Siegtor 144 Sekunden vor Schluss

ESVB-Team warb mit 3:2 in Regensburg für Heimspiel gegen Zweitligisten Braunlage

Für eine Überraschung sorgte gestern der ESV Bayreuth in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Mit einem Kulabuchov-Überzahltreffer genau 144 Sekunden vor Schluss landeten die Wagnerstädter einen 3:2 (0:0, 1:2, 2:0)-Sieg beim Oberliga-Vizemeister EV Regensburg und warben mit einer starken Leistung sowie mit dem Vorrücken auf Rang drei für den Heimschlager morgen um 18.30 Uhr gegen den bisherigen Zweitbundesligisten Braunlage (2.).

Mit einer Überraschung wartete zunächst ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann auf. Er setzte im zweiten Sturm wieder auf Jun, während dessen tschechischer Landsmann Mazanec pausierte, und beorderte den jungen Verteidiger Bartos für Weingran gewissermaßen als zusätzlichen Defensivstabilisator in die dritten Sturmreihe. Diese Taktik ging im ersten Drittel nahezu hundertprozentig auf, denn die geschickt aus der Defensive agierenden Wagnerstädter wirkten in der Abwehr meist solide und konnten auch bei ihren Aktionen nach vorne die Fehlerquote gering halten.
Freilich verzeichneten die um Angriffsdruck bemühten Domstädter die zwingenderen Chancen. Doch in heiklen Situationen erwies sich ESVB-Keeper Nachtmann bei Schüssen von Cermak (3.), Beran (7.), Dylla (11.), Naumann (14.), Fical (15.) und Mandous (20.) als wichtiger Rückhalt. Unter Druck waren die Gäste vor allem während einer knapp einminütigen 3:5-Unterzahlphase nach Strafzeiten gegen Synkov und Meixner geraten, doch die konzentiert kämpfenden Franken ließen in der kritischen 7. Minute nur einen Schussversuch der Oberpfälzer zu.
Die Bayreuther hatten ihre besten Szenen in Überzahl vor dem Gehäuse der Einheimischen. Bei Schlagschüssen der Verteidiger Taborsky und Kolek (5.) hatte jeweils nicht viel fehlt. Auch Kulabuchov nach feiner Einzelaktion (4.) und Asanger (5.) waren vorher dem Führungstor nahe.
Durch Verletzungen war der ESVB-Trainer im zweiten Drittel zu Umstellungen gezwungen. Für Asanger (Verletzung im Augenbereich) kam Weingran in den zweiten Sturm und als Zimmermann ab der 27. Minute (Knieprobleme) vom Eis musste, agierte Bartos in der Verteidigung, während Junior Häußinger im dritten Sturm zum Zuge kam. Zu Beginn des zweiten Abschnitts herrschte jedoch Hochstimmung unter den zahlreichen Anhängern der Gäste. Nach gewonnenem Zweikampf legte Heinisch auf für Synkov, der nach 34 Sekunden das 1:0 besorgte. Bei einer ähnlichen Szene in der 23. Minute sowie bei einer Heinisch-Aktion (24.) nach einem Konter war sogar noch ein größerer Vorsprung möglich gewesen. Der hätte allerdings den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Der Grund: Die Donaustädter kamen immer stärker auf, doch TW Nachtmann rettete vor dem Ausgleich (27.) mit tollen Paraden gegen Fical (23.) und Crombeen (27.). Beim 1:1 wurde eine Wechsel-Ungeschicklichkeit des dritten Gäste-Blocks bestraft und beim Regensburger 2:1 (36.) profitierten die Einheimischen von einer kurzzeitigen Konfussion vor dem ESVB-Gehäuse nach einem zunächst von Nachtmann abgewehrten Weitschuss, ehe der nachsetzende Kanadier Crombeen mit einem "Lupfer" vollstreckte. Erst danach konnte sich der ESVB etwas aus der Umklammerung befreien, agierte im Schlussdrittel taktisch geschickt und wirkte mitunter sogar spitziger, während Regensburg zahlreichen Großchancen nachtrauerte. Als Erfolgsgarant im niveaustarken Duell zeichnete sich TW Nachtmann aus, während sein Gegenüber bei Heinischs Nachschuss zum 2:2 nicht gut aussah. Nach einer unnötigen ESVB-Strafzeit (Bankstrafe) in der 56. Minute schien die Chance zu schwinden, doch 26 Sekunden später musste auch ein EVR-Akteur auf die Strafbank. Nachdem Synkov knapp verfehlt hatte wurde die zweite Überzahlchance zum Siegtor (58.) genutzt.

EV Regensburg: Haider - Kröner, Beran; LeBel, Steinmann; Palenta, Schinköthe - Fical, Hruby, Cermak; Dylla, Curth, Crombeen; Naumann, Mandous, Kock; Schweiger.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Kolek; Zimmermann, Doll; Meixner, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Synkov; Asanger, Jun, Bärnreuther; Trolda, Ponitz, Bartos; Weingran, Häußinger.
SR: Sander (Peiting);
Zuschauer: 1500;
Strafminuten: EVR 8, ESVB 6.
Tore: 0:1 (21.) Synkov (Heinisch), 1:1 (27.) Fical (Mandous, Hruby), 2:1 (36.) Crombeen (LeBel), 2:2 (44.) Heinisch (Häußinger), 2:3 (58.) Kulabuchov (Jun - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth