"Gerechter Lohn für tollen Kampfgeist"

Asanger-Siegtor zum 4:3 des ESV Bayreuth gegen Deggendorf drei Sekunden vor Schluss der Verlängerung

Nach zahlreichen "Zitterphasen" hatten die Anhänger des ESV Bayreuth im gestrigen Heimspiel gegen den Tabellenletzten der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, Deggendorfer EC, doch noch Grund zum Feiern. Drei Sekunden vor Ablauf der Verlängerung bugsierte Peter Asanger die Scheibe zum 4:3 (1:0, 1:1, 1:2) über die Torlinie der Gäste, die nach ihrer 3:2-Führung in der 46. Minute auf Erfolgskurs schienen.

Erst ein "Hammer" zum 3:3 (56.) von Verteidiger Pavel Taborsky ermöglichte eine Verlängerung, in der die Niederbayern mehrmals der Entscheidung nahe waren. Doch weder der Kanadier Smillie (61.) noch der überragende Greilinger (62.) oder Retzer (64.) konnten den wiederum ausgezeichneten ESVB-Keeper Markus Nachtmann überlisten, ehe dann ein Asanger-Überraschungsschuss noch zwei Punkte sicherte.
"Das Siegtor kurz vor der Schlusssirene war der gerechte Lohn für den tollen Kampfgeist meines Teams", jubelte ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann unmittelbar nach der Entscheidung, der kein Geheimnis aus seinen Bedenken gemacht hatte. "Das Spiel am Freitagabend beim Spitzenreiter Regensburg hat viel Kraft gekostet. Doch mit Unterstützung unserer Anhänger gab es doch noch eine Ausbeute für unsere Mannschaft."

Umstrittenes 2:3

Nahezu "verraucht" war zu diesem Zeitpunkt der umstrittene Gegentreffer zum 2:3 in der 46. Minute, als Greilinger den Puck unter dem auf der Scheibe knieenden ESVB-Schlussmann Nachtmann über die Torlinie stocherte. Ebermann hatte auch Verständnis über den anschließenden Ärger seines Keepers nach Anerkennung des Tores. "Unsere Spieler hatten einen Pfiff des Schiedsrichter gehört und beendeten ihre Aktion. Ein Pfiff wäre anderseits auch logisch gewesen, denn Nachtmann hatte den Puck sicher unter seinem Schoner. Der ,Schiri" muss sogar unterbrechen, um den Torhüter zu schützen." Die langen Diskussionen mit dem Unparteiischen brachten aber letztlich doch nichts.
DEL-Schiedsrichter von de Fenn war bereits im ersten Drittel gefordert. Schon nach sieben Minuten waren sich DEG-Stürmer Hess und der einheimische Verteidiger Zimmermann in die Haare geraten und nach einer Keilerei schickte er die beiden "Kampfhähne" mit Spieldauerdisziplinarstrafen zum Duschen. Leicht hätte der in den letzten Wochen starke ESVB-Abwehrspieler dieses Strafmaß vermeiden können, wenn er nach der gegen den Gast angezeigten Strafzeit abgedreht wäre. Zimmermann wird seinem vom Verletzungspech gebeutelten Team somit am Dienstagabend beim schweren Spiel in Landshut fehlen.
Nach diesen Strafen riss schnell der Faden der Oberfranken, die furios begonnen hatten. Eine hohe Eigenfehlerquote und ungenaues Passspiel brachten den Spielfluss phasenweise zu Erliegen, während Deggendorfs Konter durch Schuster (11.) und Heinz (15.) stets gefährlich waren. Aus einer "halben Chance" erarbeitete sich der vorbildlich rackernde Mazanec die 1:0-Führung 37 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels. Der Angriff durch Trolda war schon abgeblockt, als sich der Ex-Selber die Scheibe zurückeroberte und vollstreckte.
Pech hatten die "Tigers" in den ersten Sekunden des zweiten Abschnitts. Tabrosky traf nach 38 Sekunden nur die Latte, ehe Jun den Nachschuss um wenige Zentimeter über des DEC-Gehäuse setzte. Doch auch dieser Elan war schnell verflogen, denn mit Einzelaktionen war nur wenig auszurichten. Nachdem der grippegeschwächte Heinisch nicht wie zuletzt Impulse geben konnte, hingen Jun und Bärnreuther förmlich in der Luft. Von Mazanecs Übersicht im zweiten Angriff profitierte in erster Linie Asanger, während der dritte Block kämpferisch Paroli bot. Zu verhindern war allerdings der Ausgleich (26.), als Bartos DEC-Torjäger nicht energisch genug abblockte.
Und beinahe hätten die Gäste weitere Treffer erzielen können, als Kulzer (28.), Smillie (34.) und der auffällige Offensivverteidiger Tsyplalov (35.) jeweils am reaktionsschnellen Nachtmann scheiterten. Umso überraschender fiel die Führung der Einheimischen, als Asanger mit einem sehenswerten Nachschuss (38.) traf, nachdem ein Crawford-Schuss abgewehrt worden war.
Ein ESVB-Durchhänger zu Beginn des letzten Durchganges hätte beinahe die Punkte gekostet. Beim Deggendorfer Ausgleich durch den freistehenden Fournier war die Defensivabteilung von ihren Vorderleuten förmlich im Stich gelassen worden. Als ein Thumm-Schlagschuss von Trolda an den Pfosten (45.) abgefälscht wurde und fast im Gegenzug das 2:3 fiel, schien das ESVB am Boden. Doch der Kampfgeist wurde noch belohnt.

ESV Bayreuth:Nachtmann - Taborsky, Meixner; Zimmermann, Doll; Weingran, Thumm; Bartos - Jun, Heinisch, Bärnreuther; Crawford, Mazanec, Asanger; Trolda, Ponitz, Häußinger.
Deggendorfer EC:Cinibulk - Weber, Tysplakov; Borberg, Mainer; Weinzierl, Fournier - Pongratz, Schuster, Wiele; Heinz, Ledlin, Kulzer; Greilinger, Smillie, Hess; Retzer.
SR: Von de Fenn (Peiting),
Zuschauer: 1578;
Strafminuten:Bayreuth 16 plus 10 gegen Ponitz, plus 5 plus Spieldauerd. gegen Zimmermann, Deggendorf 22 plus 10 gegen Fournier, plus 5 plus Spieldauerd. gegen Hess.
Tore: 1:0 (20.) Mazanec, 1:1 (27.) Greilinger (Schuster, Fournier), 2:1 (38.) Asanger (Doll, Crawford), 2:2 (42.) Fournier (Wiele, Smillie, 2:3 (46.) Greilinger (Ledlin), 3:3 (56.) Taborsky (Jun), 4:3 (65.) Asanger (Mazanec, Taborsky).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth