Rumpfteam zog sich achtbar aus Affäre

ESVB mit 1:4 in Erding etwas unter Wert geschlagen

Personell am Stock hatte der ESV Bayreuth im gestrigen Auswärtsspiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga erwartungsgemäß wenig zu erben. Beim TSV Erding setzte sich das Rumpfteam der "Tigers" dennoch achtbar zur Wehr und wurde mit 1:4 (0;1, 1:2, 0:1) letztlich sogar etwas unter Wert in die Knie gezwungen.

Nach der "Wochenend-Nulldiät" haben nun die Wagnerstädter in zwei anstehenden Heimspielen am morgigen Dienstag (EC Ulm/Neu-Ulm) und am Freitag gegen den EHC Straubing die Chance, wieder Anschluss zu den vier ersten Play-off-Plätzen zu finden.
Die Personalnot hatte sich für Trainer Bohuslav Ebermann im Vergleich zum Freitag weiter vergrößert. Neben den verletzten bzw. erkrankten Verteidigern Marco Zimmermann, Marc Thumm, Michael Meixner fiel im Sturm nach Oleg Synkov auch der Grippe kranke Ponitz aus, so dass die Oberfranken nur ein kleines Aufgebot mit nur vier Abwehrspielern stellen konnten. Diese Minitruppe hielt sich im ausgeglichenen ersten Drittel dennoch beachtlich. In der Defensive wurde diszipliniert und mit Umsicht agiert und auch in der Offensive setzten sich die Nordbayern ordentlich in Szene. Nach einer Strafzeit gegen den einheimischen Stürmer Popiesch (11.) bot sich gar die Chance zur Führung. Einen Schlagschuss von Verteidiger Taborsky wehrte TSV-TW Jung allerdings mit tollem Reflex ab.
Doch nur wenige Sekunden später zappelte die Scheibe im Netz der Bayreuther. Mit einem langen Pass wurde Oswald bedient und der ehemalige DEL-Stürmer aus Kassel ließ beim Alleingang seine Routine aufblitzen. Dennoch hatte er Glück, dass dem zunächst gut reagierenden ESVB-Schlussmann Nachtmann die Scheibe über die Fanghand rutschte. Ohne dieses Glück blieb ESVB-Stürmer Jun in der 15. Minute, als er in Bedrängnis zwei Mal knapp scheiterte.
In der 17. Minute hatte "Tigers"-Tormann Nachtmann Gelegenheit bei einer Erdinger 3:1-Situation vor seinem Gehäuse, sein Können unter Beweis zu stellen, während Popiesch (20.) verzog.
Auch im zweiten Abschnitt waren die Bayreuther nicht mit allen Entscheidungen des Schiedsrichters einverstanden. Wiederholt blieben harte Attacken der Oberbayern ungeahndet. So auch in der 24. und 28. Minute, als Mazanec und Bartos in aussichtsreicher Situation unfair attackiert wurden. Während ESVB-Coach Ebermann einen Stürmertausch in den ersten Sturmreihen (Bärnreuther und Asanger) vornahm, leistete sich sein Gegenüber Erich Kühnhackl den Luxus, gleich mit vier Sturmformationen zu operieren und hatte damit Kräfte-Vorteile.
Unter Druck ließ auch die Konzentration mitunter nach. So ging dem 0:2 ein Fehler von Bartos voraus, der mit einem ungenauen Zuspiel hinter dem eigenem Gehäuse in der 33. Minute unabsichtlich die Vorlagen für die Gastgeber lieferte. Beim 0:3 (35.) hatten die Ebermann-Schützlinge nach einem Foul an ESVB-Stürmer Heinisch vergeblich auf den Pfiff des Schiedsrichters gewartet. Die blitzschnell reagierenden Erdinger schlugen aus der Situation Kapital und überlisteten TW Nachtmann erneut. Die Initiative des Bayreuther Treffers zum 1:3 ging von Kulabuchov aus, der sich mit einer feinen Aktion durchgetankt hatte, ehe Heinisch aus kurzer Distanz abschloss.
Mit zwei Pfosten-Knallern wurde das Schlussdrittel eröffnet. Sekunden nachdem TSV-Stürmer Oswald nur das Metall getroffen hatte, haderte auch ESVB-Angreifer Heinisch (42.) mit Glücksgöttin Fortuna. Obwohl bei den Gästen die Kräfte schwanden zeigten sie weiterhin unermüdlichen Einsatz. Unmittelbar vor dem vierten Einschuss der Gastgeber rettete TW Nachtmann mit Glanztaten gegen Ziesche und Popiesch, ehe die ESVB-Anhänger beinahe Grund zur Freude gehabt hätten. Ein Kolek-Geschoss prallte vom Pfosten auf die Torlinie, doch dann warf sich TSV-Keeper Jung rettend auf die Scheibe. Eine Ergebnis-Verbesserung schien auch bei Schussmöglichkeiten von Taborsky (56.) und Jun (57.) möglich.
Mit einer "Eiszeit" von nahezu 45 Minuten avancierte erneut Kolek zum Dreh- und Angelpunkt bei den "Tigers", bei denen mit Abstrichen auch Taborsky und Heinisch heraus ragten.

TSV Erding: Jung - Köppchen, Lutter; Retzer, Slaventinsky; Fl. Schneider, Krüger - Ziesche, Schütz, Popiesch; Steiger, Oswald, Feller; Dlugos, Fe. Schneider, Busch; Geipel, Jann, Sauer.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Bartos, Kolek; Taborsky, Doll - Kulabuchov, Heinisch, Asanger; Jun, Mazanec, Bärnreuther; Trolda, Häußinger, Weingran.
SR: Deibler (Peiting);
Zuschauer: 1198;
Strafminuten: Erding 10, Bayreuth 10.
Tore: 1:0 (12.) Oswald (Fe. Schneider, Steiger - 4 gegen 5), 2:0 (33.) Popiesch (Ziesche, Fe. Schneider), 3:0 (35.) Oswald (Steiger), 3:1 (38.) Heinisch (Bärnreuther, Taborsky), 4:1 (50.) Schütz (Slaventinsky).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth