Gleich mehrere "Helden" im Penaltykrimi

ESVB verwandelte 0:4-Rückstand in 6:5-Sieg gegen EV Landshut / TW Nachtmann meisterte drei Penaltys

Volksfeststimmung im Bayreuther Eisstadion: Im Verfolgerduell der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga startete der ESV Bayreuth nach einem fast aussichtslosen 0:4-Rückstand eine dramatische Aufholjagd, die letztlich auch belohnt wurde. Nach Penaltyschießen feierten die "Tigers" einen 6:5 (0:1, 2:3, 3:1)-Sieg über den bisherigen Tabellenzweiten EV Landshut.

Dabei hatte das Penaltyschießen gleich mehrere "Helden" im ESVB-Lager. Mit drei abgewehrten Schüssen kann Torhüter Markus Nachtmann ebenso zu den Matchwinnern gezählt werden wie die nervenstarken Schützen Horst Bärnreuther, Milan Mazanec und Junior Stephan Trolda, der für den vorentscheidenden 3:1-Vorsprung gesorgt hatte. Die Wermutstropfen im Freudenbecher: Vadim Kulabuchov erlitt möglicherweise einen Rippenbruch und Vladimir Kolek fiel in der Schlussphase mit Verdacht auf eine Meniskusverletzung aus.
Bereits im ersten Drittel setzten sich die Bayreuther, die neben Ponitz auch auf Asanger (beide verletzt) verzichten mussten und daher Verteidiger Bartos im dritten Angriffsblock zum Einsatz brachten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich in Szene. Ärgerlich war nur die Situation, die zum 0:1-Rückstand (3.) führte. Just als sich Verteidiger Kolek auf den Weg zur Auswechselbank machte, starteten die Niederbayern einen Konter. Der alleine durchgebrochene Bruk vollstreckte eiskalt und machte früh die Taktik der Einheimischen zu nichte, die in ähnlicher Lage bei einem Clark-Break beinahe zum 2:0 gekommen wären. TW Nachtmann parierte jedoch großartig. Weit mehr zu tun hatte allerdings sein Gegenüber Meister, der Schüsse von Heinisch (7. u. 11.) und Trolda (10.) parierte und in der 18. Minute bei einer Kulabuchov-Aktion bereits geschlagen war. Der Treffer spät wurde allerdings nicht gegeben, nachdem der Linienrichter recht spät ein Abseits signalisiert hatte. Nur 31 Sekunden später scheiterte jedoch Kulabuchov aus geringer Distanz an Meister.
Diese Pechsträhne schien sich im zweiten Drittel fortzusetzen. Nach 120 Sekunden führte ein Konter zum 0:2, als sich Kolek im Mittelabschnitt bei einem Jochem-Paß auf Bruk offensichtlich verschätzt hatte. Als nach weiteren 119 Sekunden nach zunächst unentschlossenem Eingreifen des Verteidiger-Duos Thumm und Meixner erneut die Scheibe im Netz zappelte und in der 27. Minute Bruk mit einem verdeckten Schuss zum 4:0 für die Isarstädter traf, schien die Partie für die Oberfranken gelaufen.
Ausgerechnet ein Treffer eines Juniors gab im ESV-Team das Signal zur Aufholjagd. Nach feinem Weingran-Paß lupfte Trolda im Fallen den Puck unter die Latte (30.). Die Volkseele kochte, als Schiedsrichter Bucala in der 32. Minute mit einer Regelbeugung EVL-Stürmer Clark wieder von der Strafbank holte, doch damit war offensichtlich das Feuer im Team der "Tigers geschürt". Nach einer neuen Regel hätte Clark, nachdem er seinen Helm verloren hatte, nicht mehr ins Geschehen eingreifen dürfen. Zu diesem Zeitpunkt hatte man nach den Worten des Vorsitzenden Michael Böhner schon einen Protest in Erwägung gezogen.Für die sportliche Antwort sorgten allerdings die ESVB-Cracks in Überzahl. Nach Kulabuchovs Pfosten-Schuss drückte Heinisch die Scheibe zum 2:4 (39.) über die Linie.
Eine Schlüsselszene im Schlussdrittel (44.) brachte offensichtlich den Gast aus der Fassung. Nach einem Angriff durch Heinisch und Kulabuchov wird letzter von Jochem böse attackiert und musste verletzt vom Eis, während der Übeltäter fünf Minuten plus eine Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt. Diese Überzahlsituation nutzten Mazanec (46.) und Heinisch (47.) zum Ausgleich. Die ESVB-Defensive wirkte zwar gefestigt, dennoch gelang Landshut in der 58. Minute das 6:5. Umstrittene Entscheidungen brachten zwar die Fans in Rage, nicht aber die "Tigers", die buchstäblich in letzter Sekunden zum Ausgleich kamen. In der Verlängerung schien der Altmeister bei Chancen von Boiger (62.) und Adamus (63.) dem Siegtreffer zwei Mal sehr nahe.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Kolek; Zimmermann, Doll; Thumm; Meixner - Kulabuchov, Heinisch, Bärnreuther; Jun, Mazanec, Häußinger; Trolda, Weingran, Bartos.
EV Landshut: Meister - Roupal, Jocher; Poudrier, Vogl; Schubert, Uvira - Bruk, Meier, Adamus; Clark, Zawatsky, Boiger; Mühlbauer, Brittig, Absteiter.
SR: Bucala (Herrischried);
Zuschauer: 1674;
Strafminuten: Bayreuth 8 plus 10 gegen Meixner; Landshut: 12 plus 5 plus Spield. gegen Jochem.
Tore: 0:1 (4.) Bruk (Jocher - 4 gegen 4), 0:2 (23.) Bruk (Jocher), 0:3 (24.) Mühlbauer (Brittig, Abstreiter), 0:4 (27.) Bruk (Adamus), 1:4 (30.) Trolda (Weingran), 2:4 (39.) Heinisch (Kulabuchov - 5 gegen 4), 3:4 (46.) Mazanec (Heinisch - 5 gegen 4), 4:4 (47.) Heinisch (Kolek - 5 gegen 4), 4:5 (58.) Zawatsky (Clark), 5:5 (60.) Heinisch (Bärnreuther),



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth