurzzeitig alle Dämme.
Im Schlussdrittel stabilisierte sich zwar wieder das Spiel des ESVB, doch der Oberliga-Meister ließ nichts mehr anbrennen.
"Wir ließen den Leistungsträgern der Gäste in den entscheidenden Szenen zu viel Raum" analysierte ESVB-Coach Bohuslav Ebermann, während ETC-Trainer Horymir Sekera seiner Truppe "eine taktisch disziplinierte Vorstellung" attestierte. Tatsächlich bekamen die Oberfranken in einigen Bereichen ihre Grenzen aufgezeigt. Mit nur einem intakten Block ist in der Runde der Oberliga-Besten nicht viel zu bestellen. Bei seinem Rotationssystem hatte sich Trainer Ebermann für den wendigeren Jun entschieden, der Kulabuchov im ersten Sturm vertrat. Diese taktische Maßnahme ging nur bedingt auf, denn dieser Formation fehlte die Abstimmung.
Im zweiten Angriff konnte nur Neuzugang Mazanec gelegentlich Akzente setzen. Nachdem asanger und der nach einer Grippe zurückgekehrte Bärnreuther das Tempo nur bedingt halten konnten, blieb der Ex-Selber in vielen Szenen ohne Anspielstation. Im dritten Sturm gingen lediglich von Junior Trolda Impulse aus, während Ponitz schon seit einigen Spieltagen seiner Vorjahresform hinterherhinkt.
Nicht nur bei nahezu allen Verteidigern wurde konsequenter Körpereinsatz in den Zweikämpfen vermisst. Dies gilt es abzustellen, denn sonst gibt es in den nächsten Spielen nur wenig zu erben.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Kolek, Zimmermann; Taborsky, Doll; Meixner, Thumm; Bartos - Jun, Heinisch, Synkov; Mazanec, Bärnreuther, Asanger; Ponitz, Weingran; Trolda; Häußinger.
ETC Crimmitschau: Eriksson - Weiß, Tischler; Krause, Jakovenko; Solf, Maaß - Sekera, Bartoska, Rohrbach; Henkel, Müller, Steinbock; Heine, Schulz, Losch.
SR: Frenzel (Zweibrücken)
Zuschauer: 2408
Strafminuten: Bayreuth 10 plus 10 min. gegen Kolek, Crimmitschau 12
Tore: 0:1 (17.) Bartoska (Sekera), 1:1 (24.) Heinisch (Jun, Synkov), 1:2 (34.) Losch (Maaß, Solf 4 gegen 4), 1:3 (36.) Henkel (Jakovenko), 1:4 (38.) Tischler (Bartoska, Rohrbach - 5 gegen 4)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth