Derby-K.-o. bei Überzahl im zweiten Drittel

ESVB-Stürmer beim 1:5 gegen den ERC Haßfurt am überragenden Gästetorwart Kunekath beinahe verzweifelt

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Nicht ganz zwei Tage lang konnte sich der ESV Bayreuth über den Spitzenplatz in der Oberliga Süd freuen. Mit der 1:5 (0:1, 0:2, 1:2)-Derbyniederlage gegen den ERC Haßfurt wurden die "Tigers" unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. "Meine Mannschaft hat gar nicht so schlecht gespielt, aber der Gast hat unsere Fehler konsequent ausgenutzt", lautete nach der Schlusssirene das Fazit von ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann, dessen Konzept vor Spielbeginn durch den krankheitsbedingten Ausfall von Stürmer Dennis Mayer kurzfristig zunichte gemacht worden war.

Ob sich die auf Rang vier zurückgefallenen Wagnerstädter weiter im vorderen Tabellendrittel behaupten können, wird sich am anstehenden dritten Doppelspieltag zeigen. Nach dem Freitag-Gastspiel beim Altmeister EV Landshut, gibt am Sonntag um 18.30 Uhr der auf Platz zwei rangierende Nachbarrivale ERC Selb seine Visitenkarte im Städtischen Eisstadion ab.
Dann hofft Coach Ebermann auf eine bessere Personalsituation in seinem Kader, denn gestern konnte er gar nur acht Stürmer aufbieten. Und eins gleich vorweg: Jiri Cmunt als "Chef" im zweiten Sturm sowie Mayer (1. Sturm) wurden in wichtigen Phasen stark vermisst. So hatte Haßfurts Trainer Robert Köcheler berechtigten Grund zur Freude. "Meine zweite Sturmreihe hat alle fünf Tore erzielt", brachte er den entscheidenden Unterschied klar zum Ausdruck.
Das entscheidende Manko der Oberfranken war allerdings das Überzahlspiel. Hier ließen sie sich zum Ärger der Verantwortlichen im zweiten Drittel sogar auf die Verliererstraße bringen. Der überragende Marcoux schloss einen Break zum 3:0 ab. Zwar keimte nach Michailovs Tor zum 1:3-Zwischenstand noch einmal Hoffnung im ESVB-Lager auf, doch nur 33 Sekunden später stellte Matchwinner Marcoux den alten 3-Tore-Abstand der Unterfranken wieder her.
Ein Kippen der Partie zu Gunsten der Bayreuther schien noch eher im ersten Drittel möglich. Zwar hatten die Einheimischen Glück, dass ERC-Verteidiger Jodoin nur Sekunden nach dem 1:0 der Gäste aus kurzer Distanz das eigentlich sichere 2:0, verfehlte, doch ausgerechnet in Unterzahl blieben die Gastgeber ohne Glück. Während Frank bei einem Konter in der 15. Minute am ERC-Keeper Kunekath scheiterte, traf Trolda Sekunden später nur den Pfosten. Weniger gefährlich wirkte hingegen ein 5:3-Überzahlspiel (18.), als genau 101 Sekunden lang keine einige zwingende Chance erarbeitet worden war.
Großen Anteil am Erfolg der Gäste, die ihre Tore immer zum richtigen Zeitpunkt erzielten, hatte zweifellos Torsteher Kunekath, der in allen Situationen Ruhe ausstrahlte und Bayreuths Stürmer fast zur Verzweifelung brachte. Schier entnervt gingen dabei die Angreifer Frank und Heinisch nach der 21. Minute vom Eis, als der ERC-Keeper innerhalb weniger Sekunden drei tolle Chancen dieses Duos vereitelt hatte. Auffällig obendrein: Ein Leistungsgefälle in der Gästetruppe war kaum festzustellen. Demgegenüber lief es bei den Ebermann-Schützlingen trotz lobenswerter Einsatzbereitschaft (Asanger, Polaczek) nicht sonderlich rund. Der ersten Sturmreihe wurde die Wirkung genommen, zumal Heinisch nicht so gut wie in den letzten Spielen zurecht kam. Und beim fleißig rackernden Frank kam unter dem Strich ebenso wenig heraus wie bei Bärnreuther, der sich mit ungenauem Abspiel nahtlos in sein Team einreihte. Im zweiten Sturm fehlte der "spielerische Kopf" eines Jiri Cmunt. Die Folge: Alles Einzelaktionen, wobei Michailov ohne passendes Zuspiel kaum in Erscheinung treten konnte.
Torhüter Nachtmann strahlte zwar keine Sicherheit aus, doch ein Treffer war ihm nicht anzulasten. Im Gegenteil: Mit guten Aktionen verhinderte der Schlussmann, der beim 1:5 von seinen Vorderleuten im Stich gelassen worden war, eine höhere Niederlage.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Katz, Kolek; Mainer, Zimmermann; Kulczynski, Thumm - Frank, Heinisch, Bärnreuther; Michailov, Asanger, Polaczek; Trolda, Häußinger.

ERC Haßfurt:

Kunekath - Jodoin, Cote; Johansson, Fritz; Hoffmann, Bauer - Koslowski, Tremblay, Morin; Marcoux, Mix, Maidement; Dobler, Heubach, Popek; Grömling.

SR:

Schurr (Bad Wörishofen);

Zuschauer:

1610;

Strafminuten:

Bayreuth 18, Haßfurt 32.

Tore:

0:1 (12.) Marcoux (Maidement, Johansson), 0:2 (23.) Mix, 0:3 (25.) Marcoux (Johansson, Fritz - 4 gegen 5), 1:3 (43.) Michailov (Polaczek - 5 gegen 4), 1:4 (44.) Marcoux (Johansson, Maidement), 1:5 (49.) Mix (Marcoux, Jodoin).

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH