Erst im Schlussdrittel platzte der Knoten

6:3 des ESVB im Schlüsselspiel gegen den EC Peiting

EISHOCKEY

Die Anhänger des ESV Bayreuth wurden im Schlüsselspiel um Tabellenplatz acht in der Oberliga Süd lange auf die Folter gespannt. Zunächst war der Mannschaftsbus des EC Peiting bei der Anfahrt im Stau stecken geblieben und die Partie begann mit einer Verspätung von 66 Minuten und dann fiel mit vier Treffern erst im Schlussdrittel die Entscheidung zum 6:3 (2:2, 0:0, 4:1)-Sieg, der ein Vorrückten auf Rang acht bescherte.

Einen Blitzstart verzeichneten die Bayreuther, wobei Neuzugang Stephens offensichtlich vor Tatendrang förmlich sprühte. Bereits nach 31 Sekunden stellte er Peitings Torhüter Olbrich auf die Probe und bei seiner zweiten Einsatzzeit bereitete mit einem klugen Pass das 1:0 durch Michailov vor. Auch beim 2:0 in der 11. Minute glänzte der Kanadier als Vorbereiter, aber beim folgenden Überzahlspiel hofften die ESVB-Verantwortlichen vergeblich auf eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten.
Dennoch ging der Ausgleich der Gäste durch einen Doppelschlag in der 17. Minute in Ordnung, denn sie hatten sich im ersten Drittel die besseren Chancen herausspielen können. So konnten sich die in der Defensive zu sorglos agierenden Wagnerstädter bei ihrem Torhüter Nachtmann bedanken, der hundertprozentige Möglichkeiten von Brandl (9.), Brcic (10.) und Wikström (11.) vereitelte, wobei der Aufsteiger von gravierenden Schnitzern der einheimischen profitiert hatte. Zweimal hatten die "Tigers" (Ahne, Zimmermann) förmlich für den Neuling aufgelegt, der mit einem Maier-Hammer unter die Latte (17.) unmittelbar nach einem Bully zum Anschlusstor kam. Und die Konfussion in der Defensive nutze Kößl nur 21 Sekunden später zum Ausgleich.
In dieser Szene hatte Bayreuths erster Block schlecht ausgesehen, der im ersten Abschnitt in spielerischer Hinsicht alleine die Akzente gesetzt hatte. Das Duell der zweiten Blöcke endete mit leichten Vorteilen für die Gäste, die im Vergleich der dritten Formationen klare Vorteile verzeichneten. Überhaupt wirkte der Aufsteiger lange mannschaftlich kompakter, wobei die beiden schwedischen Verteidiger Ekblad und Lindmark durch klugen Spielaufbau aus der Defensive glänzten.
Auch in diesem Bereich lag ein Manko der Oberfranken, die in den Zweikämpfen nur verhaltenen den Körperkontakt suchten und vor allem viel zu spät die spitziger wirkenden Gäste attackierten. Daran änderte auch im zweiten Drittel wenig, das wiederum mit einem Chancenplus für die Gäste endete. Mit zwei Glanztaten verhinderte TW Nachtmann in der 23. Minute bei Schüssen von Kößl und Sikora einen möglichen Rückstand, während er in der 37. Minute bei einem Brcic-Pfostenknaller das Glück des Tüchtigen hatte. Die Schützlinge von ESVB-Trainer Bohuslav Ebermann fanden lange nicht zu ihrem Rhythmus, ließen dann allerdings in Unterzahl nach einer umstrittenen Strafzeit gegen Heinisch (30.) kaum Möglichkeiten der Gäste zu, die ihrerseits nach einer Ekblad-Strafzeit (34.) unter Druck gerieten. Vorher hatte sich Herrmann eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe (34.) eingehandelt. Die beste Gelegenheit zur Führung bot sich in der 40. Minuten, wobei Reja und Michailov an Gästekeeper Olbrich scheiterten.
Mit umgestellten Reihen reagierte der ESVB-Coach im Schlussabschnitt. Polaczek kam im zweiten Sturm zum Einsatz, während Heinisch zu Ahne und Meyer beordert wurde. Und dieser Schachzug wirkte sich schnell positiv aus. Ahne glückte in der 43. Minute das 3:2 und 28 Sekunden später ließ Michailov das 4:2 folgen. Außerdem verzichteten die Gastgeber auf die Verteidiger Thumm und Singaitis. Auffällig: Die Defensive wirkte stabiler und der dritte Block arbeitete effektiver. Mit einer Einzelaktion erzielte Verteidiger Katz in der 49. Minute das vorentscheidende 5:2, während Stephens mit einem Unterzahltreffer in der 57. Minute den Schlusspunkt setzte.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Zimmermann, Kolek; Katz, Thumm; Kulczynski, Singaitis - Michailov, Stephens, Reja; Cmunt, Heinisch, Bärnreuther; Ahne, Herrmann, Meyer; Polaczek.

EC Peiting:

Olbrich - Kothmayr, Meciar; Lindmark, Ekblad; Maier - Kößl, Kreitl, Wikström: Brandl, Sikora, Holzer; Häfele, Brcic, Hallmann.

SR:

Bettermann (Miesbach);

Zuschauer:

1387;

Strafminuten:

Bayreuth 14 plus 10 gegen Herrmann, Peiting 10.

Tore:

1:0 (3.) Michailov (Stephens), 2:0 (11.) Reja (Michailov, Stephens), 2:1 (17.) Maier (Brcic), 2:2 (17.) Kößl (Wikström, Kothmayr), 3:2 (43.) Ahne (Heinisch, Zimmermann), 4:2 (44.) Michailov (Cmunt), 5:2 (49.) Katz, 5:3 (51.) Sikora (Ekblad - 4 gegen 4), 6:3 (57.) Stephens (Kolek - 4 gegen 5).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth