Derbysieg in der Verlängerung

Meyer traf zum 4:3 des ESVB in Haßfurt / 3:0-Führung schmolz im Schlussdrittel

EISHOCKEY

Mit seinem dritten Sieg in Folge steuert der ESV Bayreuth wieder auf Play-off-Aufstiegsrundenkurs in der Oberliga Süd. Mit 4:3 (0:0, 2:0, 1:3) nach Verlängerung gelang beim ERC Haßfurt gestern der erste Derbysieg in dieser Saison, wobei Dennis Meyer mit dem dritten Überzahltor der Gäste 79 Sekunden vor Schluss für die Entscheidung in einem turbulenten Duell sorgte.

Die Gäste hatten nach 43 Minuten bereits mit 3:0 in Front gelegen, die allerdings nach kurzer Zeit schmolz.
Die Bayreuther begannen so, wie sie am Freitagabend beim 6:3 gegen den EC Peiting aufgehört hatten. Sie arbeiteten in allen Blöcken konstruktiv und verzeichneten so im ersten Drittel optische Vorteile. Dabei hatte Gästetrainer Bohuslav Ebermann mit der Aufstellung von Verteidiger Kubicek überrascht, während er auf den am Freitag überzeugenden Michailov als "überzähligen Ausländer" verzichtete. Der Coach begründete diese Maßnahme mit einer taktischen Variante. Auch das Fehlen von Abwehrspieler Zimmermann könnte zu dieser Überlegung beigetragen haben.
Die ersten Chancen verzeichneten die Oberfranken: Verteidiger Katz (4.) prüfte TW Kuhnekat mit einem Weitschuss, ehe der Haßfurter Keeper Sekunden später einen hoch platzierten Schuss von Neuzugang Stephens gerade noch mit der Schulter abwehren konnte.
Erstmals drohte bei einem Cote-Schlagschuss Gefahr (6.) vor dem ESVB-Gehäuse, doch Schlussmann Nachtmann konnte im Nachfassen retten. Glück hatte er freilich, dass Koslowski nach einem feinen Cote-Pass völlig freistehend aus fünf Metern verzog. Auch auf der Gegenseite spielten sich prickelnde Szenen ab, als Thumm (10.) und Ahne (11.) Maß nahmen. Keine Folgen hatte eine Strafzeit gegen Reja, der nach einer Rangelei noch einmal nachlegte und mit zwei plus zwei Minuten eigentlich glimpflich davon kam. Bei einer Breakchance traf Routinier Ahne (12.) mit einem verzögerten Schuss nur das Außennetz. Auch Herrmann (16.), Kolek (17.) und Stephens (18. - Rückhandlupfer) verfehlten nur knapp die Führung, die auch bei einem Schlagschuss des Haßfurter Verteidigers Johansson möglich schien.
Die Wagnerstädter behielten im zweiten Drittel ihre konsequente Marschroute bei und stellten ERC-Keeper Kuhnekath durch Herrmann (23. - nach Heinisch-Pass) und Stephens (24.) auf die Probe, ehe Haßfurts Anhang nach einem Konter voreilig jubelte. Der Treffer von Mix, der einen Marcoux-Pass im Fallen mit der Hand über die Torlinie drückte, fand beim Unparteiischen keine Anerkennung. Dafür gelang den Oberfranken nach einer sehenswerten Powerplay-Aktion das 1:0 (26.). Von Kubicek klug bedient sah Reja seinen freistehenden kanadischen Landsmann Stephens, der den Puck unter die Latte knallte. Und auch beim 2:0 nutzte der Gast in der 36. Minute eine Überzahlsituation. Nach einem Bully-Gewinn (Polaczek) zappelte nach nur sieben Sekunden die Scheibe im Netz. Kolek spielte seine Schussstärke aus und fand die kleine Lücke zwischen TW Kuhnekaths Schoner und dem Pfosten. Dass der Gast mit einer 2:0-Führung in die zweite Pause ging, war auch ein Verdienst des starken ESVB-Torwarts Nachtmann, der sich in kritischen Phasen bei Aktionen von Morin (35. und 37.) sowie Cote (39.) auszeichnete.
Im tubulenten Schlussdrittel schienen die "Tigers" bereits auf der Erfolgsspur, als Bärnreuther einen abgewehrten Cmunt-Schuss zum 3:0 vollstreckte, ehe Strafzeiten den Gast (14 Minuten im letzten Abschnitt) schwächten. Nach viereinhalb Minuten in Unterzahl verkürzten die Unterfranken in einer Dauerdruckphase auf 1:3. Als eine Minute später gar das Anschlusstor glückte, war Haßfurt wieder im Spiel. Nach dem 3:3 musste beim ESVB (in Unterzahl) in den Schlussminuten sogar gebangt werden. In der Verlängerung war Haßfurt (Maidment, Jodoin) zunächst am Drücker, doch eine unnötige Strafzeit gegen Cote nutzte der Gast zum Siegtor.

ERC Haßfurt:

Kuhnekath - Jodoin, Cote; Dobler, Johansson; Thebus, Bauer; Hoffmann - Koslowski, Tremblay, Morin; Mix, Marcoux, Maidment; Popek, Fritz, Heubach.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Kolek, Katz; Thumm, Kubicek; Kulczynski - Reja, Stephens, Meyer; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Herrmann, Heinisch, Ahne.

SR:

Riepl (Reutlingen);

Zuschauer:

1200;

Strafm:

Haßfurt 24, ESVB 24.

Tore:

0:1 (26.) Stephens (Reja, Kubicek - 5 gegen 4), 0:2 (36.) Kolek (Kubicek, Polaczek - 5 gegen 4), 0:3 (43.) Bärnreuther (Cmunt, Polaczek), 1:3 (48.) Tremblay (Morin, Marcoux), 2:3 Cote (Mix), 3:3 (53.) Maidment (Fritz, Morin), 3:4 (64.) Meyer (Katz, Reja - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth