Jun Weichensteller zum ESVB-Galaauftritt

Vierfacher Torschütze beim fast sensationellen 6:1 gegen Zweitbundesligisten Braunlage / Vorstoß auf Rang zwei

"Das war zweifellos der Höhepunkt einer sensationellen Woche", schwärmte Vorsitzender Michael Böhner nach der Schlusssirene. Und mit seinem Kurzkommentar traf er den Nagel auf den Kopf: Mit der bisher besten Saisonleistung entzauberte der ESV Bayreuth im Verfolgerduell der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga den bisherigen Zweitligisten EHC Braunlage mit einem überraschend klaren 6:1(3:0, 0:0, 3:1) und hievte sich zur Verblüffung aller Experten auf den zweiten Tabellenplatz.

Spitzenreiter Landshut, der im Gipfeltreffen morgen Gastgeber für die "Tigers" ist, hat einen Zähler mehr auf dem Konto.
Weichensteller zum Galaauftritt war im ersten Drittel ein Akteur, der in den letzten Wochen um seine Position im Team bangen musste. Vor den Augen seines aus Tschechien angereisten Vaters landete Daniel Jun im ersten Abschnitt einen lupenreinen Hattrick, wobei er mit seinem Doppelschlag in der 5. Minute - zwei Einschüsse innerhalb von 26 Sekunden - die Gäste gewissermaßen am Nerv traf und obendrein Schwung und Elan in seiner Mannschaft frei werden ließ.
Und das war bitter notwendig, denn die Hiobsbotschaften häuften sich. Nach dem vermutlichen Saisonaus für Stürmer Oleg Synkov musste mit Verteidiger Marco Zimmermann (dick geschwollener Fuß) ein weiterer Leistungsträger im Vorfeld der Partie passen, während für Pavel Taborsky nach dem "Aufwärmen" Schluss war. Er war von seiner "Adduktoren-Verletzungsgeschichte" wieder eingeholt worden. Nachdem Stürmer Markus Menschig (Haarriss im Fersenbein) ohnehin nicht zur Verfügung stand und Verteidiger Marc Thumm im Verlauf des ersten Drittels mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ausschied, ist der Auftritt hoch einzuschätzen.
"Jeder hat sein Bestes gegeben", brachte es "Kapitän "Anton Doll" nach Spielschluss auf den Punkt. Kein Widerspruch! Die Noten Eins mit Stern verdienten sich in der in kämpferischer Hinsicht überzeugenden Mannschaft neben Jun noch der unermüdlich rackernde Vladimir Kolek, der sich auch noch in die Torschützenliste eintrug, sowie der wiederum ausgezeichnete Torhüter Nachtmann mit tollen Reaktionen in kritischen Situationen. Er verhinderte mit seinen Reflexen im Schlussdrittel ein Aufbäumen der Gäste, die sich lange Zeit im Abschluss zurückgehalten halten und insgesamt einen enttäuschenden Eindruck hinterließen.
"Mit nur 70 Prozent der Einstellung verliert man in Bayreuth verdient mit 1:6. Mit Leichtsinnsfehlern brachten wir den ESVB ins Spiel", übte Trainer Peter Gailer Kritik an seiner Truppe. Demgegenüber strahlte ESVB-Coach Ebermann, der seinen Schützlingen "eine Topleistung" bescheinigte und sich über Überzahltreffer freuen durfte.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Meixner, Kolek; Bartos, Doll; Weingran, Thumm - Kulabuchov, Heinisch, Asanger; Jun, Mazanec, Bärnreuther; Trolda, Ponitz, Häußinger.
EHC Braunlage: Kuris (ab 16. Niedermeier) - Schubert, Gajewski; Gschwill, Raubal; Silfwerplatz, Mikkulainen - Murray, Hölscher, Lundmark; Krinner, Ozellis, Gailer; Draxler, Gerike, Richardt.
SR: Bucala (EHC Herrischried);
Zuschauer: 1579;
Strafminuten: Bayreuth 12 plus 10 gegen Nachtmann, Braunlage 18.
Tore: 1:0 (5.) Jun, 2:0 (6.) Jun (Mazanec - 5 gegen 4), 3:0 (12.) Jun (Thumm), 4:0 (46.) Jun (Mazanec - 5 gegen 4), 4:1 (50.) Hölscher (Murray), 5:1 (51.) Kolek (Heinisch - 5 gegen 4), 6:1 (53.) Bärnreuther (Jun, Meixner - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth