Tigers bekamen nichts geschenkt


Nach 5:4 gegen Neuling Geretsried in der Spitzengruppe / Sorgen nach Cmunt-Verletzung

Von Siegfried Zerrenner
Ein hartes Stück Arbeit musste der ESV Bayreuth zur Oberliga-Heimpremiere verrichten. Die "Tigers" bekamen vom clever aus der Defensive agierenden Neuling nichts geschenkt und durften erst nach der Schlusssirene so richtig aufatmen.  Elf Sekunden vorher hatten nämlich die Oberbayern vor über 1500 Zuschauern das Anschlusstor erzielt, doch der 5:4 (2:2, 2:1, 1:1)-Erfolg der Wagnerstädter war damit nicht zu verhindern. Mit fünf Punkten am ersten Doppelspieltag konnte  sich der ESVB als Vierter in der Spitzengruppe platzieren.

Ob sich die Schützlinge von Trainer Bohuslav Ebermann im Spitzenfeld etablieren können, wird sich am nächsten Doppelspieltag entscheiden. Nach dem Auswärtsspiel am Freitag beim Aufsteiger EC Peiting wird am Sonntag um 18.30 Uhr gegen den ERC Haßfurt der Derbyreigen eröffnet.Ob die Bayreuther dabei auf den gestern überzeugenden Stürmer Jiri Cmunt (zwei Tore und eine Vorlage) sowie auf Thorsten Walz zurückgreifen können, dies wird sich vermutlich am heutigen Montag  klären. Cmunt hat sich möglicherweise in der Schlussphase einen Fingerbruch zugezogen, während Walz im Endspurt wegen einer Knöchelverletzung zwangspausierte.

"Bayreuth war um das eine Tor besser. Wir aber haben das Spiel durch Strafzeiten nach der 30. Minute verloren." Dieses Fazit zog Geretsrieds Trainer Horst Valasek, der dabei ein besonderes Manko erkannte. "Bei uns saßen ausgerechnet immer die erfahrenen Spieler auf der Strafbank, dadurch hatten speziell unsere jungen Akteure nur wenig Zeit zur Regeneration. Richtig: Die Entscheidung fiel bei einem 5:3-Überzahlspiel in der 53. Minute, als die tschechischen TuS-Stürmer Kames und Tomek eine Verschnaufpause auf der "Sünderbank" verordnet erhalten  hatten. Nach druckvollem Powerplay wuchtete Bärnreuther im zweiten Versuch nach einer Cmunt-Vorlage die Scheibe zum 5:3 ins Netz.

Diesen etwas beruhigenden 2-Tore-Vorsprung hätte schon vorher Frank herstellen müssen. Drei Mal kreuzte der sonst nervenstarke Torjäger vor Gästekeeper Summ auf, und drei Mal verpasste er das leere Tor der Oberbayern. Frank vermisste im Spiel des ersten Blockes den gesperrten Routinier Jiri Heinisch, der durch die Spieldauerdisziplinarstrafe am Freitagabend in Füssen zum Zuschauen verurteilt war. Der junge Walz mühte sich zwar redlich, doch diese Reihe kam nur selten auf Touren. Effektiver arbeitete der zweite Block um Cmunt, obwohl Michailov im letzten Abschnitt etwas abtauchte. Die zweifellos besten Aktionen des Weißrussen waren die Vorbereitung der Treffer zum 1:0 und 4:3, als er für Cmunt bzw. Bärnreuther mustergültig aufgelegt hatte. Im dritten Sturm sprühte Polaczek vor Tatendrang, und auch Herrmann ging engagierter als zuletzt zu Werke, doch unter dem Strich sprang wenig heraus, weil auch Asanger nicht in der Lage war, Akzente zu setzen.Die Sorgenkinder waren zweifellos in der Defensive auszumachen, denn trotz größerer Spielanteile der Einheimischen verzeichnete der Gast mindestens ebenso viele zwingende Chancen. Auf "Wackelkandidat" Singaitis verzichtete Trainer Ebermann nach dem ersten Drittel ("Er muss noch viel lernen"), der Schwachpunkt lag aber im kollektiven Zweikampfverhalten. Nur Zimmermann ging stets resolut zur Sache. Überraschend erwies sich Torhüter Nachtmann als Zitterfaktor: Bei zwei Gegentoren sah er gewiss nicht gut aus, und zwei "Eier" hätte er sich nach Weitschüssen beinahe selbst ins Nest gelegt. Bei einer leichtsinnigen Aktion in der 43. Minute hatte er Glück, dass Humml nur den Schlittschuh des Keepers traf. Beim 4:5-Anschlusstreffer haderte er allerdings berechtigt mit seinen Vorderleuten, die den Keeper im Stich gelassen hatten.

ESV Bayreuth:Nachtmann - Katz, Kolek; Mainer, Zimmermann; Singaitis, Thumm; - Frank, Walz, Meyer; Michailov, Cmunt, Bärnreuther; Polaczek, Asanger, Herrmann; Trolda.
TuS Geretsried: Summ - Vajdak, Demmel; Jellen, Nitsch; Wiele, Harrer; Ott - Tamek, Kames, Urban; Schury, Auer, Hansch; Huml, Valasek, Endraß, Dornbach, Helfrich, Menge.
SR: Breiter (Freiburg);
Zuschauer: 1537;
Strafminuten: Bayreuth 12, Geretsried 20.
Tore:1:0 (6.) Cmunt (Bärnreuther, Michailov), 1:1 (14.) Auer (Harrer - 5 gegen 4), 2:1 (17.) Cmunt (Frank, Kolek - 5 gegen 3), 2:2 (19.) Hansch (Auer), 3:2 (21.) Katz (Frank - 5 gegen 4), 3:3 (27.) Vajdak (Ott), 4:3 (28.) Bärnreuther (Michailov), 5:3 (53.) Bärnreuther (Cmunt - 5 gegen 3), 5:4 (60.) Kames (Harrer, Tamek).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH