Siegtor in der Verlängerung

ESVB konnte beim 4:3 nur bedingt die Landshuter Personalprobleme nutzen / Jetzt Siebter

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Nur bedingt konnte der ESV Bayreuth die Personalprobleme des EV Landshut im Oberliga-Heimspiel nutzen. In der spannenden Partie fiel die Entscheidung nach 37 Sekunden der Verlängerung, als Bärnreuther das Siegtor zum 4:3 (1:1, 2:2, 0:0) markierte, womit sich der ESVB auf Rang sieben verbesserte.

"Wir sind über den Kampf zum Sieg gekommen und fahren daher mit Vertrauen am Sonntag nach Selb", meinte der einheimische Trainer Bohuslav Ebermann, der kurzfristig auf Zimmermann, Herrmann und Michailov verzichten musste.
Einen Fehlstart gab es für die "Tigers" im ersten Drittel wett zu machen, denn nach 173 Sekunden profitierten die Gäste von einem Ahne-Blackout, der Brittig ungehindert zum Nachschuss kommen ließ. Somit war die Glanztat von ESVB-Keeper Nachtmann nach einem Bruk-Schuss praktisch ohne Nutzen gewesen. Die Einheimischen wirkten dadurch zwar nicht geschockt, doch in der Offensive ging trotz optischer Vorteile nur wenig konstrutives zusammen. Eine Einzelaktion von Cmunt wehrte der Landshuter Ersatzkeeper Lehmann (6.) geschickt ab, der dann allerdings beim Powerplaytreffer der Wagnerstädter (11.) machtlos war. Beinahe schien die Chance nach einem Meyer-Pass vor das EVL-Gehäuse vertan, doch der nachsetzende Kolek spielte seine Routine aus und bugsierte die Scheibe aus spitzem Winkel auf Vollstrecker Stephens. Der Kanadier war erneut mit Abstand auffälligster ESVB-Stürmer, der bei einem weiteren Überzahlspiel die Scheibe nur knapp über die Latte (16.) wuchtete.
Wenngleich spielerische Feinheiten auf beiden Seiten dünn gesät waren, verlief der zweite Durchgang interessanter. Die zu offensive Orientierung der Oberfranken wurde allerdings nach 65 Sekunden mit einem Break des früheren tschechischen Nationalstürmers Bruk zum 1:2 bestraft. Anschließend verhinderten Thumm mit einer "Notbremse" gegen den durchgebrochenen Hofer und beim anschließenden Unterzahlspiel TW Nachtmann mit einem Reflex nach einem Schuss des freistehenden Brittig (24.) einen höheren Rückstand.
Zu den positiven Aspekten aus ESVB-Sicht zählte das Nachsetzen auch nach Scheibenverlusten. So hatte Gästetorwart Lehmann mit seiner besten Tat einen Bärnreuther-Schuss (25.) entschärft, doch Cmunt nutzte mit seinem 2:2 die Verwirrung in der EVL-Defensive. Als der starke Kolek mit einem Prachtschuss nach einem Stephens-Zuspiel den ESVB zwei Minuten später erstmals in Führung brachte, schienen sich die Fronten zu kären. Ein Meyer-Schuss (29.) wurde vom EVL-Schlussmann in letzten Moment gemeistert, ehe die "Tigers" Grund zum Hader mit dem Schiedsrichter hatten. Zumindest die Kolek-Strafzeit, die zum 3:5-Unterzahl führte war höchst fraglich. Die Folge war das 3:3 der Gäste, die mit Geduld den entscheidenden Spielzug vorbereiteten.
Im niveauarmen Schlussdrittel hatten durchdachte Aktionen auf beiden Seiten Seltenheitswert, wobei die Einheimischen ein Chancenplus verzeichneten. Dafür waren sie zu Beginn der Verlängerung hellwach: Sie drängten den Gast ins eigene Drittel und Cmunt wurde seinem Ruf als kluger Passgeber gerecht. Seine Vorlage setzte Bärnreuther in die Maschen.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Katz, Kolek; Kubicek, Thumm; Kulczinski - Meyer, Stephens, Reja, Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Ahne, Heinisch, Asanger; Walz.

EV Landshut:

Lehmann - Geipel, Kirton; Gschmeidler, Toupal; Böhrer, Uvira - Bruk, Brittig, Oestreich; Hofer, Rau, Mühlbauer; Yazdi, Hundhammer, Fuhrmann.

SR:

Breiter (Freiburg);

Zuschauer:

1786;

Strafmin:

ESVB 10, Landshut 10.

Tore:

0:1 (3.), Brittig (Bruk), 1:1 (15.) Stephens (Kolek - 5 gegen 4), 1:2 (22.) Bruk (Brittig), 2:2 (25.) Cmunt (Bärnreuther, Katz), 3:2 (27.) Kolek (Stephens), 3:3 (31.) Bruk (Toupal - 5 gegen 3), 4:3 (61.) Bärnreuther (Cmunt).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth