Fragliche Strafen verhinderten Aufholjagd


Als der ESV Bayreuth auf den Ausgleich drängte, kippte das Spiel / 2:4-Niederlage beim Altmeister EV Landshut

EISHOCKEY

Seine erste Auswärtsniederlage kassierte der ESV Bayreuth im Oberliga-Auswärtsspiel beim EV Landshut. Mit 2:4 (0:1, 1:1, 1:2) wurden die "Tigers" beim Altmeister unter Wert geschlagen, nachdem ihre Aufholjagd im Schlussdrittel durch zweifelhafte Strafzeiten unterbunden wurde.
In morgigen Oberfrankenderby (18.30 Uhr) stellt sich Gast ERC Selb als neuer Spitzenreiter beim ESVB vor.
Im gutklassigen und flotten ersten Drittel gerieten die Wagnerstädter früh in Rückstand. Zwar konnte das Überzahlspiel der Landshuter abgewehrt werden, doch der ESV-Stürmer Heinisch war gerade zwei Sekunden auf dem Eis, als EVL-Verteidiger Toupal im zweiten Versuch das 1:0 markierte. ESVB-Torwart Nachtmann hatte einen Yazdi-Schuss gerade noch abprallen lassen können, ehe der Tscheche beinahe unbedrängt Maß nehmen durfte. Mit einer Glanztat meisterte anschließend TW Nachtmann einen Zawatsky-Schuss (4.) aus kurzer Distanz und in der 10. Minute parierte der Keeper einen raffinierten Rückhandschlenzer des Kanadiers.
Die Oberfranken boten spielerisch Paroli und verzeichneten dabei ebenfalls gute Möglichkeiten. In der 7. Minute verfehlte Bärnreuther nach einem überlegten Ahne-Zuspiel nur um Haaresbreite, ehe die Verteidiger Kulczynski (12.) und Kolek (14.) EVL-Schlussmann Meister prüften. Der geriet bei einer Landshuter Strafzeit (15.) unter Dauerdruck. Dabei gab der zunächst nur für Powerplay-Situationen vorgesehene ESVB-Verteidiger Kubicek nach langer Verletzungspause zwei Kostproben seiner Schussstärke, doch den eigentlich fälligen Ausgleich verpasste Heinisch (16.). Nach einem Verteidiger-Fehler der Einheimischen kam er aus drei Metern frei zum Schuss, aber TW Meister hielt.
Auch im niveaureichen zweiten Abschnitt verhinderte der DEL-erfahrene EVL-Torwart den Bayreuther Ausgleich. Der schien bei einem Break in der 26. Minute zu fallen, doch Frank übersah den mitgelaufenen Heinisch. Auf der Gegenseite konnten allerdings die Landshuter über ein weiteres Abstaubertor (27.) jubeln. Der Ex-Ulmer Rau zeichnete sich als nervenstarker Vollstrecker aus, nachdem die sonst solide ESVB-Defensive nach einen Abpraller zu spät gekommen war.
Der Gast zeigte sich davon aber keinesfalls geschockt, hatte jedoch beim anschließenden Überzahlspiel Pech im Abschluss. Zunächst traf Heinisch nach einem Meyer-Zuspiel nur den Außenpfosten (29.), ehe Frank den Puck über die Latte wuchtete. Glück hatte der Gast freilich in der 30. Minute. Bei einer Breaksituation verpassten die Landshuter eine Vorentscheidung. Zawatsky scheiterte an TW Nachtmann.
Beim wichtigen Anschlusstreffer der Nordbayern zeichnete sich Debütant Ahne als kluger Einfädler aus. Er setzte Michailov mit einem scharfen und präzisen Pass in Szene (33.). Beide Torhüter standen anschließend mehrmals im Brennpunkt des Geschehens.
Im Schlussdrittel waren die Oberfranken zunächst klar am "Drücker". Bei einem Heinisch-Vorstoß hatte allerdings Verteidiger Katz mit seinem Nachschuss (41.) ebenso Pech wie Sekunden später Bärnreuther bei seinem Drehschuss. In der 42. Minute war EVL-Schlussmann Meister bereits geschlagen, doch ein Verteidiger "kratzte" den Puck nach einem Mainer-Schuss noch von der Torline. Mit einer höchst zweifelhaften Strafzeit gegen ESVB-Verteidiger Kubicek bei Bayreuther Überzahl eröffnete der Schiedsrichter seine Serie höchst merkwürdiger Entscheidungen gegen beide Teams. Alleine in diesem Abschnitt verhängte er gegen Landshut 18 und gegen den ESVB 14 Strafminuten. Die Folge: Die Partie wurde hektisch und der Spielfluss ging verloren. Für die Vorentscheidung sorgten die Niederbayern in der 47. Minute, als Verteidiger Toupal ESVB-Keeper Nachtmann bei einem Break zum 3:1 überwand. Beste ESVB-Akteure waren Neuzugang Ahne, der im Angriff Akzente setzte, sowie Torwart Nachtmann.

EV Landshut:
Meister - Böhrer, Kirton; Gschmeidler, Toupal; Uwira, Geipel; Östreich - Mühlbauer, Zawatsky, Acker; Hundhammer, Rau, Meier; Yazdi, Brittig, Bruk; Führmann.

ESV Bayreuth:
Nachtmann - Katz, Kolek; Kulcynski, Mainer; Zimmermann, Thumm; Kubicek - Frank, Heinisch, Meyer; Michailov, Ahne, Bärnreuther; Trolda, Asanger, Polaczek; Häußinger.

SR:
Riepl (Reutlingen);

Zuschauer:
1403;

Strafminuten:
Landshut 30, Bayreuth 26.

Tore:
1:0 (3.) Toupal (Yazdi, Bruk), 2:0 (27.) Rau (Böhrer), 2:1 (33.) Michailov (Ahne), 3:1 (47.), Toupal (Uwira, Rau - 3 gegen 3), 4:1 (55.) Brittig (Rau - 4 gegen 4), 4:2 (56.) Mainer (Heinisch, Frank - 4 gegen 4)
 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth