Zimmermann erlitt Oberschenkelbruch

Jun dreifacher Torschütze beim wichtigen 4:3-Sieg über den EC Ulm/Neu-Ulm / ESVB-Treffer in kritischen Phasen

Die Freude über den wichtigen Heimsieg erhielt einen "Dämpfer". Durch ein 4:3 (1:1, 2:2, 1:0) über den EC Ulm/Neu-Ulm bleibt der personell gebeutelte ESV Bayreuth in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga zwar im Rennen um den vierten Play-off-Platz, doch erlitt Verteidiger Marco Zimmermann in der 36. Minute einen Oberschenkelbruch. Als dreifacher Vollstrecker in kritischen Phasen war Daniel Jun maßgeblich am Erfolg des kampfstarken ESVB beteiligt.

Durch Nachlassigkeiten in der Defensive (Meixner) musten die Einheimischen einen frühen Rückstand (4.) hinnehmen, wobei Ulms blitzschnell reagierender Kanadier Krueckl unbedrängt zum Einschuss kam und drei Bayreuther mehr oder weniger als Zuschauer assistierten. Überhaupt wirkten die Gäste in zahlreichen Situationen spritziger. Die beiden ersten Blöcke hinterließen einen homogenen Eindruck, während sich die Schützlinge von Bohuslav Ebermann viele Fehlpässe erlaubten. Das Paradebeispiel: Das 5:3-Überzahlspiel (52 Sekunden) in der 13. Minute "lebte" ausschließlich von Zufallsaktionen. Die zweite Strafzeit (Rudberg) war bis auf 18 Sekunden abgelaufen, als ein von Heinisch inszenierter Spielzug überraschend zum erfolgreichen Abschluss führte. Jun setzte sich am rechten Flügel mit einer Einzelaktion durch und vollstreckte.
Der ausgeglichene Spielverlauf entsprach lange dem Geschehen auf dem Eis, wobei die Donaustädter mitunter die zwingenderen Situationen verzeichneten. Bei den "Tigers" glänzte jedoch wiederum Torhüter Nachtmann als Retter in höchster Not, als er gegen die stets gefährlichen Rau (17., 20. u. 21.), Krueckl (21.) und Bohlin (24.) einen erneuten Rückstand verhinderte. Pech hatte ESVB-Verteidiger Thumm (25.) mit einem Schuss an den Innenpfosten, ehe die Einheimischen bei einer Trolda-Strafzeit unter Druck gerieten.
Direkt von der Strafbank kommend sorgte allerdings der junge Tolda für einen Höhepunkt. Vom fleißigen Jun mit einem Traumpass bedient, zeigte er Cleverness im Abschluss und verlud Gästekeeper Vorderbrüggen mit einem sehenswerten Schlenzer zum 2:1 (27.). Als Jun mit einem abgefälschten Schuss unmittelbar nach einem abgefangenen Konter der Gäste auf 3:1 (33.) erhöhte, schien eine Weichenstellung erfolgt, doch erneute Nachlässigkeiten im Defensivverhalten wurden mit zwei Gegentreffern zum Ausgleich bestraft. Offensichtlich hatte man ebenso kurzzeitig die Übersicht verloren wie Schiedsrichter Schnabl, der eine unfaire Bohlin-Attacke an ESVB-Verteidiger Zimmermann (36.) übersehen hatte. Der Abwehrspieler erlitt einen Oberschenkelbruch und fällt für den Rest der Saison aus. Nachdem Bärnreuther (Bauchmuskelzerrung) ebenso passen musste wie im Schlussdrittel der bereits angeschlagene Verteidiger Thumm stellte Coach Ebermann auf zwei Blöcke um. Trotzdem konnte er Vorteile der Gäste nicht verhindern, die ab der 50. Minute am "Drücker" waren, doch Zhukov (50.), Jorde (50. und 53.) und Rau (51.) scheiterten entweder an Keeper Nachtmann oder verfehlten das ESVB-Gehäuse nur knapp. Just in dieser Drangphase schockte Jun den Gast mit dem 4:3 nach wiederum feiner Einzelaktion. Der auffällige Stürmer hätte in der 58. Minute das Bangen bis zur Schlusssirene vorzeitig beenden können.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Zimmermann, Doll; Bartos, Thumm - Jun, Heinisch, Bärnreuther; Asanger, Mazanec, Ponitz; Trolda, Weingran, Häußinger; Ziegler.
EC Ulm/Neu-Ulm: Vorderbrüggen - Zhukov, Valenti; Johansson, Leitner; Emminger, Reiser; Juchems - Rau, Krueckl, Jorde; Rudberg, Bohlin, Leinsle; Polaczek, Reich, Wanner.
SR: Schnabl (Frankfurt);
Zuschauer: 1481;
Strafminuten: ESVB 12, Ulm 20.
Tore: 0:1 (4.) Krueckl , 1:1 (14.) Jun (Heinisch - 5 gegen 4) 2:1 (21.) Trolda (Jun), 3:1 (33.) Jun (Heinisch, Asanger), 3:2 (35.) Krueckl (Rau), 3:3 (39.) Jorde (Krueckl, Rudberg), 4:3 (53.) Jun (Meixner, Asanger).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth