0:1-Rückstand nach 28 Sekunden

ESVB setzte sich beim Spitzenreiter Straubing ordentlich zur Wehr / 2:4-Niederlage

Früh zerstört wurde das Konzept des ESV Bayreuth im Gastspiel beim EHC Straubing. Bereits nach 28 Sekunden geriet der ESVB beim Spitzenreiter der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga mit 0:1 in Rückstand. Mit 2:4 (0:2, 1:1, 1:1) setzten sich die personell geschwächten Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann insgesamt ordentlich in Szene.

In den anstehenden drei Aufgaben könnte eine Entscheidung fallen, ob die "Tigers" weiter im Rennen um die vier Play-off-Plätze mitmischen können.
Einen Fehlstart verzeichneten die Oberfranken, die aus schulischen Gründen auch auf ihren Verteidiger Vlastimil Bartos verzichten mussten. Bereits nach 28 Sekunden zappelte der Puck im Netz des ESVB-Tores, nachdem die Niederbayern nach gewonnenem Bully klug aufgebaut hatten. Verteidiger-Routinier Schendelev bediente Vöst, dessen Abspiel dann bei Torjäger Sicinski landete. Der Kanadier zog aus drei Metern mit einem Flachschuss ab. Und der Gast stand weiter unter Druck. Nach einer Strafzeit gegen Taborsky (2.) "pflückte" Torhüter Nachtmann einen Kößl-Schuss mit der Fanghand (4.), ehe er gegen Ex-Nationalstürmer Franz (6.) rettete.
Nicht so recht auf Touren kam das Bayreuther Überzahlspiel nach einer Strafzeit gegen Franz. Während TW Nachtmann bei einem Straubinger Break gegen den durchgebrochenen Trew zunächst noch klärte, musste er sich beim zweiten Versuch des Kanadiers (8.) geschlagen geben. Die Einheimischen hatten dabei von einem Meixner-Fehlpass auf Taborsky profitiert.
Erst in der 13. Minute war der erste zwingende Angriff der Oberfranken zu registrieren, als Trolda aus spitzem Winkel Maß nahm. Probleme hatte EHC-Schlussmann Burkhardt bei einem Jun-Schlagschuss (13.), den er erst im Nachfassen entschärfte. Eine Meixner-Strafzeit (14.) blieb ohne Folgen, ehe in den letzten Minuten des ersten Abschnitts von Heinisch (17. - Rückhandschlenzer) sowie Jun (18. - nach einem Solo) und Asanger (Nachschuss) Torgefahr ausging.
Ausgeglichen verlief der zweite Abschnitt. Während der Spitzenreiter die größere Anzahl der Möglichkeiten verbuchte, kam der Gast zu den zwingenderen Chancen. Glück hatten Doll und Co., als Reader (22.) nach einem präzisen Hoogsteen-Zuspiel die Scheibe nicht voll traf. Auf der Gegenseite wurde Jun nach einem Heinisch-Pass von zwei EHC-Verteidigern in die "Mangel", genommen, doch eine Strafzeit blieb aus. Eine Heinisch-Aktion war in der 24. Minute Ausgangspunkt des Bayreuther Anschlusstores. EHC-Keeper Burkhardt bekam den Schuss des ESVB-Stürmer-Routiniers nicht unter Kontrolle und der nachsetzende Bärnreuther vollstreckte aus kurzer Distanz.
Doch die Freude im ESVB-Lager wurde rasch getrübt. Einen Abwehrschnitzer von Zimmermann ließen sich die Donaustädter nicht entgehen. Trew (25.) bewies dabei mit seinem Pass auf Sicinski Übersicht. Eine klare Weichenstellung verpasste Trew bei seiner Doppelchance in der 30. und 31. Minute, ehe sich Straubing sogar ein kurzzeitiges 5:3-Überzahlspiel entgehen ließ. Schendelev scheiterte am aufmerksamen TW Nachtmann (34.), ehe in den nächsten Minuten bei Chancen von Bärnreuther (38.) Heinisch und Jun (40.) ein zweiter ESVB-Treffer förmlich in der Luft lag.
In Unterzahl konnte der Gast die endgültige Entscheidung nicht verhindern. Nach einer Heinisch-Strafzeit bewies der Spitzenreiter zunächst Geduld, ehe ein Treffer von Franz das 4:2 brachte. ESVB-Keeper Nachtmann war bei diesem Schlagschuss offensichtlich die Sicht versperrt. Eine höhere Torausbeute der Einheimischen versäumte der Kanadier Hoogsteen in der 52. Minute, als er in Überzahl die Scheibe am fast leeren ESVB-Gehäuse vorbei bugsierte.
Es sprach für die Moral der Wagnerstädter, dass sie bis zum Schluss um eine Ergebnisverbesserung bemüht waren. Zunächst brachten sie ihre Powerplay-Qualitäten in Erinnerung, als Vöst (54.) auf der Strafbank Platz nehmen musste. Ein Taborsky-"Hammer" konnte von EHC-Torwart Burkhardt nur mit Mühe abgewehrt werden. Als die Chance schon vorbei schien, umkurvte Jun mit einer Einzelaktion zwei einheimische Verteidiger und Asanger verkürzte im Nachschuss.
Auffälligster Akteur beim EHC Straubing war zweifellos Torjäger Sicinski, während beim ESVB von Heinisch und Jun die meisten Impluse ausgingen. Debütant Crawford fügte sich gut ein.

EHC Straubing: Burkhardt - Wittl, Schendelev; Duris, Zulyniak; Kößl, Pacula - Trew, Sicinski, Vöst; Preuß, Franz, Hoogsteen; Brook, Reader, Knott; Trattner, Setz.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Zimmermann, Doll; Thumm - Jun, Heinisch, Bärnreuther; Asanger, Mazanec, Crawford; Trolda, Ponitz, Häußinger.
SR: Aumüller (Ottobrunn);
Zuschauer: 1600;
Strafminuten: Straubing 8, Bayreuth 12 plus 10 gegen Meixner (Reklamieren).
Tore: 1:0 (1.) Sicinski (Vöst, Schendelev), 2:0 (8.) Trew (Sicinski - 4 gegen 5), 2:1 (24.) Bärnreuther (Heinisch), 3:1 (25.) Sicinski (Trew, Vöst), 4:1 (42.) Franz (Setz - 5 gegen 4), 4:2 (55.) Asanger (Jun - 5 gegen 4).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth