Gästecoach: Respekt vor Bayreuths Leistung

ESVB büßte mit 2:4-Niederlage gegen Straubing auch theoretische Play-off-Chance ein / Lobenswerter Kampfgeist

Auch seine letzte theoretische Chance auf einen der vier Play-off-Plätze büßte der ESV Bayreuth in der Aufstiegrunde zur 2. Bundesliga ein. Und keine Frage: Mit seinem 4:2 (2:0, 1;1, 1:1)-Sieg wurde Gast EHC Straubing in spielerischer Hinsicht seiner Position im Spitzenfeld gerecht.

"Dennoch Respekt vor der Leistung der Bayreuther, deren Weg ich in den letzten Wochen verfolgt habe", spendete Straubings Trainer Gerd Wittmann nach der Schlusssirene Trost, während ESVB-Coach Bohoslav Ebermann ergänzte: "Ich bin zufrieden mit meinem Team, das wirklich alles gegeben hat."
Die Schlüsselszene aus Sicht der Bayreuther war in der 40. Minute zu regisieren, als Stürmer Ponitz genau 60 Sekunden vor der zweiten Drittelpause eine höchst fragwürdige Strafzeit des nicht immer konsequent ahndenden Schiedsrichters kassierte. Der überragende Straubinger Mittelstürmer Sicinski passte nach gewonnenem Bully zum früheren russischen Nationalverteidiger Schendelev, der mit einem Musterzuspiel den freistehenden Vöst bediente. Der EHC-Stürmer vollstreckte nach nur sieben Sekunden in Überzahl zum vorentscheidendem 3:1 für die Niederbayern.
Der Spielstand entsprach zwar durchaus dem Geschehen auf dem Eis, doch damit erhielten die lobenswerten Bemühungen der stets rackernden Wagnerstädter einen erheblichen Dämpfer, denn nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch einen Kolek-"Hammer" unter die Latte (24.) schienen die Einheimischen auf dem besten Wege, ihren Fehlstart aus dem ersten Drittel vielleicht doch noch korrigieren zu können.
Der erste Abschnitt "gehörte" zum Großteil den spritziger wirkenden Gästen, die mit drei Angriffsreihen stets für Druck und Torgefahr sorgten und dabei die ESVB-"Defensivabteilung" mitunter kräftig durchschüttelten, wobei Verteidiger Doll nach einer im Training erlittenen Handverletzung (Kapselabriss unterhalb des Daumens) früh aufgeben musste.
Bereits nach 109 Sekunden zappelte der Puck im Tornetz der Oberfranken, deren Abwehr bei der Einzelaktion des stets auffälligen Hoogsteen schlecht ausgesehen hatte. Auch im Anschluss boten sich den Gäubodenstädtern beste Möglichkeiten, die jedoch vom wiederum reaktionsschnellen ESVB-Keeper Nachtmann vereitelt wurden. Dabei rettete er bei Schüssen von Hoogsteen (7. und 13.), Schendelev (9. und 19.) und Preuß (13.) in großartiger Manier und verhinderte ein Davonziehen der Gäste, deren zweiter Treffer in der 17. Minute daher in Ordnung ging. Nach einem Trattner-Paß warf Ex-Nationalspieler Franz im Zweikampf mit dem jungen ESVB-Verteidiger Bartos seine ganze Routine und Schnelligkeit in die Waage und zeigte sich auch im Abschluss entschlossen.
Bayreuths einzige hundertprozentige Chance konnte Jun nicht verwerten, als er von Heinisch mustergültig bedient worden war, dann aber überhastet den Puck über die Latte (10.) hievte.
Besser klappte das Sturmspiel der Gastgeber im zweiten Durchgang, wobei sich die Offensivverteidiger Kolok und Taborsky nicht nur in Überzahlsituationen geschickt mit in die Offensive einschalteten. Noch vor Koleks Anschlusstor waren Heinisch und Asanger (23.) knapp gescheitert, ehe Pacula den einschussbereiten Crawford nur mit einer Strafzeit am Abschluss hintern konnte. Die Chance zum möglichen Ausgleich bot sich Mazanec (29.) und Meixner (34.). Trotzdem hatte erneut ESVB-Keeper Nachtmann genug Gelegenheiten, sein Können unter Beweis zu stellen, als er Schüsse aus der Nachdistanz von Setz (32. und 39.) sowie Vöst (25.) meisterte.
Mit aggressivem Forechecking waren die Schützlinge von Trainer Ebermann im Schlussdrittel bemüht, den Spielfluss der Gäste zu stören. Jun (44. und 45.) sowie Mazanec (45.) hätten mit etwas Glück den ESVB wieder heranbringen können, während auf der Gegenseite TW Nachmann einen Trew-Alleingang (47.) sowie ein Schendelev-Geschoss entschärfte. Reader (55.) nahm dagegen nur ungenau Maß.
ESVB-Coach Ebermann setzte in der 58. Minute alles auf eine Karte und nahm TW Nachtmann zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis. Das Risiko blieb unbelohnt, denn der Gast eroberte sich die Scheibe und Reader markierte mit einem Schuss ins leere Tor das 4:1. Auch nach dem 2:4 (59.) holte der Coach TW Nachtmann vom Eis. Wiederum ohne Erfolg. Der starke EHC-Stürmer Trew ließ dabei Sekunden vor Schluss eine hundertprozentige Chance aus.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Kolek, Doll; Bartos, Thumm - Jun, Heinisch, Ponitz; Crawford, Mazanec, Asanger; Trolda, Weingran, Häußinger.
EHC Straubing: Lonscher - Schendelev, Kößl; Zulyniak, Wittl; Pacula - Vöst, Trew, Sicinski; Hoogsteen, Preuß, Reader; Franz, Trattner, Setz.
SR: Friesenegger (Kempten);
Zuschauer: 1528;
Strafminuten: Bayreuth 18 plus 10 gegen Mazanec, Straubing 16 plus 10 gegen Hoogsteen.
Tore: 0:1 (2.) Hoogsteen, 0:2 (17.) Franz (Trattner), 1:2 (24.) Kolek - 5 gegen 4, 1:3 (40.) Vöst (Sicinski, Schendelev - 5 gegen 4), 1:4 (58.) Reader (Zulyniak - 5 gegen 6), 2:4 (59.) Taborsky (Asanger, Trolda).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth