Erneuter Hader mit dem Schiri

Ausgleich der kampfstarken ESVB-Rumpftruppe nicht anerkannt / 0:2 in Ulm


Wie am Freitagabend gegen den EV Landshut waren auch gestern die Cracks des ESV Bayreuth im Auswärtsspiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga nicht sonderlich gut auf den Schiedsrichter zu sprechen. Bei der O:2-(O:O, 0:1, 0:1)-Niederlage beim EC Ulm/Neu-Ulm übersah der Unparteiische einen Jun-Treffer zum möglichen 1:1 (41.), während er beim 0:2 ein Abseitssignal seines Linienrichters ignorierte.

Im Wettstreit um den für die Play-off-Aufstiegsrunde wichtigen vierten Platz hat nun das morgige Heimduell der "Tigers" (5.) mit dem punktgleichen TSV Erding (4.) vorentscheidende Bedeutung.

Eine weitere Hiobsbotschaft erreichte ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann gestern wenige Stunden vor Spielbeginn: Nach Stefan Ponitz, Vadim Kulabuchov und Vladimir Kolek musste verletzungsbedingt auch Verteidiger-Scharfschütze Pavel Taborsky (Bänderverletzung) passen. Nachdem Vlastimil Bartos als Mittelstürmer in der dritten Angriffsreihe einspringen musste, standen gar nur vier Verteidiger zur Verfügung. Vorher hatte sich Stürmer Peter Asanger nach kurzer Verletzungspause wieder zurück gemeldet, während der aus Michelfeld stammende Junior Thorsten Ziegler erstmals ins Aufgebot der Oberliga-Mannschaft rückte.

Unter diesen Umständen setzten sich die Wagnerstädter im ersten Drittel beachtlich in Szene. Sie verzeichneten einige gute Kontermöglichkeiten und hätten bei etwas Glück sogar in Führung gehen können. Die Donaustädter ihrerseits mussten auf ihren spielstarken Kanadier Jason Krueckl verzichten. Dafür konnten die Schwaben wieder ihren Stammkeeper Vorderbrüggen aufbieten, der in der 2. Minute von Bärnreuther und Asanger geprüft wurde. Die Führung der Gäste schien in der 10. Minute fällig, doch Bärnreuther übersah bei einem Konter den mitgelaufenen Heinisch, der eine bessere Schussposition gehabt hätte. Während Vorderbrüggen bei einem tückischen Zimmermann Schlenzer (15.) Mühe hatte, machte er zwei Jun-Einzelaktionen (13. und 18.) geschickt zu nichte.

Auch ESVB-Keeper Nachtmann hatte wiederholt Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Er wehrte zunächst Schüsse vom früheren russischen Nationalverteidiger Zhukov (4.) und Leinsle (5.) ab und rettete während einer kritischen Unterzahlphase zwei Mal gegen Leitner (11). Obendrein hatte er Glück, dass ECU-Torjäger Rudberg (im Vorjahr Bayreuth) freistehend (14.) verzog.

Auch im zweiten Drittel erzwangen die aufopferungsvoll kämpfenden Oberfranken zunächst ein offenes Spiel. Bei einer Strafzeit gegen ECU-Stürmer Rau (22.) scheiterten aber Zimmermann, Doll und Asanger am einheimischen Schlussmann, der in der 25. Minute mit einer Glanztat einen Weingran-Schuss entschärfte.

Zwei Unterzahlphasen in Folge nach Strafzeiten gegen Thumm (25.) und Mazanec (27.) konnte der unter Druck geratene Gast aber nicht mehr wegstecken. Auf Zuspiel seines schwedischen Landsmanns Rudberg vollstreckte Bohlin zum 1:0 für die Schwaben, die anschließend in spielerischer Hinsicht etwas Oberwasser bekamen. Trotzdem boten sich den Ebermann-Schützlingen Chancen zum Ausgleich. Jun (33. und 39.) Heinisch (34.) und Trolda (40.- Volleyschuss nach tollem Mazanec-Pass) konnten aber den einheimischen Keeper nicht überwinden. Ungeahndet blieb ein Foul an ESV-Verteidiger Meixner in der 38. Minute, der nach einem Schlag ins Gesicht "genäht" werden musste.

Der Abwehrspieler konnte im Schlussabschnitt aber wieder mitwirken, der beinahe mit einem Bayreuther Paukenschlag begonnen hätte. Nach, einem Jun-Distanzschuss war ECU-Keeper Vorderbrüggen die Scheibe kurz über die Torlinie gerutscht, doch der Schiedsrichter hatte die Situation offensichtlich nicht gesehen. Weiteres Pech: Nach einem Jun-Pass setzte Heinisch den Puck an den Pfosten (48.), ehe auf der Gegenseite Nachtmann mit einer Glanzparade gegen Leinsle klärte. Umstritten war auch die Situation die zum Ulmer 2:0(50.) führte. Nach einem Leinsle-Pass war Polaczek klar im Abseits, das der Linienrichter auch signalisierte hatte. Der Hauptschiedsrichter ließ allerdings weiter spielen und der Ulmer nutzte die Gunst der Stunde.

Ungenutzt blieb hingegen die anschließende Überzahlsituation für die Gäste (42 Sekunden bei 5:3), wobei nicht nur in dieser Phase die ESVB-Distanzschützen Kolek und Taborsky vermisst wurden. Fragwürdige Strafzeiten gegen Zimmermann (55.) und Bartos (57.) sowie ein Wechselfehler, als TW Nachtmann (59.) für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis wollte, erstickten aber die Bayreuther Bemühungen.

Die besten Noten beim ESVB verdienten sich Mazanec und TW Nachmann, während bei den Donaustädtern Rau und TW Vorderbrüggen herausragten.

EC Ulm/Neu-Ulm: Vorderbrüggen -Valenti, Zhukov; Johansson, Leitner; Reiser, Singaitis, Leisle, Rau, Polaczek; Bohlin, Reich, Rudberg; Jorde, Wanner, Emminger.
ESV Bayreuth: Nachtmann Doll, Zimmermann, Meixner, Thumm Jun, Heinisch, Bärnreuther; Asanger, Mazanec, Häußinger, Trolda, Bartos, Weingran; Ziegler.
SR: Langer (Zweibrücken)
Zuschauer: 487;
Strafminuten: Ulm/Neu-Ulm: 12, Bayreuth 20 plus 10 gegen Zimmermann (Reklamieren).
Tore: 0:1 (28.) Bohlin (Rudberg - 5 gegen 4), 0:2 (5.0.) Polaczek (Leisle, Rau).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth