Drei Mal Ausgleich weggesteckt

ESVB feierte mit 5:4 ersten Heimsieg gegen Crimmitschau und rückte auf Platz fünf

Nach dem ersten Auswärtssieg vor drei Wochen (3:1) hat der ESV Bayreuth nun auch auf eigenem Eis seine Bilanz gegen den ETC Crimmitschau verbessert. Im dritten Heimspiel der Saison gegen die Westsachsen holte er gestern abend mit 5:4 (2:1, 2:3, 1:0) die ersten Punkte, wobei er nach einer 2:0-Führung drei Mal einen Ausgleich wegstecken musste. Vor dem zweiten Heimspiel des Wochenendes morgen um 18.30 Uhr gegen den EHC Braunlage verbesserte sich der ESVB damit in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga auf den fünften Platz.

Anfangs verlief für die Partie wohl ganz nach den Vorstellungen der Bayreuther: Sie wurden von unnötigen Strafzeiten für den nur im ersten Drittel mit wirkenden Jakovenko (2.) und Schröder (7.) ins Spiel gebracht und profitierten schließlich beim verdienten 1:0 von einem Fehler der Gäste beim Aufbau im eigenen Drittel. Beim erfolgreichen Forechecking von Jun waren alle Crimmitschauer schon in der Vorwärtsbewegung, so dass Bärnreuther völlig unbedrängt Maß nehmen konnte.
Damit war die Basis für das defensive Spiel des ESVB geschaffen. Er war dabei trotz des hohen Tempos immer rechtzeitig formiert, um kaum klare Chancen der Gäste zuzulassen. Als die Bayreuther dann auch noch selbst eine gar nicht sehr zwingend wirkende Situation vor dem ETC-Tor zum 2:0 nutzten, war die Zwischenbilanz nach 17 Minuten praktisch optimal. Allerdings schafften es die Gastgeber dann nicht auf Dauer, eigene Fehler zu vermeiden. Erstes Warnsignal in dieser Hinsicht war ein kapitaler Schnitzer von Bartos vor dem eigenen Tor, den Torwart Nachtmann ausbügelte (12.), und der erste Rückschlag resultierte aus einer kollektiven Unaufmerksamkeit. Beim 2:1 stand nämlich der dritte ESVB-Block gegen den ersten des Gegners auf dem Eis.
Nach dem 2:2, das aus einem verlorenen Zweikampf von Doll hinter dem Tor resultierte, war die Partie dann von so vielen Unsicherheiten in beiden Abwehrreihen geprägt, dass man trotz des Tempos, der Spannung und der ständigen Abwechslung über das Niveau streiten konnte. Am klarsten heraus gespielt war das 3:2, als Trolda ein scharfes Zuspiel von Ponitz mit einem Direktschuss unter die Latte verwertete. Die Freude darüber währte allerdings nur 17 Sekunden, dann hatte sich die erste Bayreuther Formation schon das 3:3 eingehandelt.
Auch danach ärgerte man sich abwechselnd zunächst im Lager der Gäste über einen klassischen "Bauerntrick" von Crawford, der ansonsten bei seinem Heimdebüt eher unauffällig mitlief, und dann beim ESVB über ein Gegentor in Überzahl. Nachdem die Bayreuther bei ihrem unentschlossen wirkenden Powerplay zu weit aufgerückt waren und sich einen Scheibenverlust leisteten, führte ein Konter genau eine Sekunde vor dem Ende der Strafe zum 4:4. Kurz zuvor hatte Nachtmann eine ganz ähnliche Situation gegen Henkel noch bereinigen können.
Aus dieser Sicht war es überraschend, dass mit dem 5:4 nach prächtigem Zusammenspiel zwischen Bärnreuther und Heinisch (Schlagschuss) 37 Sekunden nach Beginn des letzten Drittels schon die Entscheidung gefallen war. Die Bayreuther fanden danach jedoch zu mehr Stabilität in der Defensive (wo Weingran statt Bartos mit wirkte) und konnten sich auch immer wieder so wirkungsvoll befreien, dass kein Dauerdruck entstand und mitunter ein 6:4 sogar näher lag als ein 5:5. Daran änderte sich auch in den letzten 33 Sekunden mit sechs ETC-Feldspielern nichts. Jun kam sogar einem Treffer ins leere Tor nahe.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm; Weingran - Jun, Heinisch, Bärnreuther; Crawford, Mazanec, Asanger; Trolda, Ponitz, Häußinger.
ETC Crimmitschau: Eriksson - Tischler, Jakovenko; Winstanley, Weiß; Solf, Maaß - Henkel, Krause, Steinbock; Murkisch, Bartoska, Schulz; Losch, Schröder, Heine; Kreißl.
SR: Sander (Peiting);
Strafminuten: Bayreuth 2, Crimmitschau 8;
Zuschauer: 2378.
Tore: 1:0 (11.) Bärnreuther (Jun), 2:0 (17.) Taborsky (Jun), 2:1 (19.) Krause (Henkel, Steinbock), 2:2 (27.) Bartoska (Heine), 3:2 (30.) Trolda (Ponitz), 3:3 (30.) Krause (Henkel), 4:3 (34.) Crawford (Mazanec, Asanger), 4:4 (38.) Tischler (Schulz - 4 gegen 5), 5:4 (41.) Heinisch (Bärnreuther).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth