"Tigers" sind wieder in Rennen

ESVB nach 6:2-Sieg über Ulm/Neu-Ulm auf Rang vier verbessert / Starke Leistung

Trotz großer Personalprobleme ist der ESV Bayreuth wieder im Rennen um die vier Play-off-Plätze. Im gestrigen Heimspiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga beendeten die Wagnerstädter ihre Negativserie gegen den EC Ulm/Neu-Ulm und rückten durch einen verdienten 6:2 (1:1, 2:0, 3:1)- Erfolg über den bisherigen Tabellennachbarn auf Position vier vor.

Mit einem Heimsieg am Freitag gegen den EHC Straubing könnte ein weiterer Verbleib im Wettstreit um die begehrten Plätze erreicht werden. Ausschlaggebend für den gestrigen Erfolg war eine ansprechende Gesamtleistung des engagiert kämpfenden ESVB-Teams, das keinen Schwachpunkt in seinen Reihen hatte.
Dabei hatten sich die Bayreuther auf Grund ihrer Personalsituation im Vorfeld eigentlich um eine Spielverlegung bemüht, nachdem am Montagabend neben Daniel Jun (Virusgrippe), Oleg Synkov (Handoperation) und Marc Thumm (Schulterprellung) auch der Einsatz von Marco Zimmermann (Knieverletzung), Jiri Heinisch (Knöchelprellung) und Markus Weingran höchst fraglich war und Michael Meixner gegenwärtig beruflich im Prüfungsstress steht. Ulms Trainer Garnet Klassen sprach sich allerdings gegen den ESVB-Vorschlag aus, obwohl auch er mit den beiden Schweden Jonas Rudberg und Peter Johansson zwei Leistungsträger ersetzen musste.
Zimmermann, Weingran, Meixner und Heinisch stellten sich jedoch bei den Einheimischen zur Verfügung, wobei Heinisch erneut durch Routine glänzte und zu den besten Akteuren auf dem Eis zählte. Er war mit einem beinahe genialen Pass Vorbereiter für das wichtige 3:1 durch Bärnreuther in der 24. Minute.
Die ersten Minuten hatten allerdings den Gästen gehört, wobei EC-Spielmacher Krueckl zwei Mal im letzten Augenblick vor dem Abschluss gestört worden war. Erst ab der 8. Minute verzeichneten die Oberfranken ihre ersten Vorstöße (Häußinger), wobei die dritte Formation ein Zeichen stetzte. Überhaupt konnte das Trio Trolda/Ponitz/Häußinger den Vergleich mit Ulms dritten Block zu seinen Gunsten entscheiden. Beim Flachschuss zur 1:0-Führung (9.) profitierte Asanger von der Bullystärke des Ex-Selbers Mazanec, der unermüdlich schuftete und nur selten von der Scheibe zu trennen war. Seine Schwäche bleibt aber weiterhin der Abschluss.
Ein Scheibenverlust des mitunter zu offensiv orientierten Kolek war Ausgangspunkt des Gästekonters, der in der 12. Minute zum Ausgleich führte. Vielleicht hätte auch ESVB-Verteidiger Bartos Vorbereiter Rau energischer attackieren müssen. Als in der 18. Minute bei einer Bankstrafe ein Kippen der Partie möglich schien, agierten die "Tigers" in Unterzahl umsichtig und wären bei einem Break beinahe zur Führung gekommen. Bei einem Heinisch-Zuspiel scheiterte der bedrängte Kulabuchov aus einem Meter an EC-Schussmann Vorderbrüggen, der sich nach 37 Sekunden des zweiten Abschnitts doch gegen Kulabuchov geschlagen geben musste. Der insgesamt starke ESVB-Stürmer zeigte bei seiner Einzelaktion Nervenstärke im Abschluss. Etwas Glück hatte Bärnreuther bei seinem Treffer zum 3:1, als der Gästeschlussmann schon "dran" schien, die Scheibe aber über die Linie kullerte. Eine Vorentscheidung wurde in der 29. Minute bei einem 5:3-Überzahlspiel (71 Sekunden) verpasst. Nach zögerlichem Beginn des Powerplays verfehlten Kolek und Taborsky jeweils um Haaresbreite und im Anschluß wurde ein Weingran-Schlenzer (31.) von TW Vorderbrüggen aus dem Winkel gefischt.
Mit konsequenter Defensivarbeit wurde der Spielfluss der Donaustädter im zweiten Drittel empfindlich gestört. Während Rau (28.) bei einem Pfostenschuss Pech hatte, scheiterten Valenti (32.) und Reich (34.) jeweils am aufmerksamen ESVB-Torsteher Nachtmann, der in den ersten Minuten des letzten Durchgangs mehr Arbeit bekam. Die Schwaben machten Druck und kamen nach 87 Sekunden zum Anschlusstreffer. Es sprach für die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann, dass sie sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen ließen und mit dem 4:2 durch den schussstarken Verteidiger Taborsky in der 46. Minute den Elan der Gäste "dämpften", die anschließend mit unschönen Attacken vergeblich versuchten, die "Tigers" aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die passende ESVB-Antwort folgte mit einem Doppelschlag in der vorletzten Minute, wobei Meixner mit einem feinen Schlagschuss den Schlusspunkt zum 6:2 setzte.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Bartos, Kolek; Taborsky, Doll; Zimmermann, Meixner - Kulabuchov, Heinisch, Bärnreuther; Asanger, Mazanec, Weingran; Trolda, Ponitz, Häußinger.
EC Ulm/Neu-Ulm: Vorderbrüggen - Valenti, Leitner; Zhukov, Singaitis; Jochem - Rau, Krueckl, Jorde; Polaczek, Bohlin, Leinsle; Wanner, Reich, Reiser.
SR: Brill (Zweibrücken);
Zuschauer: 1040;
Strafminuten: Bayreuth 8, EC Ulm/Neu-Ulm 14.
Tore: 1:0 (9.) Asanger (Mazanec), 1:1 (12.) Valenti (Rau, Jorde), 2:1 (21.) Kulabuchov (Kolek, Bartos), 3:1 (24.) Bärnreuther (Kolek, Heinisch), 3:2 (42.) Krueckl (Jorde), 4:2 (46.) Taborsky (Asanger, Mazanec), 5:2 (59.) Kulabuchov (Kolek, Taborsky - 5 gegen 4), 6:2 (59.) Meixner (Zimmermann, Ponitz).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth