Meixners Siegtor zum 4:3 vier Sekunden vor Schluss

Kampfstarkes ESVB-Rumpfteam überraschte in Braunlage

Hochachtung vor der Einsatzmoral des ESV Bayreuth, der trotz personeller Probleme gestern wieder für eine Überraschung sorgte. Mit seinem Treffer zum 4:3 (2:0, 0:0, 1:3)-Sieg der "Tigers" beim bisherigen Zweitbundesligisten EHC Braunlage genau vier Sekunden vor der Schlusssirene zerstören die kampfstarken Gäste die theoretischen Hoffnungen der Gastgeber auf eine Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse. Oberndrein eroberte der ESVB Rang fünf in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga zurück.

Die einheimischen Zuschauer staunten nicht schlecht über den couragierten Auftritt des Bayreuther Rumpfteams, bei dem kurzfristig neben dem verletzten Kapitän Anton Doll auch die Schüler Vlastimil Bartos und Philipp Häußinger passen mussten. Die Gäste verschanzten sich dennoch keinesfalls in der Defensive, sondern versuchten auch in der Offensive Akzente zu setzen, wobei die "Tigers" durch clevere Spielweise überraschten. Die unerwartete 2:0-Führung nach dem ersten Drittel war deshalb keinesfalls unverdient, denn bereits in den ersten Minuten hatten die Oberfranken während einer Überzahlsituation durch Jun (3.) und Taborsky (4.) und später durch Mazanec (nach geschicktem Asanger-Pass) zwingende Möglichkeiten verbucht. Beim 1:0 in der 8. Minute konnte EHC-Keeper Kuris einen Asanger-Schuss nur mit dem Brustschutz abwehrten und der nachsetzende Mazanec vollstreckte kaltschäuzig. Danach stand allerdings die ESVB-Defensive unter Druck. Als Trolda (9.) und knapp eine Minute später Thumm (10.) auf die Strafbank mussten, hatte EHC-Torjäger Hölscher mit einem Pfostenschuss Pech (11.) Die beste Ausgleichschance für das Team aus dem Harz hatte der aufgerückte Verteidiger Schubert in der 18. Minute, doch sein Schuss aus nur zwei Metern wurde von Torhüter Nachtmann mit der Stockhand abgewehrt. Beim 2:0 hatte sich Verteidiger Taborsky überraschend in einen Heinisch-Pass gedrängt und mit einem Drehschuss abgeschlossen.
Im zweiten Abschnitt forcierte der bisherige Zweitbundesligist das Tempo und der starke ESVB-Schlussmann Nachtmann rückte wiederholt in den Blickpunkt: Nach souverän parierten Schüssen von Gailer (21.) und Gaudet (22.) rettete er drei Mal überragend gegen den Kanadier Murray, der auch aus kurzer Distanz schier am ESVB-Keeper verzweifelte und auch Buchwieser (29.) konnte Nachtmann aus drei Metern nicht überwinden. Bei einem Krinner-Konter in der 31. Minute rettete der nachsetzende ESVB-Verteidiger Thumm mit lobenswertem Einsatz. Nach Strafzeiten gegen die Braunlager Draxler (35.) und Murray (36.) war bei einem 5:3-Überzahlspiel (123 Sekunden) der Gäste sogar das 3:0 möglich, doch bei zwei Taborsky-Schlagschüssen konnte EHC-Torwart Kuris klären.
Im Schlussdrittel mobilisierten die Einheimischen noch einmal alle Kräfte und nach Gerikes Schlenzer zum 1:2 (44.) witterte Braunlage seine Chance. Doch der ESVB ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und ging in den Zweikämpfen weiter beherzt zu Werke. Obendrein erwies sich TW Nachtmann als Rückhalt in kritischen Phasen. Überaschend zu diesem Zeitpunkt glückte Asanger das 3:1 (53.) für die Wagnerstädter, nachdem er von einem Abspielfehler der Gastgeber profitiert hatte. Doch der EHC bäumte sich auf und nutzte seinerseits ein Abstimmungsproblem der Franken zum erneuten Anschlusstor (54.). Nach dem Ausgleich (58.) erlebten die Zuschauer eine dramatische Schlussphase, wobei nach Strafzeiten gegen Kolek und Thumm (beide ESVB) sowie gegen Schubert und Raubal (beide EHC) die Eisfläche leer wurde. Braunlage nahm in den Schlusssekunden seinen Torhüter zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis und hatte Pech. ESVB-Stürmer Mazanec konnte sich auf der rechten Seite die Scheibe erobern und bediente mit einem Querpass Verteidiger Meixner, der alles klar machte.

EHC Braunlage: Kuris - Schubert, Silfwerplatz; Miikkulainen, Raubal; Gajewski, Draxler - Hölscher, Murray, Bleicher; Krinner, Ozellis, Gailer; Gerike, Gaudet, Lundmark; Buchwieser.
ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Kolek, Thumm - Jun, Heinisch, Ponitz; Crawford, Mazanec, Asanger; Trolda, Weingran, Ziegler.
SR: Tursas (Köln);
Zuschauer: 1000;
Strafminuten: Braunlage 14 plus 10 gegen Murray, Bayreuth 20.
Tore: 0:1 (8.) Mazanec (Asanger, Crawford), 0:2 (20.) Taborsky (Heinisch, Ponitz), 1:2 (44.) Bleicher (Gerike, Ozellis), 1:3 (53.) Asanger, 2:3 (54.) Gajewski (Gerike, Gaudet), 3:3 (57.) Gerike (Gajewski, Hölscher), 3:4 (60.) Meixner (Mazanec - 3 gegen 4).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth