"Fehler im zweiten Drittel wurden bestraft"

Höhepunkte beim 3:6 des ESVB gegen Regensburg in den ersten 40 Minuten / TW Nachtmann wehrte Penalty ab

"Unsere Fehler im zweiten Drittel wurden bestraft", brachte es Trainer Bohuslav Ebermann nach der 3:6 (2:2, 1:3, 0:1)-Niederlage des ESV Bayreuth im gestrigen Heimspiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gegen den EV Regensburg auf den Punkt. Bei der ersten TV-Live-Übertragung aus dem Eisstadion erlebten die Zuschauer spielerische Höhepunkt fast ausschließlich in den beiden ersten Abschnitten.

Die Vorentscheidung fiel 26 Sekunden vor der zweiten Drittelpause unmittelbar nach Beendigung einer Drangperiode der Wagnerstädter, die bei zwei Taborsky-Fernschüssen (39.) jeweils nur knapp den Ausgleich zum möglichen 4:4 verpasst hatten. Doch ein Abstimmungsproblem in der Defensive hatte das 5:3 für die Oberpfälzer zur Folge, als LeBel mit einem feinen Lupfer über den Schoner von ESVB-Torhüter Nachtmann erfolgreich war.
Dies war ärgerlich aus Sicht der Einheimischen, die sich nach einem Durchhänger im zweiten Drittel wieder gefangen hatten und durch einen von Asanger abgefälschten Heinisch-Schuss (37.) zum 3:4 wieder ins Spiel zurück fanden. Das Signal zur "Steigerung" hatte der reaktionsschnelle Torhüter Nachtmann in der 35. Minute mit einem abgewehrten Penalty gegeben. Er hatte beim Schuss des Kanadiers LeBel wiederum Nervenstärke bewiesen und sicher gehalten. Allerdings war die "Strafstossentscheidung" nach einer Taborsky-Attacke gegen den durchgebrochenen LeBel durchaus fraglich.
Ausgeglichen verlief der erste Abschnitt, wobei sich zwingende Aktionen vor beiden Toren abspielten. Auffällig wurde ein Leistungsgefälle aber nur, wenn beim ESVB der dritte Block zum Einsatz kam. Und aus diesem Vorteil konnte der Gast entscheidend Kapital schlagen. Beim frühen 1:0 hatte die Defensive nach einem von Nachtmann zunächst abgewehrten Hruby-Schuss viel zu langsam reagiert und bei der "Entstehung" des zweiten Regensburger Treffers (17.) war Weingran zu offensiv orientiert und der Gast stieß förmlich in die Lücke.
Dazwischen lag eine starke Phase der Oberfranken, die dabei auch Akzente setzen konnten. Die besten Ideen gingen dabei von Jun aus, der mit präzisen Pässen großen Anteil an der kurzzeitigen Führung hatte. Beim Ausgleich zum 1:1 (8.) beeindruckte Ponitz mit einer Blitzdrehung und elegantem Abschluss, während Kolek beim 2:1 (15.) mit einem starken Jun-Zuspiel aus der Ecke bedient worden war. Doch die Führung hielt nur 91 Sekunden.
Im zweiten Drittel konnte sich ESVB-Keeper Nachtmann wiederholt auszeichnen. So bereits nach 41 Sekunden, als er mit einer Glanztat gegen LeBel rettete und auch von Crombeen (24.) nicht zu bezwingen war. Nichts zu halten gab es allerdings beim 2:3, als Nachtmanns Vorderleute ein Kombinationsspiel der Oberpfälzer gestatteten und Kock vor dem Abschluss geschickt verzögerte. Die plötzlich ungewohnt hohe Eigenfehlerquote (vor allem Meixner) brachte die ESVB-Aktionen fast zum Erliegen und beim 2:4 (28.) wurde Nachtmann von seinen Vorderleuten regelrecht im Stich gelassen. Nachdem er bei Schüssen von Dylla und Kock gerettet hatte, war er gegen Dyllas Aktion ohne Chance. Und beinahe wäre es ausgerechnet in Überzahl noch schlimmer gekommen: Die Ebermann-Schützlingen kamen nicht in Schwung und hatten Glück, dass Schinköthe und Crombeen (34.) bei Breaks nicht zum Abschluss kamen. Auch der Penalty fiel in die Powerplay-Phase. Strafzeiten und hektische Aktionen hemmten im Schlussdrittel den Spielfluss auf beiden Seiten, wobei die "Tigers" in in Unterzahl (Jun/49.) ihre beste Chance zum Anschlusstor hatten. Als Coach Ebermann in der 58. Minute nach einer Auszeit Torhüter Nachtmann zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis nahm, wurde das Risiko nicht belohnt. Ein Taborsky-Schlagschuss wurde abgewehrt und im Gegenzug traf Crombeen zum 6:3 nach nur 22 Sekunden.

ESV Bayreuth: Nachtmann - Taborsky, Meixner; Kolek, Thumm; Bartos, Doll - Jun, Heinisch, Ponitz; Crawford, Mazanec, Asanger; Trolda, Weingran, Häußinger.
EV Regensburg: Haider - Steinmann, Schinköthe; Beran, Körner; Herdt, Palenta - Petrash, LeBel, Crombeen; Kock, Dylla, Fical; Schweiger, Hruby, Naumann.
SR: Trainer (Bad Aibling);
Zuschauer: 2281;
Strafminuten: Bayreuth 6, Regensburg 10.
Tore: 0:1 (4.) Schweiger (Schinköthe, Hruby), 1:1 (8.) Ponitz (Heinisch, Jun), 2:1 (15.) Kolek (Asanger, Jun), 2:2 (17.) Hruby (Schweiger, Naumann), 2:3 (24.) Kock (Dylla, Körner), 2:4 (28.) Fical (Dylla, Kock), 3:4 (37.) Asanger (Heinisch), 3:5 (40.) LeBel (Crombeen, Petrash), 3:6 (58.) Crombeen (Fical - 4 gegen 6).
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth