Mit Kampf den Schaden begrenzt

Mit zehn Feldspielern stand ESVB beim 2:6 in Landshut auf verlorenem Posten

Einen weiteren Kraftakt musste der ESV Bayreuth in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gestern abend beim EV Landshut vollbringen. Nachdem das ohnehin kleine Aufgebot durch den Ausfall von Thumm (Bluterguss am Knie) und Crawford (Spieldauer-Strafe) auf zehn Feldspieler dezimiert worden war, musste es kämpferisch alles geben, um den Schaden auf eine 2:6 (1:1, 0:3, 1:2)-Niederlage zu begrenzen.

Vor Beginn war die Ausgangslage für den ESVB schon alles andere als viel versprechend. Während der EV Landshut mit 19 Feldspielern antrat, waren auf Bayreuther Seite nur vier Verteidiger und acht Stürmer zur Stelle. Mazanec musste "Doppelschichten" absolvieren, um die dritte Reihe zu vervollständigen. Der Auftakt war dann aber ideal dafür, den Gästen Mut zu machen. Der von Mazanec frei gespielte Jun scheiterte bei der ersten großen Chance nach nur 39 Sekunden noch am einheimischen Torwart Meister, aber schon der zweite Versuch hatte Erfolg: Trolda erzielte mit einem Schlagschuss von der blauen Linie die Bayreuther Führung.
Danach schafften es die Gäste mit viel Kampfgeist, die Partie weitgehend ausgeglichen zu gestalten, obwohl die Landshuter ihre angekündigte körperbetonte Spielweise von Anfang an in die Tat umsetzten. Übertriebene Härten wurden allerdings zunächst auch von Schiedsrichter Trainer konsequent geahndet, so dass im ersten Drittel acht Strafminuten den Spielfluss der Gastgeber hemmten. Um wenigstens mit einem Gleichstand in die Pause gehen zu können, benötigten die Niederbayern sogar eine Portion Glück. Der Ausgleichstreffer resultierte nämlich aus einem unübersichtlichen Gedränge vor dem ESVB-Tor, in dem ein Zawatsky-Weitschuss so kurios abgefälscht wurde, dass er über Torwart Nachtmann hinweg trudelte. Außerdem hatten die Bayreuther die klarste Chance zu einem zweiten Treffer: Als Bärnreuther einen Alleingang übers ganze Feld mit einem Schlagschuss abschloss, geriet EVL-Torwart Meister ins Straucheln und hatte große Mühe, die Scheibe noch ganz knapp am Tor vorbei zu lenken (16.).
Vom Beginn des zweiten Drittels an hatten die Bayreuther aber der körperlichen Überlegenheit der Landshuter allmählich immer weniger entgegen zu setzen. Das lag vor allem daran, dass Schiedsrichter Trainer in der unsauber geführten und entsprechend zerfahrenen Partie zunehmend die Übersicht verlor und auch als Folge davon das Bayreuther Rumpfteam noch weiter dezimiert wurde. Zunächst fiel Thumm nach einem Stockschlag aufs Knie aus, der nicht nur ungeahndet blieb, sondern praktisch auch noch der Ausgangspunkt für das Tor zum 2:1 im direkten Gegenzug war. Unmittelbar nach dem 3:1, das durch einen abgefälschten Rückpass sehr glücklich zu Stande kam, mussten die Bayreuther dann auch noch ohne Crawford auskommen, der sich für einen Stockschlag am Ende einer Rangelei mit Vogl fünf Strafminuten plus Spieldauer-Strafe einhandelte (34.). Der Kanadier ist somit für das Heimspiel am kommenden Freitag gegen EC Ulm/Neu-Ulm gesperrt.
In der fünfminütigen Unterzahl stand dann Torwart Nachtmann im Blickpunkt, der sich nur bei einem Schlagschuss von Poudrier geschlagen gab, als ihm die Sicht verdeckt war. Ansonsten glänzte er vor allem bei einer großartigen Parade gegen Eltner (38.), aber auch bei Schüssen von Meier und Schubert (jeweils 39.).
Das letzte Drittel bot weitgehend ein Spiel auf ein Tor, das vom ESVB-Rumpfteam mit imponierendem Kampfgeist verteidigt wurde. Zwölf weitere Strafminuten gegen Landshut halfen aber auch mit, den Druck immer wieder etwas zu verringern. Die letzte Überzahl-Situation nutzten die Gäste am Ende auch noch zu einem Treffer, der sowohl bei der Vorbereitung, als auch beim Abschluss durch Bärnreuthers Schuss in den Winkel vielleicht sogar der schönste des Tages war. Das 6:2 fiel dann erst drei Sekunden vor Schluss.

EV Landshut: Meister - Uvira, Schubert, Jocher, Poudrier, Vogl, Eltner, Toupal - Yazdi, Clark, Zawatsky, Brittig, Hundhammer, Meier, Abstreiter, Adamus, Bruk, Boiger, Breiteneicher, Führmann.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Doll, Thumm - Jun, Mazanec, Bärnreuther; Crawford, Ponitz, Asanger; Trolda, Häußinger.
SR: Trainer (Bad Aibling);
Strafminuten: Landshut 24, Bayreuth 16 plus 5 plus Spieldauer gegen Crawford (Stockschlag);
Zuschauer: 1079.
Tore: 0:1 (3.) Trolda (Mazanec, Häußinger), 1:1 (15.) Poudrier (Bruk, Zawatsky), 2:1 (29.) Schubert (Jocher), 3:1 (34.) Breiteneicher, 4:1 (37.) Poudrier (Clark, Zawatsky - 5 gegen 4), 5:1 (48.) Breiteneicher (Zawatsky), 5:2 (59.) Bärnreuther (Jun, Meixner - 5 gegen 4), 6:2 (60.) Breiteneicher (Clark - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth