Schlusslicht dämpfte Euphorie beim ESVB

4:7-Heimniederlage gegen Deggendorf lässt die Hoffnung auf längeres Verweilen in Spitzengruppe schwinden

Ausgerechnet der seit sieben Spielen sieglose Tabellenletzte Deggendorfer EC dämpfte die aufkeimende Euphorie im Lager des ESV Bayreuth. Durch die vermeidbare 4:7 (1:1, 2:4, 1:2)-Heimniederlage schwanden die Hoffnungen der Wagnerstädter auf ein längeres Verweilen in der Spitzengruppe der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.

"Wir haben uns leider selbst geschlagen", machte Trainer Bohuslav Ebermann nach der Schlusssirene kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung. Und tatsächlich waren seine Schützlinge im Vergleich zur stärksten Saisonleistung im letzten Heimspiel gegen Braunlage nicht wieder zu erkennen. Allerdings haben die "Tigers" am Sonntag in Erding Probleme, eine spielstarke Mannschaft aufs Eis zu schicken. Während Verteidiger Meixner gestern vor Spielbeginn wegen einer Stirnhöhlenentzündung kurzfristig abgesagt hatte, waren Kolek, Ponitz und Weingran gesundheitlich angeschlagen in die Partie gegangen.
Die Oberfranken wirkten jedenfalls von Beginn an unkonzentriert, agierten zerfahren und brachten den Gast mit ungenauem Passspiel immer wieder in Scheibenbesitz. Auch in der Defensive wurde nicht immer konsequent gearbeitet. Ein weiteres Manko: Die Stürmer halfen nicht selten nur unzureichend in der Abwehr aus.
So richtig "ins Bild" passte dann das 0:1, als es die Einheimischen mehrmals versäumt hatten, die Scheibe aus den Gefahrenbereich zu bugsieren und DEC-Stürmer Heinz bereits nach 208 Sekunden freistehend aus zwei Metern zum Abschluss kam.
Hinzu gesellte sich noch eine gehörige Portion Pech in wichtigen Szenen. Bei Schüssen von Taborsky und Kolek (4.) sowie von Jun und Bärnreuther (jeweils 9.) fehlten nur Zentimeter, ehe ein Bärnreuther-Geschoss (15.) lediglich an den Pfosten krachte.
Nach dem 1:1 durch einen von Kulabuchov abgefälschten Taborsky-Hammer (17.) sowie dem 2:1 nach einem schönen Spielzug nach nur 21 Sekunden des zweiten Drittels machte sich Hoffnung auf eine Stabilisierung der Aktionen breit.
Aber nur ganz kurz: Zwei "halbe Eigentore" innerhalb von nur weiteren 47 Sekunden, wobei auch Torhüter Nachtmann nicht sonderlich gut ausgesehen hatte, brachte das Schlusslicht wieder in Front und vergrößerte die Verunsicherung im Team, das Abstimmungsfehler und Missverständnisse nicht mehr verbergen konnte. Dennoch waren zwei hundertprozentige Chancen zum möglichen Ausgleich zu verzeichnen. Bestens freigespielt brachte der Ex-Selber Mazanec in der 28. Minute das Kunststück fertig, die Scheibe alleinstehend vor dem leeren Tor an die Latte zu hieven.
Unmittelbar nach Koleks Pfostenschuss (31.) gelang den Niederbayern durch den alleine durchgebrochenen Greilinger das vorentscheidende 4:2 und auch beim 5:2 (33.) profitierte der zu den größten deutschen Stürmertalenten zählende 18-Jährige erneut davon, dass die Verteidiger ohne Unterstützung ihrer Vorderleute geblieben waren.
Auffallend bis zu diesem Zeitpunkt, dass der zweite Block nicht zuletzt durch das Engagement des flinken Jun mehr Wirkung erzielte, als die erste Sturmformation, während die dritte Reihe nur Stückwerk produzierte und gegen die Blitz-Angriffe der Gäste mitunter überfordert schien. Überraschend gelang ausgerechnet diesem Trio das 3:5 (35.) zu einem Zeitpunkt, als noch nicht alles verloren schien.
Die Umstellungen von Trainer Ebermann mit dem Wechsel von Jun und Asanger in den beiden ersten Sturmreihen brachte im Schlussdrittel keine zwingende Veränderung der Situation. Die Deggendorfer machten weiterhin geschickt die Räume eng und brachten mit schnellen Aktionen die "Tigers" immer wieder in Bedrängnis. Ausgerechnet nach zwei guten Reaktionen musste der für Nachtmann in der 35. Minute eingewechselte Junioren-Keeper Schmidt in der 52. Minute innerhalb von 26 Sekunden einen Doppelschlag zum 3:7 hinnehmen. Beide Treffer waren nicht unhaltbar. Während sich bei den Einheimischen nach Ebermanns Worten nur Taborsky ein Lob verdiente, ragten beim Gast Greilinger, Smillie und Torhüter Cinibulk heraus.

ESV Bayreuth: Nachtmann (ab 35. Schmidt) - Taborsky, Kolek; Bartos, Doll; Weingran - Kulabuchov, Heinisch, Asanger; Jun, Mazanec, Bärnreuther; Trolda, Ponitz, Häußinger.
Deggendorfer EC: Cinibulk - Borberg, Mainer; Tsyplakov, Weber - Heinz, Ledlin, Greilinger; Smillie; Fournier, Hess; Kulzer, Wiele, Schuster.
SR: Stratz (Freiburg);
Zuschauer: 1386;
Strafminuten: Bayreuth 8, Deggendorf 14.
Tore: 0:1 (4.) Heinz (Greilinger, Ledlin), 1:1 (17.) Kulabuchov (Taborsky), 2:1 (21.) Heinisch (Taborsky), 2:2 (21.) Fournier; 2:3 (22.) Ledlin, 2:4 (31.) Greilinger (Alleingang), 2:5 (33.) Greilinger (Heinz), 3:5 (35.) Trolda (Ponitz, Häußinger), 3:6 (51.) Hess (Borberg), 3:7 (51.) Tsyplakov (Greilinger), 4:7 (54.) Heinisch (Kolek, Taborsky).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth