Rumpfteam ohne das nötige Glück

2:4 des ESVB im Schlüsselspiel um Platz vier in Erding

Der personell gebeutelte ESV Bayreuth kann sich vorerst nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der Play-off-Runde ausrechnen. Im Schlüsselspiel um den vierten Tabellenrang in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga fehlte dem tüchtig kämpfenden ESVB-Rumpfteam in wichtigen Szenen das nötige Quäntchen Glück und musste so beim Vierten TSV Erding ein 2:4 (1:1, 0:2, 1:1) quittieren. Der Rückstand wuchs dadurch auf sechs Zähler an.

Nur acht Stürmer konnte ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann aufbieten, nachdem sich die Hoffnungen auf einen Einsatz vom Angreifer Bärnreuther (Bauchmuskelzerrung) nicht erfüllt hatten. Allroundspieler Weingran musste in der Abwehr nach dem Ausfall von Zimmermann (Oberschenkelbruch) die Lücke stopfen, wobei sich der angeschlagene Thumm wieder zur Verfügung stellte. Um mit drei Sturmreihen agieren zu können, mussten die beiden Mittelstürmer Jun und Mazanec "Doppelschichten fahren". Keine Frage, dass die seit Wochen verletzten Leistungsträger Kolec, Synkov und Vadim Kulabuchov vermisst wurden.
Die "Tigers" überraschten insofern, als sie sich keinesfalls auf die Defensive beschränkten und offenes Spiel erzwangen.
Die Anfangsphase gehörte aber den Oberbayern. Einen Schuss von Fe. Schneider wehrte ESVB-Keeper Nachtmann (2.) mit dem Schoner ab, der während einer Unterzahlsituation nach einer Thumm-Strafzeit eine Steiger-Aktion (3.) stoppte.
Mit lobenswertem Kampftgeist überstanden aber die Gäste diese kritische Situation, ehe sich Mazanec die Chance zur Führung bot. Sein Schlenzer (6.) zischte allerdings über die Latte und im Anschluss rettete TSV-Keeper Jung gegen ESVB-Stürmer Jun (7.), der auch Sekunden später ohne Vollstreckerglück blieb.
Ein Powerplay führte schließlich zum 1:0 für die Wagnerstädter (12.). Dabei zeichnete sich Ponitz mit einem Musterpass auf Jun aus, der freistehend aus gut einem Meter vollstreckte. Und beinahe wäre dem Torschützen zwei Minuten später ein weiterer Treffer gelungen, doch sein Schuss strich über das Erdinger Gehäuse. Eine umstrittene Strafzeit bei einer Jun-Attacke im Mitteldrittel und weiter zwei Minuten gegen Meixner nur 15 Sekunden später hatte Folgen für den Gast. Der DEL-erfahrene Oswald erzielte nach nur 13 Sekunden den Ausgleich.
Ausgeglichen verlief die Partie auch im zweiten Abschnitt, in dem beide Teams offensichtlich bemüht waren, mit beherzten Aktionen im Mitteldrittel keinen konstruktiven Spielaufbau des Gegners zuzulassen. Bei einer Strafzeit gegen den Erdinger Jann hatten allerdings die Oberbayern bei einem Break durch Oswald (26.) die Chance zur Führung, doch der Unparteiische hatte auf Abseits erkannt. Fast im Gegenzug hatte Trolda mit einem Rückhandschuss an den Pfosten Pech.
Sein Reaktionsvermögen stellte ESVB-Torwart Nachtmann bei einer Ziesche-Aktion (32.) unter Beweis, ehe er sich bei einem verdeckten Distanzschuss von Krüger (32.) geschlagen geben musste. Eine Thumm-Strafzeit führte schließlich zum 3:1 für den TSV, wobei Torschütze Retzer Glück hatte, dass er die Scheibe im Fallen über die Linie bugsieren konnte.
Es sprach für die Kampfmoral der Gäste, dass sie sich dadurch nicht entmutigen ließen. Nach Zuspiel des wiederum starken Jun erwies sich Crawford (44.) als Vollstrecker, doch nur zwei Minuten später schaffte Erding die Vorentscheidung. Ärgerlich, dass der Gast zunächst in Scheibenbesitz war. Während TW Nachtmann ein Davonziehen der Einheimischen verhinderte, hatte ESVB-Stürmer Mazanec Pech, dass TW Jung im Fallen seinen Lupfer (54.) noch abwehrte.

TSV Erding: Jung - Köpphen, Lutter; Jansen, Fl. Schneider; Krüger, Geibel - Popiesch, Ziesche, Feller; Dlugos, Jann, Fe. Schneider; Retzer, Sauter, Steiger; Oswald, Kempf.
ESVB: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Doll, Thumm; Bartos, Weingran - Ponitz, Jun, Heinisch; Trolda, Mazanec, Asanger; Crawford, Häußinger.
SR: Frenzel (Dillingen);
Zuschauer: 1000;
Strafminuten: Erding 14, Bayreuth 14 plus 10 gegen Nachtmann.
Tore: 0:1 (12.) Jun (Ponitz, Mazanec - 5 gegen 4), 1:1 (18.) Oswald (Ziesche, Retzer - 5 gegen 3), 2:1 (32.) Krüger (Popiesch, Fl. Schneider), 3:1 (38.) Retzer (Krüger, Jann - 5 gegen 4), 3:2 (44.) Crawford (Jun, Ponitz), 4:2 (46.) Steiger (Oswald).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth